Kleingärtner schließen vor Gericht Frieden
11.08.2009 | 17:22 Uhr 2009-08-11T17:22:00+0200Mal war die Schubkarre verschwunden, mal versperrte ein Fahrrad den Eingang. Als Übeltäter verdächtigte ein Laupenpieper aus Scharnhorst seinen Nachbarn - schließlich war man sich schon länger nicht grün. Und so gab es jetzt bei schönstem Gartenwetter ein Stelldichein im Amtsgericht.
Es war am Abend des 20.Oktober letzten Jahres, als dem Kleingärtner endgültig der Kragen platzte. Bedrohung und gefährliche Körperverletzung warf die Vertreterin der Staatsanwaltschaft dem hitzigen Mann vor. Auch vor Gericht geriet der 50-Jährige jetzt mächtig Fahrt, musste ihn sein Verteidiger Rechtsanwalt Peter Schwarzhoff so manches Mal bremsen.
„Ich fuhr mit meinem Rad an der Bushaltestelle vorbei, erkannte sofort den Jüngeren. Und hab gleich gefragt: Wo ist meine Leiter?”, ereiferte sich der Mann auf der Anklagebank. In Sekundenschnelle eskalierte damals die Situation auf der Flughafenstraße: Ein Wort gab das andere, der Angeklagte drückte einen seiner Kontrahenten unsanft gegen die Scheibe der Bushaltestelle.
Das silberne Handy für eine Knarre gehalten
Dessen Reaktion: Er zog ein silberfarbenes Handy aus der Tasche, das sich für den aufgeregten Gartenfreund als Pistole darstellte: Der wiederum „bewaffnete” sich daraufhin mit einem dicken Stein, ließ zudem eine Hundekette durch die Luft sausen. Passiert ist zum Glück kaum etwas. „Für mich ist die ganze Sache erledigt. Ich gehe ihm aus dem Weg, und gut ist”, meinte einer der Zeugen. Friedliche Töne herrschten auch auf der Anklagebank. Da der leicht erregbare Laubenpieper bisher noch nie mit dem Gesetz in Konflikt kam, stellte Amtsrichterin Friederike Möller das Verfahren gegen Zahlung von 500 Euro Geldbuße ein.
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