Bombenterror nur Samstag?
02.09.2010 | 20:02 Uhr 2010-09-02T20:02:00+0200
Dortmund.Sicher überwiegt die Freude und Erleichterung über das Verbot, das Polizeipräsident Hans Schulze gegen den geplanten Nazi-Aufmarsch verhängt hat. Doch der Grund gibt Anlass zu ernster Besorgnis und zeigt, zu welcher Eskalation der Gewalt es gekommen ist. Die Rechten nehmen bereitwillig in Kauf, dass Menschen auf den Demonstrationen getötet werden. Denn man ist bereit, sich den Weg durch Blockaden mit Hilfe dieser tödlichen Sprengkörper zu bahnen.
Noch bleibt allerdings abzuwarten, ob die Gerichte die Auffassung der Dortmunder Polizei teilen, dass das Risiko einer rechtsextremen Demonstration unkalkulierbar ist. Bestand im vergangenen Jahr die berechtigte Hoffnung, dass Dortmund nach Verbot durch die Polizei der Aufmarsch erspart bleiben würde, so machten die Gerichte das zunichte. Nun spekulieren schon jetzt einige Rechtsexperten, dass sie doch nach Dortmund kommen dürfen. Dann steht unserer Stadt vielleicht „nur“ eine stationäre Kundgebung ins Haus wie schon 2009.
Völlig unverständlich ist es bei all der Erleichterung über das Verbot, das nur am kommenden Samstag greifen soll, dass Bomben anscheinend nur am Samstag tödlich eingesetzt werden könnten. Es will vielen nicht einleuchten, dass man den Aufmarsch am Samstag verbietet, das als Mobilisierungsaktion gedachte Rechtsrockkonzert oberhalb der Katharinentreppe am Freitagabend aber nicht.