Klicken bis in den letzten Winkel
10.08.2010 | 17:51 Uhr 2010-08-10T17:51:00+0200
Dortmund.Für manche ist es eine schöne Spielerei und ein probates Hilfsmittel bei der Suche nach dem richtigen Urlaubshotel, andere halten es glattweg für Teufelszeugs: Das Streetview-Programm der Internet-Suchmaschine Google stößt auf ganz unterschiedliche Meinungen. Besonders hierzulande gilt die öffentlich gemachte virtuelle Ansicht kompletter Straßenzüge im Internet als höchst umstritten.
Nun soll es bald ernst werden mit Google Streetview in Deutschland. Wie berichtet, will der kalifornische Internet-Gigant die Straßenzüge der 20 größten deutschen Städte ab November ins Netz stellen. Dortmund ist also von Anfang an dabei, wenn in schon wenigen Monaten jedermann auf der ganzen Welt mit nur wenigen Klicks im Internet die letzten Winkel unserer Stadt ausleuchten kann.
Das schmeckt nicht jedem, obwohl die Reaktionen bisher eher verhalten sind. Immerhin äußerte sogar Dortmunds Software-Pionier Winfried Materna kürzlich in einem WAZ-Interview massive Bedenken gegen das Google-Vorhaben. „Streetview finde ich nicht witzig. Ich möchte nicht, dass die Straße, in der ich wohne, im Internet zu besichtigen ist“, so Materna.
Im Rathaus ist man mit der Sache bislang nur am Rande befasst. In den politischen Gremien tauchte das Thema noch nicht auf. Erst nach der Sommerpause am 7. September wird sich der Ausschuss für Bürgerdienste, öffentliche Ordnung und Beschwerden damit befassen - möglicherweise zu spät, um auf die Streetview-Freischaltung ab November noch nachhaltig reagieren zu können.
Für den Ausschuss hatte die CDU der Stadtverwaltung einen Fragekatalog über die Google-Aktivitäten in Dortmund mit in die Sommerpause gegeben. Die Unionsfraktion will unter anderem wissen, ob der Datenschutz berührt ist und die Stadt etwa geprüft hat, Gebühren für die Ablichtung von Straßen und Gebäuden von Google zu erheben, wie es der Rat der Stadt Bonn beschlossen hat. Eine Stellungnahme der Verwaltung auf die CDU-Anfrage steht allerdings noch aus.
Stadtsprecher Hans-Joachim Skupsch bestätigte gestern auf Anfrage unserer Zeitung lediglich, dass das für die Straßen zuständige Tiefbauamt keinerlei Kontakt mit Google hatte. Beim städtischen Datenschutzbeauftragten seien bisher ganze vier telefonische Anfragen besorgter Bürger eingegangen.
Dass das Thema noch hochkochen könnte, ahnt indes SPD-Fraktionschef Ernst Prüsse. „Ich habe Bauchschmerzen dabei, dass jeder Bürger sich bei Google melden muss, wenn er sein Haus oder Auto unkenntlich gemacht haben will. Es müsste genau anders herum sein“, fordert Prüsse im Gespräch mit der WAZ. Bei Google gibt man sich derweil gelassen. „Die Zahl der Vorab-Einsprüche in Deutschland bewegen sich im fünfstelligen Bereich“, so ein Sprecher der Deutschland-Zentrale in Hamburg. Die Google-Mobile mit der charakteristischen 360-Grad-Kamera auf dem Dach seien erstmals im Herbst 2008 durch Dortmunds Straßen gerollt. Inzwischen sind die Aufnahmen abgeschlossen. Identifizierbare Gesichter und Kfz-Kennzeichen würden automatisch unkenntlich gemacht. Und ab kommender Woche soll es unter www.google.de/streetview eine neue Funktion geben, mit der Mieter und Eigtentümer beantragen können, dass Google ihr Haus vor der Online-Veröffentlichung unkenntlich macht.
13:53
mein mann und ich haben kein problem mit street -view. unser haus kann eh jeder in natur sehen, wer auch immer will. öffentliche strasse.
einsehbar ist es nicht. und das kann doch jeder machen (zaun etc.), oder???????
wir freuen uns darauf. und wegen der potentiellen einbrecher (man hört das oft) .... unser hund ist NICHT freundlich....zu einbrechern :-) ! nun ja, ein yorkie nutzt da nix.........
10:45
Um weltoffen zu sein, reist man in der realen Welt. Street-View ist etwas für Angsthasen und potentielle Voyeure in der Click-click-Welt.
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18:59
Oh mein Gott. Warum seid ihr Deutschen solche Kleinkraemer.Wo ist das Problem wenn man jede beliebige Strasse ueber Google einsehen kann. Das kann ich doch auch wenn ich in der Strasse stehe. In Echtzeit sind die Google Bilder auch nicht, also kann auch keiner bei irgendwas inflagrantie erwischt werden. Werdet doch endlich mal etwas weltoffener.