Kommentar: Logischer Nachfolger
08.02.2010 | 19:15 Uhr 2010-02-08T19:15:00+0100Ob sie wollte oder nicht – die CDU musste die Personalie Hengstenberg im Eilverfahren abwickeln. Der Druck war zu groß geworden.
In Ortsunionen, Fraktion und Kreisvorstand schüttelten sie schon längst nicht mehr nur den Kopf über Hengstenbergs Hals-über-Kopf-Sprung zur EDG. Sie wetzten schon die Messer. Das der Jungen Union mochte noch stumpf erscheinen – immerhin: „Rücktritt” stand drauf. Aber die Vehemenz, mit der OB-Kandidat Pohlmann den Fraktionschef attackierte, für seine Eloquenz mit gezücktem Dolch, ließ keinen Raum mehr für ein Spiel auf Zeit.
Folgerichtig begrüßte erst die EDG ihren künftigen Geschäftsführer. Und wenig später verabschiedete die CDU ihren Fraktionschef. Die Frage, wer ihn kurzfristig ersetzen soll, stellte sich eigentlich gar nicht. Es konnte nur Ulrich Monegel sein.
Bezeichnend aber für die dünne Personaldecke der CDU, dass ausgerechnet Polit-Neuling Pohlmann – nach diversen Fehlversuchen – bei der Hengstenberg-Kritik ins Schwarze getroffen hat. Perspektivisch gesehen hat die CDU kaum Leute von dem Kaliber des alten wie des künftigen Fraktionschefs. Aus der Rubrik Fixsterne leuchtet nichts am schwarzen Himmel. Da man sich keine Sternschnuppen leisten kann, muss ein bewährter Fahrensmann ran. Monegel eben.
Er wird den Laden zusammenhalten, das ist sicher. Ob er ihm zukunftsweisende Impulse einzuhauchen vermag, ist eine andere Frage.
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