Kränkelnde Hausärzte
12.04.2010 | 18:16 Uhr 2010-04-12T18:16:00+0200
Dortmund. „Nach Golde drängt, Am Golde hängt doch alles”. Diese Weisheit von Gretchen in Goethes Faust trifft auf alle möglichen Bereiche zu.
Auch auf die Hausarztpraxen, die mit starken wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen haben, weil der Kassenpatient alleine nicht reicht, um die Kosten von der Angestellten bis zum medizintechnischen Zubehör zu decken.
Ohne kostenpflichtige Wahlleistungen, mehr noch aber ohne eine gewisse Quote an Privatpatienten überleben Arztpraxen nicht. Das werden, wenn die Entscheidungsträger nicht nachbessern, die Praxen in einkommensschwachen Gebieten zu spüren zu bekommen. Und in zweiter Konsequenz die Bewohner dort selbst. Welcher Arzt will sich denn noch in der Nordstadt niederlassen, wenn er dort die Zinsen für seine teure Praxis nicht mehr herein bekommt?
Einfach nur mehr Geld von den Krankenkassen zu fordern, wo das Medizinsystem schon heute nicht mehr bezahlbar ist, wäre zu platt. Aber mehr Gerechtigkeit muss in das System. Wieso bekommt ein Arzt in Bayern für einen Patienten den doppelten Satz wie sein Dortmunder Kollege? Warum erhält die Fachkraft im Krankenhaus für eine Spritze mehr als die Mitarbeiterin in der Praxis des Niedergelassenen? Hier gibt es genügend Stellschrauben, um die Gelder gerechter zu verteilen und eine medizinische Versorgung auch in zweitbesten Lagen zu garantieren.
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