Religion
Kirchentag als ein erster Schritt
29.08.2010 | 18:00 Uhr 2010-08-29T18:00:00+0200
Dortmund.„Wir bekennen als Christen, dass diese Erde nicht nur uns Menschen allein gehört, sondern dass wir sie mit den Tieren als unseren Mitgeschöpfen teilen. Sie haben eine eigene, von Gott verliehene Würde und als fühlende Wesen ein Recht auf Leben wie wir“, das war am Sonntag die Botschaft des Abschlussgottesdienstes für den ersten Deutschen Kirchentag „Mensch und Tier“.
Was sich wie eine Selbstverständlichkeit liest, steht in der christlichen Glaubenslehre auf dünnem Eis. Also beschäftigte sich ein großer Teil der Bibelarbeit und Diskussionsrunden, die seit Freitag in verschiedenen Kirchen der Nordstadt, im Depot und im Fredenbaum besucht werden konnten, mit der Erarbeitung einer theologischen Grundlage für dieses Bekenntnis. Daneben legte der Veranstalter „Akut – Aktion Kirche und Tiere“ den Schwerpunkt auf die Themen „Verbot von Tierversuchen und Massentierhaltung“. Extrempositionen, die eine breite Masse nicht ansprachen, denn nur rund 1000 Teilnehmer kamen.
Auf dem „Markt der Möglichkeiten“ fiel ein Stand ins Auge: „Wenn Ihnen Fleischkonsum zu heikel ist, bekommen sie hier vegetarische Rezepte.“ Keine Anklage, keine Forderung, ein Lösungsweg. Die beiden ersten gab es zu Hauf, letzterer war allein. Und auch sonst konnte man auch mal vom Glauben abfallen, was man so zu hören bekam. Beispielsweise beklagten die jungen Schauspieler des Vereins „Schüler für Tiere“ im Theaterstück „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, das eindrucksvoll gegen Massentierhaltung warb: „Wie oft werden wir verspottet?“ Sie hatten Prinzessin Maja von Hohenzollern im Fredenbaum wohl nicht gehört, die sich zum Thema „Tiere zwischen Würde und Ware“ beschwerte, dass Air Berlin die Freifracht für Tierschützer gestrichen habe, die spanische Straßenhunde nach Deutschland einflögen. Angesichts gut gefüllter deutscher Tierheime: Sollte Umweltschutz vor Tierschutz gehen und Tierschützer auf dem Boden? Nein, die Prinzessin erntete Zustimmung in der Diskussion und Applaus aus dem Publikum. „Die Aktion Kirche und Tiere sieht die Kirche in der Rolle des Vermittlers zwischen gemäßigten und extremen Positionen“, hatte Friedrich Laker, Pfarrer der Pauluskirche, erklärt.
Keine Tradition
Ihre Vertreter konnten aber nicht eingreifen, beschäftigten sie sich doch in eigenen Runden mit der Frage, welche Schriften „Füllet die Erde und machet sie Euch Untertan“ aushebeln oder wenigstens soweit relativieren, dass man Tieren – wenn schon keine Seele – dann doch zu achtende Würde zusprechen kann. Treffend brachte es die Muslimin Dr. Rabea Müller auf den Punkt: Die theologische Grundlage sei im Koran wohl vorhanden, auch fehle ihm ein solcher Herrschaftsanspruch, aber es entspräche nicht gelebter Religionstradition, und ein Umdenken erfordere Zeit. Trotzdem gelangte die ökumenische Runde zu einer Erklärung, die einmütig Mitgefühl mit Tieren und ihren Schutz vor menschlicher Ausbeutung und Misshandlung fordert.
„Das Thema hat keine Tradition in der Kirche. Dieser Kirchentag war nur ein erster Schritt, wir haben viele Erfahrungen gesammelt, wie wir es beim nächsten Mal besser machen“, verspricht Laker.
07:06
„Tiere zwischen Würde und Ware“ -
Größer - schneller - billiger:
Unter diesem Motto der Agrarindustrie leiden heute rund 150 Mill. Nutztiere in deutschen Ställen. Ob Schwein, Rind, oder Legehenne, ob Pute, Kaninchen oder Ente - sie werden verstümmelt, in enge Ställe oder Käfige gepfercht und mit Medikamenten vollgepumpt. Auf der Strecke bleiben nicht nur das Wohl der Tiere und ihre artgemäße Haltung, sondern auch Qualität, Geschmack und die gesundheitliche Unbedenklichkeit der Produkte.
04:13
@ #6 Elisabeth Petras
und dass er somit barmherzig mit ihnen umgehen soll, wie ja auch in der Spruchweisheit der Bibel bekräftigt wird.
Agnus Dei als historischer Bestandteil christlicher Liturgie ist Ihnen aber schon bekannt, oder? Das Opferlamm (nicht das gebackene zu Ostern, sondern das richtig geschlachtete) ist immer noch ein zentrales Element vieler nicht-westlich geprägter, christianisierter Kulturen in Drittländern.
Auch das Schächten z.B. hat nichts mit Barmherzigkeit zu tun. Es ist nur eine von vielen Methoden, die religiös geprägte Menschen ersonnen haben, um nicht mit unreinem, also nicht den Vorstellungen von einem reinen Opfer Jesu entsprechenden Fleisch in Kontakt zu geraten. Das diente noch nie dem Tier-, sondern nur dem übersteigerten Selbstschutz vor Gotteslästerung.
15:12
und noch was: wer sagt uns denn dass Tiere nicht den Gottesdienst geniessen? Es sind doch Geschöpfe Gottes! Und die hat er hunderte millionen Jahre vor uns Menschen erschaffen.
15:10
An alle fleisch-fressenden Männer und Frauen : Hört endlich auf, eure Mitgeschöpfe aufzufressen. Das ist ja eine Sucht, diese Fleischesserei. Ihr wist wohl immer noch nicht was ihr das überhaupt esst: Medikamente, unnatürlich gemästete und gequälte Tiere, voller Hormone und schlechtem Futter.
15:07
Dieser Beitrag ist wohl ein Verriss sondergleichen. Welche uninformierte und grobfühlige Pfeife hat den denn geschrieben????? z.b. Zitat:
Auf dem „Markt der Möglichkeiten“ fiel ein Stand ins Auge: „Wenn Ihnen Fleischkonsum zu heikel ist, bekommen sie hier vegetarische Rezepte.“ Keine Anklage, keine Forderung, ein Lösungsweg. Die beiden ersten gab es zu Hauf, letzterer war allein. Und auch sonst konnte man auch mal vom Glauben abfallen, was man so zu hören bekam. Zitatende. Ich glaube ich lese nicht recht. Wie??????
14:18
Unter Theologen besteht ein weitgehender Konsens, dass der Mensch in korrekter Auslegung des herrschens nach dem Bilde Gottes einen Verantwortungsauftrag in Bezug auf die Tiere hat und dass er somit barmherzig mit ihnen umgehen soll, wie ja auch in der Spruchweisheit der Bibel bekräftigt wird.
Dennoch tut die Kirche bislang wenig bis nichts gegen die entsetzlichen und immer auszufernden Quälereien in Massentierhaltung und Tierversuch, wobei die Zahlen der letzteren enorm gestiegen sind.
Es wir Zeit, dass nicht nur ein Häufchen Unermüdlicher, von denen ich so gut wie jeden persönlich kenne, sondern auch die weiteren Organe der Kirche, BischöfInnen, Pröpste und Pastoren, entschieden für einen Umgang mti Tieren aussprechen, der einem Herrschen nach dem Bilde Gottes - also in Liebe, Güte und Barmherzigkeit, der Bergpredigt zufolge auch in Demut und im selbstlosen Eintreten für die Unterdrückten, die zu Unrecht unter Schmerzen und Leiden eingepfercht und gequält werden 8sofern man so etwas überhaupt irgendwie rechtfertigen kann) dem menschen gleich zu Anfang der Bibel als Bestimmung auferlegt.
Ich kenne keine Religion, die nicht einen barmherzigen Umgang mit Tieren fordert, in Bezug auf die monotheistischen Religionen habe ich mich intensiv mit dieser Thematik beschäftigt, Rabbiner, Imame und Theologen bestätigten mir meine Einschätzung.
Wann, wann endlich zieht die Kirche, wann die Gesellschaft Konsequenzen?
13:11
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12:28
Die Menschen wollen das so lange nicht hören bis sie selbst auf dem Speiseplan ihrer Artgenossen landen. Dann wissen sie wie Tiere sich fühlen müssen. Ein Umdenken ist längst überfällig. Die meisten Tiere sterben nicht um gegessen zu werden sondern schön verpackt in den Supermärkten die Regale voll aussehen zu lassen um dann später mit abgelaufenen Haltbarkeitsdatum im Müll zu landen. Und das nennt man zu Recht Unnötige Tötung eines Wirbeltieres. Vielleicht sollten Menschen daran denken. Tiere opfern sicher nicht ihr Leben um auf dem Müll zu landen. Sie dienen schon lange nicht mehr nur als Lebensmittel sondern sind zur reinen leblosen Ware verkommen die man nach belieben wegwerfen kann. Und genau das kann und darf nicht sein. Sind wir so respektlos können wir uns auch gegenseitig fressen.
23:00
Warum sollen Personen, die Tiere aus anderen Ländern - hier Spanien - importieren, eine Freifracht erhalten? Das ist mir nicht klar. Ferner ist die Export von Lebewesen aus anderen Ländern nach Deutschland bestimmt keine Lösung.
Es ist spannend zu sehen, wie aus der aus meiner Sicht menschzentrierten Bibel jetzt ein Verhältnis zu den Tieren interpretiert wird.
Aber steht das Ergebnis nicht schon fest?
Dass beispielsweise jede Botox-Charge mit Tierversuchen geprüft wird und dabei ca. 34000 Mäuse wegen der Schönheit qualvoll ersticken müssen, kann ich mit meinem christlich gepräften Weltbild nicht vereinbaren.
22:27
Schade, ich wäre gerne hingegangen - habe es leider nicht mitbekommen.
Aber skurril - nein, das ist es nicht. Wir sind alle Gottes Geschöpfe. Auch die Tiere.
Und Renter/innen mit Hund als Partner - was ist daran schlimm? Hunde bewahren viele Menschen vor der Vereinsamung.
Ich denke, dass es viele Menschen gibt, die eben die Augen zudrücken und sich eben nicht um die Nächsten kümmern. Sie ergehen sich vielmehr darin, sich über andere lustig zu machen und Aktionen skurril zu finden.