Fehlende Solidarität
25.11.2009 | 12:27 Uhr 2009-11-25T12:27:00+0100Die Hörsäle sind überfüllt, der Leistungsdruck ist immens und das Losverfahren entscheidet darüber, welche Studenten einen Seminar-Platz bekommen und so ihr Semester planen oder ganz vergessen können. Und all das für 480 Euro Studiengebühren pro Halbjahr.
Angesichts dieser Zustände an der TU Dortmund ist der Protest der Studierenden nur verständlich. Verwunderlicher ist aber, dass sich nicht mehr angehende Akademiker der Demo angeschlossen und für die Besetzung – die immer noch ein Hausfriedensbruch bleibt – interessiert haben. Die Studentenschaft ist gespalten: Es sind wie immer die Geisteswissenschaften, Studenten aus den Bereichen Lehramt, Pädagogik und Soziale Arbeit, die ihren Unmut lautstark äußern. Währenddessen werben Wirtschaftsstudenten für ihre kommende Party, die Naturwissenschaftler zucken mit den Achseln.
Wer jeden seiner Kurse auch belegen kann, wer den Leistungsdruck besser verkraftet als seine Kommilitonen, hat für den Protest nicht viel übrig. Doch das ist die falsche Einstellung, wenn es darum geht auch für kommende Generationen, vielleicht die eigenen Kindern eine offensichtliche Fehlausrichtung der Bildungspolitik zu korrigieren. Die Uni-Leitung sollte sich angesichts des ungleich verteilten Protests die Frage stellen, ob sie ihr Versprechen bei der Umbenennung zur TU, die Geisteswissenschaften nicht zu vernachlässigen, tatsächlich gehalten hat.
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