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Klagen über zu wenige öffentliche Toiletten in der City

01.02.2016 | 13:26 Uhr
Klagen über zu wenige öffentliche Toiletten in der City
Die Toilette an der Stadtbahn-Haltestelle am Stadtgarten ist seit langem gesperrt.Foto: Stephan Schütze

Dortmund.  Öffentliche Toiletten zu finden ist in der Dortmunder Innenstadt oft schwer. Für öffentliche Toiletten zu sorgen, ist aber keine Pflicht der Kommune.

Die Suche nach einer Toilette ist gerade für viele ältere Menschen, die in der Innenstadt unterwegs sind, ein Problem. Das sagt Nesrin Hatun vom Seniorenbüro Innenstadt-Nord. Deshalb würden verstärkt private Toiletten benutzt, insbesondere in Kaufhäusern. Das Problem: Dabei können auch Gebühren anfallen. Ist die Stadt eigentlich dazu verpflichtet, für genügend öffentliche Toiletten zu sorgen?

Nein, ist sie nicht. "Für öffentliche Toiletten zu sorgen, ist keine Pflichtaufgabe der Kommune", erklärt Stadtsprecherin Katrin Pinetzki. Es sei auch nicht geplant, mehr öffentliche Toiletten in der Innenstadt einzurichten. Aktuell gibt es 14 Automatik-Toiletten der Firma Wall, die sich nach Benutzung selbst reinigen. Davon befinden sich aber die meisten an zentralen Plätzen in den Stadtteilen.

Nur vier WCs sind in der Innenstadt: Am Westpark, am Ostwall/Ostenhellweg, an der Kaiserstraße und der Betenstraße. Zur Benutzung muss eine Gebühr von 50 Cent bezahlt werden. Nur Menschen mit Behinderungen können die Toiletten mit Hilfe eines speziellen Schlüssels kostenlos benutzen. Die Wall-Toiletten und Pissoirs rund um den Signal Iduna Park werden nur für Heimspiele des BVB geöffnet.

"Nette Toilette" in Hörde

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Der Vertrag der Stadt mit der Firma Wall läuft noch bis Mitte 2020. "Dann kann der Rat entscheiden, ob die Aufstellung und Unterhaltung öffentlicher Toiletten neu ausgeschrieben wird", sagt Katrin Pinetzki. Weitere öffentliche, kostenlose Toiletten sind im Stadthaus, in der Stadtbibliothek und in der Bürgerhalle im Rathaus zu finden. In Hörde wurde eine flächendeckende und erfolgreiche Lösung gegen den Mangel an Toiletten gefunden: Dank des Projekts "Nette Toilette" können Passanten in neun Cafs, Gaststätten, Geschäften und öffentlichen Institutionen im Stadtzentrum das stille Örtchen kostenlos besuchen.

Das Stadtbezirksmarketing Hörde zahlt Aufwandsentschädigungen - aus städtischen Mitteln - an Gastronomen, die ihre Toiletten für das Projekt zur Verfügung stellen. Umgesetzt wurde es im Jahr 2014 durch Mittel von EU, Bund, Land und Stadt. Trotz positiver Resonanz der Bürger ist eine Erweiterung dieses Projekts allerdings derzeit nicht geplant. Private, aber kostenlose Toiletten befinden sich in der Innenstadt vor allem in Kaufhäusern am Westenhellweg: Bei Karstadt, Mayersche oder Galeria Kaufhof können Besucher kostenlos zur Toilette gehen. In den Geschäften wird keine Gebühr genommen, aber es ist gerne gesehen, wenn Spenden für die Putzkräfte hinterlassen werden.

Cityring: Zu wenig WCs

Auch in Gastronomien ist eine kostenlose Benutzung der Toilette möglich. Um die Sauberkeit der WCs zu gewährleisten, wird dort oft um eine Spende gebeten. "Leider gibt es viel zu wenige öffentliche Toiletten in Dortmund", sagt Axel Schröder, stellvertretender Vorsitzender des Cityrings.

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Gegen Entschädigung der Stadt stellen Händler und Gastronomen ihr WC zur Verfügung. Einer von insgesamt elf Standorten ist das Café Kurz in Ruhrort.

Wenigstens seien die Wenigen dank einer neuen Innenstadtbeschilderung, die 2011 angebracht wurde, leichter zu finden, so Schröder. Das Ende Mai 2015 eröffnete Caf "Coffee Fellows", Schwarze-Brüder-Straße 1, verlangt zwei Euro für die Benutzung - mit Ausnahme von Gästen. Darüber hatte sich ein Nutzer bei Facebook beschwert - und er ist nicht der einzige, der solche Gebühren für zu hoch erachtet. Diese Gebühr sei jedoch nur logisch, sagte eine Angestellte des "Coffee Fellows". "Es ist eine Unverschämtheit, wie manche Gäste das WC hinterlassen", so die Angestellte.

50 Cent pro Klo-Gang

In der Thier-Galerie muss ebenfalls für den WC-Gang bezahlt werden. Nur wenn man 50 Cent in den Automaten wirft, können die Besucher das Drehkreuz passieren. An den U-Bahnhaltestellen Reinoldikirche und Kampstraße befinden sich Toiletten, die gegen eine Gebühr von 50 Cent benutzt werden können.

Die Toilette am Stadtgarten wurde von der DSW21 vor rund zwei Jahren geschlossen. Grund sind verschiedene Vorfälle von Drogenmissbrauch. "Wir können es den Fahrgästen einfach nicht zumuten", erklärte ein Sprecher der DSW21. Einzige Maßnahme, um Drogenkonsum auf U-Bahntoiletten entgegenzuwirken, sei eine vorübergehende oder vollständige Schließung.

Niklas Senger

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2016-02-01 13:26
Dortmund