Klinikum Dortmund hat Haushaltsloch von 6,4 Millionen Euro

Im kommenden Jahr um die gleiche Zeit will Hauptgeschäftsführer Rudolf Mintrop eine "schwarze Null" unter dem Jahresabschluss 2013 präsentieren.
Im kommenden Jahr um die gleiche Zeit will Hauptgeschäftsführer Rudolf Mintrop eine "schwarze Null" unter dem Jahresabschluss 2013 präsentieren.
Foto: Dieter Menne
Was wir bereits wissen
Das Klinikum Dortmund hat das Wirtschaftsjahr 2012 mit einem Millionen-Defizit abgeschlossen. Hauptgeschäftsführer Rudolf Mintrop ist strikt auf Konsolidierungskurs. Für das kommende Jahr hat er ehrgeizige Ziele: In den nächsten zwei Jahren sollen rund 150 Menschen weniger beschäftigt sein.

Dortmund.. Mit einem Defizit von 6,4 Millionen Euro schloss das Klinikum sein Wirtschaftsjahr 2012 ab. Hauptgeschäftsführer Rudolf Mintrop, seit 160 Tagen im Amt, hatte sein Jahresabschlussgespräch mit dem Wirtschaftsprüfer.

Am 5. Juli geht das Ergebnis in den Aufsichtsrat. "Es steht nichts Überraschendes darin", sagt der Chef des Klinikums. Nächstes Jahr um die gleiche Zeit will Mintrop eine "schwarze Null" unter dem Jahresabschluss 2013 präsentieren. In zwei Jahren sollen insgesamt 150 Menschen weniger beschäftigt sein am größten Krankenhaus Westfalens als beim Amtsantritt des neuen Chefs.

150 Stellen sollen abgebaut abbauen

Mintrop ist strikt auf Konsolidierungskurs, ihm sitzt aber die Zeit im Nacken. Vor dem Hintergrund einer Riesenschuldenlast, mangelhafter Kapitalausstattung und null Liquidität sei er froh, dass die Umschuldung mit der Bürgschaftserklärung des Rates gelinge, sagt Rudolf Mintrop.

21-Millionen-Bürgschaft Intern habe man 30 Jobs in drei Monaten abgebaut, vorwiegend über die Nichtverlängerung befristerer Verträge. Dem Dipl.-Volkswirt reicht dies bekanntlich nicht: "Jetzt kommen wir in die Kernbelegschaft und da geht es nur über die normale Fluktuation." Die geht dem 57-Jährigen nicht schnell genug. Innerhalb der nächsten zwei Jahre will er 120 Stellen abbauen in den Bereichen Verwaltung, Technik, Wirtschafts- und Versorgungsdienste. Pflege und Ärzte stünden nicht im Fokus.

Abläufe sollen optimiert werden

Richtig Freude macht ihm die klinische Entwicklung in allen Bereichen. Sie liegt aktuell knapp vier Prozent über den Patientenzahlen aus dem Vergleichszeitraum 2012 und sei positiver, als im Wirtschaftsplan für 2013 festgelegt, so der Klinikum-Chef.

An vielen Stellen sei man dabei, die Abläufe zu verbessern, vor allem in den zentralen Notfallaufnahmen. "Es kam vor, dass wir Patienten verlegen mussten. Das darf nicht sein", sagt Mintrop. Neben der Erweiterung von Intensivstationen folgt in zwei Monaten mit dem Umzug der Dialysestation auch ein größeres Platzangebot. Bis zu 14 Dialyse-Plätze mehr soll es ab August am Klinikum geben.

Seine Absicht, das Defizit in 2013 auf Null herunterzufahren, hält der Klinikum-Chef selber für ehrgeizig. "Ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, in dem ein Drittel bis die Hälfte aller Krankenhäuser im Null-Bereich agieren wegen mangelnder Refinanzierung."