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Pflanzenschau

Kleines Paradies lockt in den Rombergpark

28.12.2012 | 16:50 Uhr
Kleines Paradies lockt in den Rombergpark
Pflanzen der Religionen zeigt die Ausstellung in den Pflanzenschauhäusern im Rombergpark.Foto: Klaus Pollkläsener

Brünninghausen.   Den „Pflanzen der Religionen“ ist die aktuelle Ausstellung in den Pflanzenschauhäusern des Rombergparks gewidmet.

War es wirklich ein Apfel, mit dem die Schlange im Paradies Eva lockte? Das Alte Testament legt sich nicht genau fest. Wer die aktuelle Ausstellung in den Pflanzenschauhäusern des Botanischen Garten Rombergpark gesehen hat, der weiß, dass die teuflische Schlange noch eine reiche Auswahl an anderen prächtigen Früchten gehabt hätte.

INFO
Termine bis in den Januar

Die Ausstellung ist noch bis zum 13. Januar täglich geöffnet.

Öffnungszeiten: montags bis freitags 12 bis 16 Uhr, samstags, sonntags und feiertags 10 bis 16 Uhr.

Ort: Mergelteichstraße 40. Eintrittspreis: Pro Person zwei Euro, Familienkarte vier Euro.

Die diesjährige „Weihnachtsausstellung“ widmet sich den „Pflanzen der Religionen“ und hat in einer reich bestückten Ecke zusätzliche Infos und Exponate zum „Duft der Götter“, dem Weihrauch, zu bieten. Liebevoll sind die Schalen mit Früchten gestaltet. Gleich zu Beginn der Ausstellung trumpft der Granatapfel mit seiner Schönheit auf. Das wäre nun wirklich eine verlockende Paradiesfrucht gewesen! Der Prophet Mohammed, so lernen wir, soll sie gepriesen haben: „Jeder Granatapfel enthält einen Kern, der direkt aus dem Paradies stammt.“

Wiegen mit Früchten

Apfel, Nuss und Mandelkern – die früheren Hauptdarsteller des Weihnachtsfestes – hier dürfen sie noch mal im Mittelpunkt einer kleinen Ausstellung stehen. Längst beeindruckt von der Vielfalt der Nutzpflanzen erfahren wir, dass es über 500 verschiedene Olivensorten gibt. Dass der Samen des Johannisbrotbaums als Wiegegewicht schon früh in der Menschheitsgeschichte von Bedeutung und prägend für das Gewichtsmaß Karat war. Oder dass der Kürbis im vorderen Orient nicht unbedingt einen guten Leumund hatte. Nach einem Zitat eines Schriftgelehrten war er die minderwertige Frucht schlechthin, Sinnbild für den schlechten, ungläubigen Menschen: ohne Duft und bitter im Geschmack.

Kontakt zu den Ahnen

Was Düfte vermögen, das lehrt uns die kleine Sonderausstellung zum Weihrauch und seiner Geschichte. Schon vor 4000 Jahren haben Menschen demnach versucht, mit Räucherritualen Brücken zwischen dem Himmel und der Erde, Verbindungen zwischen den Menschen und den Göttern zu schlagen. Räucherstoffe wurden demnach unter anderem eingesetzt, um Kontakt zu den Ahnen aufzunehmen – oder auch um die Stimmung aufzuhellen. Der Weihrauch jedenfalls ist nicht nur die Pflanze der Liturgien, sondern immer auch schon ein Duftstoff gewesen, der die Liebesbereitschaft erhöhen soll. Mit anderen Worten: noch so ein paradiesisches Produkt.

Jürgen Potthoff



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