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Rechtsterrorismus

Kioskmord 2006 nahe am Nazi-Treff „Deutscher Hof“ in der Nordstadt

17.11.2011 | 06:00 Uhr
Kioskmord 2006 nahe am Nazi-Treff „Deutscher Hof“ in der Nordstadt
Der Mord an Kioskbesitzer Mehmet Kubasik fand 2006 in der Mallickrodtstraße nur wenige Meter vom Nazi-Treff „Deutscher Hof“ in Dortmunds Nordstadt statt.

Dortmund.   Viele offene Fragen bleiben rund um die sogenannten „Döner-Morde“. Auch der Tod von Mehmet Kubasik steht wieder im Fokus, zumal dieser 2006 in einer der Nazi-Hochburgen Dortmund stattfand. Und: Der Kiosk des Opfers lag nur wenige Meter entfernt vom Nazi-Treff „Deutscher Hof“ in der Nordstadt.

Immer neue Fragen um die Döner-Morde tauchen auf. So die Frage, warum gerade die neun Opfer getötet wurden? Eine Antwort: Die Tatorte lagen nahe neonazistischer Schauplätze. So auch beim Mord an dem Dortmunder Kioskbetreiber Mehmet Kubasik im April 2006. Sein Kiosk lag nur etwa 200 Meter vom „Deutschen Hof“ entfernt, damals ein Treffpunkt für die Dortmunder braune Szene.

Mindestens bis 2005 hatten die Neonazis um Siegfried Borchardt - also die „alte Truppe“ - ihren Treffpunkt im „Deutschen Hof“ ebenfalls an der Mallinckrodtstraße (Nummer 277, Ecke Arnoldstraße, also etwa 200 Meter westlich der Kreuzung Schützenstraße). In unmittelbarer Umgebung des „Deutschen Hofs“ sollen auch die führenden Angehörigen der „Kameradschaft Dortmund“ gewohnt haben, also Siegfried Borchardt, Erich D. und Karin L.

Gleiches gilt auch für den Mord am Punker „Schmuddel“. Drei Tage vor dem „Schmuddel“-Mord (28. März 2005) hatte die Nazi-Hooligan-Gruppe „Borussenfront“ noch ihren Jahrestag im „Deutschen Hof“ gefeiert. Der Täter Sven K., der für die Tat verurteilt wurde, ist nun wieder in der Szene unterwegs, so auch auf den letzten Veranstaltungen der Autonomen Nationalisten in Dortmund.

„Autonome Nationalisten“ auch 2006 aktiv

Aber auch die „junge Generation“ der Dortmunder Neonazis, die „Autonomen Nationalisten“, waren zum Zeitpunkt des Mordes schon äußerst aktiv. Am 24. März 2006 wurden Dennis G. und Dietrich S. wegen Landfriedensbruchs, Nötigung und Sachbeschädigung zu drei Wochen Dauerarrest bzw. Geldstrafe von 2700 Euro verurteilt, weil sie wenige Tage nach dem „Schmuddel“-Mord die linke Demonstration angegriffen hatten.

Nazis in Dortmund

Im zeitlichen Umfeld des Kiosk-Mordes hatte wenige Tage zuvor (1. April 2006) eine linke Demonstration zum ersten Jahrestag des „Schmuddel“-Mordes stattgefunden. Dabei hatten die Nazis versucht, die Demo zu stören; laut Polizei waren 16 Nazis an der Rheinischen Straße/Siemensstraße in Gewahrsam genommen worden. Sie hatten versucht, „gewaltsam in den Bereich der Demonstrationsteilnehmer vorzudringen“.

Andreas Winkelsträter

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Kommentare
18.11.2011
12:10
jaja ...
von Elfentraum | #1

... der SS-Siggi und die Borussenfront. Aber organisierte rechte Gewalt ist ja ein absolutes Novum in Dortmund, waren ja bisher alles nur "Dumme-Jungen-Streiche".
Was ist eigentlich mit den Überfällen durch Nazi-Skins, die in den 90ern auf das sog. "Punk-Haus" in Do-Asseln stattgefunden haben? Werden die auch nochmal neu "bewertet"?

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