Ausgetrickst
17.03.2010 | 21:30 Uhr 2010-03-17T21:30:00+0100Es ging zu wie bei großen Galas auf dem roten Teppich. Nur, dass auf der OW III a nicht internationale Stars im Blitzlichtgewitter standen, sondern lokal und regional bewegte Autofahrer.
Dass die sich abgezockt fühlen, wird jeder verstehen, der die OW III a kennt. Zur Einordnung: Ich nutze sie seit vier Jahren fast jeden Tag, auf dem Weg zur Arbeit, hin und wieder zurück.
Was die Route stadteinwärts betrifft, muss man sagen: Das war einmal eine Schnellstraße. Doch mit den Schlaglöchern purzelte das Tempolimit – von 100 über 80 auf 60 km/h. Dass sich nur eine Minderheit daran hält, liegt irgendwo zwischen der Wirkung solch vierspuriger Tangenten und dem Wesen notorischer Heißsporne begründet. Natürlich dienen die alltäglichen Verstöße nicht der Sicherheit.
Aber Aktionen wie die der Polizei dienen auch nicht der Vertrauensbildung. Die Tempo 60-Schilder stehen ein paar Tage, schon wird die gut getarnte Radarfalle postiert und treibt Verwarnungsgelder ein. Klar, dass bei mehr als 1300 Temposündern an zwei Tagen manche zu rechnen beginnen. Durchschnittlicher Obolus, sagen wir, 30 Euro: Das macht im Monat 585 000 Euro – wenn die Kamera technisch durchhält. Hochgerechnet auf Jahrzehnte könnte die Staatsverschuldung... – aber lassen wir das.
Die Polizei hat den Sicherheitsauftrag im Straßenverkehr. Das ist ihr Job. Den soll sie auch machen. Aber nicht mit allen Mitteln. In Kirchlinde wehte ein Hauch von Wegelagerei. Ohne jede Häme: Da müssen sich die Kontrollettis über Schadenfreude nicht wundern, wenn ein Schlitzohr den Schilderwald rodet und 600 Sünder vor Strafe bewahrt.
Ausgetrickst! Autofahrer kennen dieses Gefühl. Jetzt kennt es auch die Polizei.
12:37
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macht das Leben leichter ;o)
19:24
Die Tempo 60-Schilder stehen ein paar Tage
Lt. Polizei standen sie dort schon 2 Wochen. Und wenn der gemeine Dortmunder Autofahrer, der diese Strecke regelmäßig befährt, ganze 14 Tage braucht, um eine einfache Information vom Auge ins Gehirn zu verbringen und dort auch zu verarbeiten, dann reichen Knöllchen für diese Art der Gemeingefährdung nicht mehr aus.
PS: Das Schlitzohr riskiert übrigens ne ganze Menge, denn es ist eine Straftat und auch Bewährungsstrafen machen sich im Allgemeinen nicht so dolle im weiteren Leben.