Das aktuelle Wetter Dortmund 14°C
Prozess

Koks-Vorwurf gegen Ex-BVB-Torwart Eike Immel ist vom Tisch

30.10.2012 | 16:41 Uhr
Wurde vom Vorwurf des Kokain-Besitzes freigesprochen: Ex-Torwart Eike Immel.Foto: Franz Luthe

Dortmund.   Der frühere Nationaltorwart und BVB-Keeper Eike Immel muss nur wegen Verletzung der Unterhaltspflicht 400 Euro Geldstrafe zahlen. Vom Vorwurf, im Frühjahr 2007 in 78 Fällen in einem Schwerter Bordell Kokain erworben zu haben, wurde der 51-Jährige jedoch freigesprochen.

Einmal tief Luft holen. Und dann die pure Erleichterung herauslassen. „Das war heute ein guter Tag für mich, keine Frage. Das alles hat mich sehr belastet.“ Noch ein kurzer Gruß in die Runde, dann verlässt Eike Immel leichten Fußes das Amtsgericht. Die tief gefallene Torwart-Legende (51) hat gerade einen seiner wichtigsten Siege errungen – auch, wenn es keiner auf der ganzen Linie war: Das Schöffengericht sprach den Ex-Nationalkeeper und früheren BVB-Star vom Vorwurf des Kokain-Besitzes frei.

Der 51-Jährige muss lediglich wegen Verletzung der Unterhaltspflicht 400 Euro Geldstrafe zahlen. Im Jahr 2005 hatte er von Mai bis Oktober keinen Unterhalt an seine damals 15 und 17 Jahre alten Kinder gezahlt, obwohl er damals als Torwarttrainer beim türkischen Rekordmeister Fenerbahce Istanbul 15.000 Euro im Monat verdiente. Insgesamt handelt es sich um 7000 Euro, die nie an seine Familie geflossen sind. „Dafür möchte ich mich entschuldigen“, sagte Immel zu dem Vorwurf.

Viel Rauch um keinen „Schnee“

Zuvor hatte seine Anwältin Ina Klimpke erklärt: „Herrn Immel tut das aufrichtig leid.“ Die Kinder hätten jedoch keine finanzielle Not gelitten. Mit seinen Einnahmen als Torwarttrainer habe Immel einen Teil seiner Schulden getilgt. Oder, wie Amtsrichter Constans Jersch bemerkte: „Er war mit seiner damaligen Situation überfordert.“

Kokainbesitz - Eike Immel droht Anklage

Die Situation des ehemaligen National-Keepers, der 1978 mit 17 Jahren um ersten Mal für den BVB zwischen den Pfosten stand, hat sich auch heute noch nicht gebessert. „Meine Schwester unterstützt mich finanziell. Die hat etwas ordentliches gelernt“, hatte Immel zu Beginn des ersten Prozesstages gesagt. Da war noch nicht klar, was das Gericht gestern zweifelsfrei feststellte: Immel ist von dem Vorwurf, im Frühjahr 2007 in 78 Fällen in einem Schwerter Bordell Kokain erworben zu haben, freizusprechen. Viel Rauch um keinen Schnee...

Bordell-Chefin hatte Anschuldigung widerrufen

Es war die damalige Chefin des Bordells, die sowohl Immel als auch ihren früheren Geschäftspartner massiv belastet hatte. Jener Mann, mit dem Eike Immel einst zwei Jahre lang zusammen in einem Haus in der Vincklöther Mark wohnte, saß bereits wegen Betrugs im Knast und ist jetzt wegen Betrügereien angeklagt. In dem Bordell, so lautete die Anschuldigung, soll er unter anderem an Eike Immel Koks verkauft haben. Die Staatsanwaltschaft erhob Anklage, danach zog die Dame jedoch in einer Eidesstattlichen Versicherung ihre Aussage zurück.

Prozess
Immel bestreitet vor Gericht Drogenbesitz

Der ehemalige Fußball-Nationaltorwart Eike Immel hat vor dem Amtsgericht in Dortmund den Vorwurf des Drogenbesitzes bestritten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 51-Jährigen den Kauf von Kokain in 78 Fällen im Jahr 2007 vor. Die Verletzung seiner Unterhaltspflicht hat er allerdings eingeräumt.

Sie sei sauer gewesen, weil ihr Teilhaber 20.000 Euro zurückhaben wollte. Und Eike Immel habe zwar nur einmal in ihrem Club geweilt, dafür aber gleich eine Party gegeben – ohne die Rechnung in Höhe von 1800 Euro zu bezahlen. Mittlerweile hat sich die Dame aus dem Milieu zurückgezogen und ein Lokal aufgemacht. Wegen einer ernsthaften Erkrankung kam sie nicht zum Prozess. „Sie weiß, dass sie jetzt ein nachhaltiges Problem hat“, merkte ihr Anwalt Ralph Giebeler an. Zum Beispiel ein Verfahren wegen falscher Verdächtigung.

Kathrin Melliwa



Kommentare
02.11.2012
19:29
Koks-Vorwurf gegen Ex-BVB-Torwart Eike Immel ist vom Tisch
von kahevo | #1

Dieser Bericht ist sehr neu. Zue Erinnerung, heute ist der 2.11.2012.
Gibt es sonst nichts zu berichten??? Schwaches Bild.

Aus dem Ressort
Brüder sollen BVB-Ordner im Stadion misshandelt haben
Gewalt
Beim Spiel des BVB gegen Augsburg im April 2013 sollen sich zwei Fans aus Ahlen mit einer Reihe Stadion-Ordner angelegt haben. Seit Freitag beschäftigt der Fall das Amtsgericht. Die Staatsanwaltschaft wirft den Brüdern vor, die Ordner misshandelt zu haben. Die Fans haben eine ganz andere Version.
EDV bei den Bürgerdiensten läuft wieder
Panne behoben
Nichts geht mehr, hieß es Donnerstag bei den Bürgerdiensten der Stadt. Wegen Problemen bei der Umstellung eines EDV-Programms konnten Einwohner-Meldeangelegenheiten wie Ausweis-Verlängerungen in den Bezirksverwaltungsstellen und im Stadthaus nicht bearbeitet werden. Jetzt läuft das System wieder.
So würden Dortmunds Kliniken auf Ebola reagieren
Seuche
Keines der Krankenhäuser in Dortmund könnte im Fall der Fälle einen Ebola-Patienten behandeln, auch nicht das größte Krankenhaus in NRW, das Klinikum Dortmund. Zum Einsatz müsste ein Spezial-Rettungswagen kommen. Die Sicherheitsstandards für die Isolation eines Ebola-Kranken sind einfach zu hoch.
„Visions“ kennt das Geheimnis ewiger Jugend
Pop
Am Wochenende gibt’s ein Festival, denn das Dortmunder Magazin für Alternative Rock feiert seinen 25. Geburtstag - und hat sich die Frische erhalten. Ein Gespräch mit Chefredakteur Michael Lohrmann über Kurt Cobain, Rock’n’Roll-Lifestyle und größenwahnsinnige Vertriebsdeals in der Dönerbude...
Schlägerei im BVB-Stadion heute vor Gericht
Signal Iduna Park
Eine wüste Schlägerei im Signal Iduna Park beschäftigt am Freitag das Dortmunder Amtsgericht. Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen zwei Fußballfans erhoben - diese wiederum erheben schwere Vorwürfe gegen BVB-Ordner
Fotos und Videos
Im Haus der kleinen Forscher
Bildgalerie
Fotostrecke
Martener Kindergarten hat neue Spielgeräte
Bildgalerie
Fotostrecke