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Knalleffekte in der Westfalenhalle

14.11.2010 | 17:43 Uhr
Knalleffekte in der Westfalenhalle

Gewerkschafter sind nicht aus Watte. Trotz des Dauerregens füllten tausende Menschen den vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) ausgerufenen heißen Herbst auch in Dortmund mit Leben.

Den Höhepunkt der Protestaktionen bildete die Kundgebung am Samstagmorgen, die unter dem Motto „Gerecht geht anders – Gemeinsam für ein gutes Leben und für einen Kurswechsel in Berlin“ stand. 14 000 Gewerkschafter hatten sich in der Westfalenhalle versammelt. Zuvor hatten sich etwa 4000 besonders Hartgesottene am Hauptbahnhof versammelt, zogen mit Trillerpfeifen, Trommeln und Plakaten durch die Innenstadt bis zur Westfalenhalle. Darunter zahlreiche Dortmunder wie Andreas Kossack, IG-Metall-Vertrauensmann beim Autozulieferer Continentale: „Gerade in unserer Situation, wo bis zu 600 Arbeitsplätze vernichtet werden sollen, ist es natürlich wichtig, ein Zeichen zu setzen.“ Umso glücklicher war Kossack, dass der Demonstrationszug nicht ins Wasser fiel: „Man kann ja nicht den heißen Herbst ausrufen und dann die ganze Aktion im Saal abhalten.“

DGB-Jugend sorgt für ersten Knalleffekt

In der Halle angekommen, heizte die Cover-Band „Just Pink“ den Gewerkschaftern ein. Für den nächsten Knalleffekt sorgte die DGB-Jugend. Der Nachwuchs hatte sich auf der Bühne hinter einem riesigen „Sparpaket“ aus Pappkartons verschanzt und ließ dieses in die Luft fliegen. Der Hagener Andreas Meyer-Lauber, frischgewählter Vorsitzender des DGB in NRW, nahm die Vorlage bei seiner Begrüßungsrede auf: „Es ist höchste Zeit, dass es mal richtig knallt in dieser Republik.“ Meyer-Lauber wetterte gegen Lohndumping, mahnte eine gesetzliche Regulierung der Leiharbeit an, forderte eine Entlastung der Kommunen und brandmarkte die Rente mit 67 als „Rentenkürzungsprogramm“.

Bsirske-Rede der Höhepunkt

Anschließend kam die Basis zu Wort. Zuvor ausgewählte Gewerkschafter aus verschiedenen Regionen und Sparten machten ihrem Ärger Luft. Besonders große Zustimmung erntete der Bezirksvorsitzende der IG BAU Köln-Bonn, Hans Peter Eschweiler, der emotional gegen die Rente mit 67 polterte. Richtig auf Betriebstemperatur kamen die 14 000, als Verdi-Chef Frank Bsirske die Bühne betrat. In seiner 20-minütigen, kämpferischen Rede ließ Bsirske kein gutes Haar an Merkel, Westerwelle & Co.

„Eine Rede hätte vielleicht gereicht“

Der IG-BCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis hatte die undankbare Aufgabe, Bsirske in der Rednerliste zu folgen. Seine Forderung nach einem Anteil der Arbeiter an „unserem Aufschwung“ kam nicht mehr bei allen Besuchern an, viele hatten bereits die Westfalenhalle verlassen. Auch Kossack rollte nun sein Transparent ein. „Teilweise wurde der Charakter einer Kundgebung etwas verlassen“, bilanzierte er: „Ich hätte mir gewünscht, dass die Veranstaltung etwas mehr von Kampf geprägt gewesen wäre. Und vielleicht hätte eine Rede – die von Bsirske – auch gereicht.“

Gregor Westerbarkei

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Kommentare
15.11.2010
20:09
Knalleffekte in der Westfalenhalle
von RT | #8

Andreas Kossack,ich bewundere Deinen Glauben
an eine starke Gewerkschaft! Aber was bewirken denn diese Demonstrationen? Es sind doch immer
die gleichen Rituale die stattfinden,und die keinerlei Wirkung zeigen!
Ich bin seit 45 Jahren Mitglied in der IGM und habe es Aufgegeben an einen Erfolg zu Denken!

15.11.2010
12:10
Knalleffekte in der Westfalenhalle
von andrew1 | #7

Das war ein guter Tag für die kämpferische Richtung in den Gewerkschaften! Ursprünglich sollte nur eine Demo von den Busparkplätzen in die Westfalenhalle statt finden. Das stieß auf Kritik von vielen aktiven und kämpferischen Gewerkschaftern. Allein in der IG Metall wurde dies auf mehreren Versammlungen gefordert. Warum wird das dann nicht sofort organisiert? Als klar war, dass der DGB nichts dergleichen organisieren will, wurde die Initiative von kämpferischen Gewerkschaftern ergriffen, trotzdem eine Demonstration zu organisieren. Aus Köln haben die Ford-Arbeiter auf eine Demonstration bestanden.
Erst als dies klar war, hat der DGB eine Demonstration vom Hauptbahnhof angemeldet. Dass trotz dem schlechten Wetter 4000 Demonstrationsteilnehmer gekommen sind ist ein großer Erfolg und Ermutigung an alle wirklich mit dem Heißen Herbst Ernst zu machen!
Stärkt die kämpferische Richtung in den Gewerkschaften mit der Unterstützung der Dortmunder Erklärung unter www.gewerkschafter-aktiv.de

Andreas Kossack
IG Metall Vertrauensmann
Dortmund

15.11.2010
11:11
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von Hans Dampf | #6

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14.11.2010
22:59
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von Dr. Thor | #5

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14.11.2010
21:07
Knalleffekte in der Westfalenhalle
von Peter,N | #4

Hallo Thoe & RT

deswegen gehen wir auf die Strasse!!!!!!!!!

Gegen die Abwälzung der Krisenlasten
durch Regierung und Unternehmer -
Die Verursacher sollen die Folgen der Krise bezahlen!

Kampf um Arbeits- und Ausbildungsplätze für alle!
Für die 30 Stundenwoche bei vollem Lohn- und Personalausgleich!

Weg mit der Rente 67 – Herabsetzung des Rentenalters ohne Rentenabschläge!
Weg mit den Hartz-Gesetzen –
sofortige Anhebung des Eckregelsatzes auf mindestens 500 €!
Für einen gesetzlichen Mindestlohn von 10 €!

Für mehr Ausbildungsplätze in der Großindustrie und unbefristete Übernahme entsprechend der Ausbildung!
Für ein kostenloses Schulsystem von der KITA bis zur Uni!
Für eine gründliche Schul- und Berufsausbildung!

Für eine gründliche kostenlose medizinische Vorsorge, Betreuung und Behandlung!
Gegen die Zerschlagung der sozialen Versicherungssysteme – Wiederherstellung der paritätischen Finanzierung!
Sofortige Stilllegung aller AKWs!
Abzug aller deutscher Truppen aus dem Ausland!

Für die Verteidigung und Ausbau der gewerkschaftlichen und politischen Rechte!
Für ein vollständiges und allseitiges gesetzliches Streikrecht!
Verbot aller faschistischen Organisationen und ihrer Propaganda!

Gegen Spaltung in Standort und Länder: Internationale Zusammenarbeit und Koordinierung der Gewerkschaften! Hoch die internationale Solidarität!
Offenheit für gesellschaftliche Alternativen, eine solidarische Gesellschaft, jenseits von Kapitalismus und Konkurrenz!

Statt Co-Management und Rücksichtnahme auf die Regierung, Banken und Konzerne -
Für starke und kämpferische Gewerkschaften!

14.11.2010
19:46
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von Dr. Thor | #3

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14.11.2010
18:55
Knalleffekte in der Westfalenhalle
von RT | #2

Du warst da,aber leider Jahre zu spät.Die Rente
mit 67 Jahren wurde von G.Schröder beschlossen,
und keine Gewerkschaft hat zur Demo aufgerufen!
Was muss noch Passieren,das ihr Proleten
einmal aufwacht????????????????

14.11.2010
17:54
Knalleffekte in der Westfalenhalle
von Ichwarda | #1

Ach, jetzt dann doch endlich mal mehr als 1500 Demonstranten bei trüben Wetter. Wer hat Euch über die wahren Zahlen am späten Sonntagnachmittag informiert? Auf jeden Fall vielen Dank an die realistischen Zahlen, die nun endlich vermeldet werden....4000 im prasselnden Dauerregen ist doch was...

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