Kohlenmonoxid - Eine 72-Jährige stirbt, 15 Menschen verletzt
14.02.2012 | 21:32 Uhr 2012-02-14T21:32:00+0100
Tragischer Tod: In Dortmund ist am Dienstag eine Frau nach einer Kohlenmonoxid-Vergiftung gestorben. 15 weitere Menschen wurden verletzt, darunter Bewohner des Hauses, Rettungskräfte und Polizisten. Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot vor Ort, ein dreigeschossiges Wohnhaus wurde abgesperrt. Der Grund für das Unglück ist derzeit noch unklar - es könnte sich um eine defekte Heizung handeln.
Eine defekte Heizungsanlage könnte die Ursache für das tragische Unglück an der Preußischen Straße gestern gewesen sein: Eine 72-jährige Frau wurde von ihrem Sohn und Nachbarn tot in der Wohnung gefunden. Sie starb vermutlich an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung. Zwei Polizeibeamte, fünf Einsatzkräfte des Rettungsdienstes und acht Bewohner wurden verletzt. Einige der Verletzten mussten in die Uni-Klinik Düsseldorf transportiert und in einer Überdruckkammer behandelt werden. Das dreigeschossige Mehrfamilienhaus wurde komplett geräumt.
Der Feuerwehrbus ist leer; die meisten Menschen aus dem Häuserblock in der Preußischen Straße 219 haben Unterschlupf gefunden. Ein Sittich sitzt in seinem Käfig, der auf dem Bürgersteig steht. Hier wartet auch Evgenia Hill vor dem Rettungswagen, in dem ihre Mutter gerade untersucht wird. Die 70-Jährige war dabei, als der Sohn seine Mutter, ihre 72-jährige Nachbarin, gefunden hatte. „Der ist in den Armen meiner Mutter zusammengebrochen. Stellen Sie sich das vor: Sie kommen zum Essen und finden ihre Mutter tot. Und das, wo gerade auch noch der Vater im Krankenhaus liegt“.
Die Nachbarn sind geschockt von den Ereignissen
Auch Evgenia Hill ist geschockt von den Ereignissen. „Als ich gehört habe, dass die anderen alle im Krankenhaus sind, habe ich meine Mutter erstmal in den Rettungswagen gebracht.“ Die anderen – das sind all diejenigen, die sich in der Wohnung der verstorbenen Frau aufgehalten hatten. Darunter auch die zunächst alarmierten Rettungskräfte und der Notarzt. Sie hatten, als sie gegen 15.40 Uhr zu der leblosen Frau gerufen worden waren, als eine mögliche Ursache für den Tod der Frau Gas vermutet und die Feuerwehr auf den Plan gerufen.
Sofort war daraufhin die Gasleitung abgestellt worden. Die hohe CO-Konzentration hatte letztlich dazu geführt, dass der gesamte Häuserblock evakuiert wurde. „Inzwischen“, sagte Feuerwehr-Sprecher Boris Thiemrodt gegen 18 Uhr vor Ort, „sind die CO-Werte deutlich gesunken“. Der hintere Gebäudeteil konnte gegen 20 Uhr wieder freigegeben werden. Der betroffene vordere Gebäudeteil wurde durch die Kriminalpolizei gesperrt, die zwischenzeitlich Ermittlungen zur Ursache aufgenommen hat. Zwei Bewohner des gesperrten Gebäudeteils mussten in Notunterkünfte untergebracht werden.
Feuerwehr, Schornsteinfeger und andere Experten suchen nach der Ursache
Auch Feuerwehr, DEW-Experten und der Schornsteinfeger waren am Abend noch auf Ursachensuche. Eine defekte Gasleitung? Eine defekte Heizung ? Evgenia Hill wird bei dieser Vermutung blass. Ihre Eltern wohnen in der Erdgeschosswohnung. Und die ganzen Wochen, sagt sie, „haben sie Probleme mit der Heizung gehabt. Gestern war sie schon wieder aus. Und die Annington tut nichts.“
Auch ihre Mutter muss jetzt der Sicherheit halber ins Krankenhaus, die CO-Werte in ihrem Blut sind erhöht , zum Glück nur leicht. Mit einem sogenannten Avoximeter konnte das die Umweltwache der Feuerwehr nachweisen. Die anderen Betroffenen sind zum Teil bedrohlich verletzt. Sieben müssen in der Überdruckkammer der Uniklinik behandelt werden.
Kohlenmonoxid, ein giftiges Gas, ist leichter als Luft und kann nach oben steigen. Es ist farb- und geruchlos und somit ein große Gefahr, da es oft zu spät erkannt wird. Die Werte der Betroffenen in Eving bewegen sich zum Teil in einem bedrohlichen Bereich. „Wir haben ein relativ heftige Lage“, so ein Retter.
12:39
Ein tragischer Fall, der noch weitaus schlimmer hätte enden können, wenn die alte Dame nicht vom Sohn gefunden worden wäre. Man stelle sich die Gasausbreitung in der Nacht vor!
Die Ursache muss exakt geklärt werden. Sollten Überalterung der Heizungsanlage und mangelhafte Wartung ursächlich sein, dann schlummert da möglicherweise eine Zeitbombe in vielen Wohnhäusern, die von Vermietern wie der Deutschen Annington betreut werden.
23:38
Unfälle mit Erdgas scheinen sich zu häufen. Ich möchte in der Wohnung keine Verbrennung mehr haben (gelbe Wände usw.). Bei uns im Haus wurde auf Fernwärme umgestellt, die Gaszufuhr vom Haus getrennt.
Alles richtig gelesen? Das war kein Gas-Unfall, sondern eine KOHLENMONOXIDVERGIFTUNG. Die CO-Konzentration kann aus verschiedenen Ursachen gefährlich ansteigen, z.B. auch durch eine defekte Gastherne, Kamine, aber auch durch schlechte Luftzirkulation bei z.B. sog. "Niedrigenergiehäusern". Also bedeutet das noch lange nicht, nur weil man keinen Gasanschluss im Haus hat, ist man vor einer CO-Vergiftung sicher! Einziger Schutz vor solchen Unfällen sind CO-Warnmelder, die haben wir uns schon vor ca. drei Jahren montieren lassen. Kosten gerade mal um die 20 Euro und schützen vor genau diesen Vergiftungen! Infos? Wir haben unsere Melder bei safetydetec in Essen besorgt (www.safetydetec.com). Also: immer gesund bleiben! Glück Auf!
Alles schoen und gut nur Fernwaerme gibt es nicht ueberall. Gottsei dank brauche ich keine Heizung
Wenn Gas austritt,das riecht man sehr schnell,weil die Gasunternehmen dem Gas einen Geruchsstoff zufügen,der wie faule Eier stinkt.
Es wird wohl eher der Fall sein das hier seitens der Wohnungsgesellschaften bei der überprüfung der Heizungs - und Kaminanlagen spart . Geiz ist doch Geil !
Sorry, aber den Faule-Eier-Geruchszusatz gibt es schon seit einiger Zeit nicht mehr. Er wurde von den Gasunternehmen ersetzt durch einen "Duft", der entfernt an Knoblauch erinnert.
Dass das in Zeiten von mediterraner Küche in fast allen Haushalten eine ziemlich blödsinnige Idee war, ist bekannt.