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Ein halbes Jahr verloren

29.01.2010 | 17:54 Uhr

Das Warten hat ein Ende. Geht alles glatt, wird die Oberbürgermeisterwahl am 9. Mai wiederholt. Darauf können sich nun alle Akteure in der Politik einrichten - und wir Wähler natürlich auch. Unterm Strich ist man ja für jedes bisschen Klarheit in diesem verworrenen Prozess dankbar.

Für den Termin gibt es fraglos viele einleuchtende Gründe: die Kosten, die zu erwartende höhere Wahlbeteiligung, die leichtere Organisierbarkeit, der Umstand, dass man den Bürgern die Notwendigkeit eines Extra-Wahltermins wenige Woche vor der ohnehin angesetzten Landtagswahl schlecht nahebringen kann.

Regierungspräsident Diegel hätte freilich einen früheren Termin vorgezogen. Mit dieser Meinung hält er nicht hinterm Berg. Am Ende bleibt es eine schwierige Gratwanderung zwischen den für den 9. Mai sprechenden Vernunftsgründen und der Dauer des Vakuums an der Stadtspitze. Denn machen wir uns nichts vor: Zwar wird die Verwaltung nicht lahmgelegt, echte Gestaltungskraft kann die im Wahlkampf gebundene Politik aber kaum entfalten. Dortmund verliert also ein halbes Jahr. Zeit genug immerhin darüber nachzudenken, wie der Schlamassel begann.

Michael Kohlstadt

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