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Schweinegrippe in...

Kliniken und Apotheken entspannt

08.06.2009 | 19:16 Uhr

Der 34-jährigen Dortmunderin, die an der Schweinegrippe erkrankt ist, ging es am Montag besser. Die häusliche Quarantäne wurde gelockert. Sie darf spazieren gehen, aber keinen Kontakt zu anderen Personen haben. Anders die Entwicklung bei der 17-jährigen Schülerin, die unter Infektionsverdacht stand.

„Gewehr bei Fuß”: Dr. Annette Düsterhaus.

„Sie leidet unter Fieber, Hals- und Gliederschmerzen sowie einem Infekt der oberen Atemwege”, sagt Dr. Annette Düsterhaus, Leiterin des Gesundheitsamtes. Das Ergebnis der PCR-Untersuchung, die das H1N1-Virus ausschließt oder nachweist, wurde gestern Abend bekannt gegeben: negativ.

Dortmund sei für den Ernstfall, mit dem sie nicht rechne, gerüstet, so Dr. Düsterhaus. Drei Krankenhäuser sind erste Anlaufstationen für den Fall, dass sich die Schweinegrippe weiter ausbreitet. Im Klinikum Nord, im Johannes-Hospital und in der Kinderklinik stehen insgesamt 42 Infektionsbetten bereit. Erst, wenn die belegt seien, müssten weitere Krankenhäuser gesonderte Isolierbereiche schaffen.

Unterdessen zeigt sich: Die Schweinegrippe ist mit rationalen Maßstäben nicht zu messen. Das spüren auch die Apotheken. „Bei einigen Kollegen ist der Absatz von Tamiflu rasend gestiegen”, berichtet Frank Dieckerhoff, Sprecher des Apothekerverbandes in Dortmund. „Bei mir seltsamerweise gar nicht. Ich selbst habe davon im ganzen Monat eine Packung verkauft.”

„100 Prozent gewappnet": Apotheker Kristian Reissig.

Nicht nur das Gesundheitsamt steht „Gewehr bei Fuß”, wie Leiterin Dr. Annette Düsterhaus sagt. Auch die Apotheken sind für den Ernstfall vorbereitet. Die Packmittel für die Flüssigkeit, die bei einer Pandemie an die Bevölkerung ausgegeben würde, stapeln sich in den Lagern. Hunderttausendfach werden Fläschen, Dosierpipetten, kindersichere Verschlüsse, Etiketten und Konservierungsmittel gehortet.

Denn was kaum jemand weiß: Das Mittel gegen den H1N1-Virus gibt es noch nicht. Es würde bei einem großflächigen Ausbruch der Schweinegrippe erst hergestellt. Und: Es wären keine Tabletten, sondern Tropfen. „Die gebrauchsfähige Lösung würden wir vor Ort produzieren”, erklärt Dieckerhoff. Immer am Bedarf orientiert. 160 Apotheken gibt es in Dortmund. Im Ernstfall würden sie zu Produktionsbetrieben. „Dies ist die einzig sinnvolle Maßnahme”, so der Verbandssprecher. Vorkonfektionierte Gegenmittel seien in dieser Menge kaum zu bevorraten.

Kristian Reissig, Sprecher der Apothekerkammer, sieht die Branche für alle Eventualitäten „gewappnet – zu 100 Prozent”. Wohlgemerkt: „Die klassischen Apotheken, nicht die Versandapotheken.” Die blieben im Falle eines Falles außen vor. „Und aus Holland kriegen sie das Mittel erst recht nicht”, so Reissig. Die Stimmung bei den Kunden sieht er auf dem Wege der Entspannung. „Die große Angst ist nicht mehr vorhanden.”

Klaus Brandt

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Kommentare
09.06.2009
03:05
Kliniken und Apotheken entspannt
von vaikl | #1

Denn was kaum jemand weiß: Das Mittel gegen den H1N1-Virus gibt es noch nicht.

Oh, doch noch nicht? Und ich hatte fest damit gerechnet, dass nach den ganzen Panikmeldungen zumindest *ein* deutsches Schmierenblättchen einen Rubbel-Button gegen Schweinegrippe auf der Titelseite anbietet.

„Und aus Holland kriegen sie das Mittel erst recht nicht”, so Reissig. Natürlich nicht, denn Holländer brauchen das Zeug immer zuerst für den eigenen Joint.

Auf der Skala zwischen eins und zehn für humoristische Artikel aus Lokalblättchen bekommt dieser Beitrag von Herrn Brandt von mir eine elfeinhalb.

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