Alle in der Verantwortung
28.10.2009 | 18:55 Uhr 2009-10-28T18:55:00+0100Nachdem das Disko-Sterben in der Stadt bereits die Parteien im Wahlkampf aufgeschreckt hatte, legt jetzt ein Fachmann den Finger in die Wunde. Visions-Herausgeber Michael Lohrmann sieht die Vitalität der Dortmunder Musikszene bedroht. Und er hat Recht.
Natürlich haben Stadt und AWO mit dem neuen FZW die dringend benötigten Voraussetzungen geschaffen, Konzerte für 400 bis 1500 Menschen zu veranstalten. Natürlich gibt es noch weitere engagierte und mutige Wirte, die zentrumsnah Bands die Chance bieten, live aufzutreten. Doch dort auf Grund der Größe der Räume eben nur vor 30 bis maximal 90 Gästen. Was fehlt, sind Veranstaltungsmöglichkeiten für etwa 200 Besucher. Eigentlich Standard für einen Musikstandort. Dortmund da allerdings dem Vergleich mit den Metropolen Köln und Berlin auszusetzen, die fast doppelt und knapp acht Mal so groß sind, ist nicht ganz fair. Der Blick müsste nach Bochum, Essen und Duisburg gehen. Was funktioniert dort?
Aber Lohrmanns Attacke, die er zusammen mit dem anerkannten Fachmann und Viva-Gründer Dieter Gorny reitet, könnte vielleicht die Verantwortlichen wachrütteln. Die Pläne von Festivals und Konzertnächten gibt es. Jetzt müssen sie umgesetzt werden. Dabei stehen jedoch nicht nur die Kulturbeauftragten der Stadt in der Verantwortung, sondern alle, die in Dortmund mit Musik Geld verdienen möchten.
14:11
@#3sonn...
Kreative Vorschläge von doktachen? Wovon träumen sie nachts?
Dazu nutzt er auch noch jede Gelegenheit, seinem Frust darüber Ausdruck zu verleihen, dass er mit seinen Kamerrraden einen nicht beachteten Trachten-Umzug hinlegte - während DO bei Mucke und lecka Bier was zu feiern hatte: nämlich dass eine breite Front der Demokraten den potentiellen Totschlägern im braunen Gewande gezeigt hat, was es von ihnen hält: nämlich nix.
Ansonsten hat mir schwarzbart schon ein paar Gedanken vorweg genommen. Hier in Berlin, wo ich größtenteils weile, gibt es soviele Clubs, da wird mangels ausgewiesener Flächen wild plakatiert was das Zeug hält. Auch eine Wirt-Unterstützung durch das OA ist wegen der ungeheuren Zahl an Ckubs nicht möglich - die kommen erst dann, wenn es Anwohner-Beschwerden gibt (ein Konzert bei einem befreundeten Clubbesitzer wurde letztens nach 10 Minuten von der Ordnungsmacht abgebrochen!)
Was ich sagen möchte ist, dass in B die Leute weitesgehendst auf sich selbst gestellt sind.
Bei der Übersichtlichkeit der Locations in DO wären die Ideen von schwarzbart eher umsetzbar.
11:35
Was diese Stadt braucht, ist Kulturförderung für nicht-E-Nachwuchsmusiker. Regelmässige Spielmöglichkeiten für Nachwuchsbands, die weder Mozart noch POP-Gedudel machen wollen, ein paar günstige Leih-P.A.s, Hilfe beim Marketing - z.B. durch Ausweisen von Plakatflächen und die Unterstützung der ausführenden Wirte durch das Ordnungsamt. Das ist alles nicht wirklich teuer. Deutschland kann meher als DSDS und Dortmund sowieso.
08:43
Da sind ja die beiden Miesepeter vom Dienst wieder voll dabei. Etwas mehr Bewegung in der Musikszene wäre doch gut für Dortmund. Kreative Vorschläge sind gefragt. Oder????
03:46
Der Blick müsste nach Bochum, Essen und Duisburg gehen. Was funktioniert dort?
Und da verließen dann den Autor Textfluss und Eingebung.
Ich ergänze das mal uneigennützig: Wenn wir in Dortmund das x-fach gescheiterte Viva/Gorny-Modell namens Make Masse, make money! umsetzen wollen, dann brauchen wir natürlich dutzende 200-Leute-Locations, die allesamt so ca. 12 angesagte Acts im Jahr durchrotieren, damit sie auf ihre Kosten kommen.
Die Kulturwirtschaft sorgt dann Gorny-väterlich dafür, dass es bloß nicht viel mehr interessante Events gibt, die das Ergebnis verwässern könnten.
Also eine historisch echte SPD-Errungenschaft - Wir sagen Dir, dem dummen Lohnabhängigen, wie Du Deine Kohle möglichst sozial gerecht auf unsere kommunalen Kulturbetriebe verteilst und dabei gleichzeitig von dem politisch korrekten Liedgut profitierst. Mögen Pur, Westernhagen, Dröhnemeier und die Stones uns auch noch in hundert Jahren beweisen, dass man Müll konservieren kann.
21:50
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