Grenzwertig
12.01.2010 | 19:30 Uhr 2010-01-12T19:30:00+0100Alles an dieser Geschichte ist unglaublich. Weil es unerträglich ist.
Seit einem Jahr steht fest, dass Grünkohl und Blattgemüse der drei Kleingartenanlagen rund um den Dortmunder Hafen verseucht sind. Statt Vitaminen steckt Gift drin – und nicht zu knapp. Man stelle sich vor, was losgebrochen wäre, wenn Schollen im sonnigen Süden verseucht wären. Welcher Sturm der Entrüstung, welcher politische Druck, welche Priorität, welcher Aktionismus und – um Gottes willen: unsere Kinder!
Im Norden läuft so was anders. Da passiert ein geschlagenes Jahr nichts, was die Betroffenen mitbekommen hätten. 400 Kleingärtner bleiben im Unklaren, hoffen darauf, dass alles gut wird. Dass man die Giftschleudern ermittelt, die Verantwortlichen bestraft und ihnen wieder gute Saat und Ernte wünscht.
Und dann kommen hochdotierte Vertreter aus drei Behörden um die Ecke, präsentieren beunruhigend hohe Giftwerte – erschreckend: sogar in der grünen Lunge Fredenbaum – und haben nichts als vage Verdachtsmomente auf Lager. Vielleicht ja im nächsten Jahr mehr. Oder im übernächsten?
Dieses Hinhalten, diese Arroganz. Hier werden nicht nur PCB-Grenzwerte überschritten. Hier wird die Grenze des Zumutbaren übertreten – und zwar um ein Vielfaches. Das sind keine einzelnen Gift-Fälle mehr. Das ist ein Gift-Skandal.
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