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"Kindermord nicht mit Jugendamt in Verbindung bringen"

08.08.2012 | 14:51 Uhr
Nach dem Brand in der Fichtestraße in Dortmund: Betroffene Anwohner stellen Kerzen auf, um ihre Betroffenheit auszudrücken.Foto: Knut Vahlensieck

Dortmund.   Nach dem Tod von drei Kindern in der Fichtestraße weist das Jugendamt jegliche Schuld von sich. In einer offiziellen Mitteilung verwahrt sich die Stadt dagegen, den dreifachen Kindermord mit der Arbeit des Jugendamtes in Verbindung zu bringen.

Nach dem Tod von drei Kindern in der Fichtestraße weist das Jugendamt jegliche Schuld von sich. In einer offiziellen Mitteilung verwahrt sich die Stadt dagegen, den dreifachen Kindermord mit der Arbeit des Jugendamtes in Verbindung zu bringen.

In der Mitteilung, die den chronologischen Ablauf in der Kommunikation mit dem Vater der drei getöteten Kinder darstellt, heißt es unter anderem: Die Wohnung der Familie in der Fichtestraße befand sich in einem kindgerechten Zustand – es gab kein Anzeichen auf eine Kindeswohlgefährdung. Der Vater zeigte sich kooperativ gegenüber dem Jugendamt , der Umgang zwischen Vater und Kindern war liebevoll.

Am Mittwoch hat der Vater mit den drei Leichnamen Deutschland verlassen, um die Kinder in seiner Heimat Türkei zu bestatten.

Trauer in der Nordstadt

 

Die Mitteilung der Stadt Dortmund im Wortlaut:

„Drei Kinder im Alter von 4,10 und 12 Jahren wurden am 3. August 2012 in der Fichtestraße in Dortmund Opfer eines furchtbaren Verbrechens. Hinterbliebener ist der 41-jährige Vater. Ihm und seiner Familie gilt das Mitgefühl aller Verantwortlichen und beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Stadt Dortmund. Sie werden ihm auch in Zukunft hilfreich zur Seite stehen, soweit das gewünscht ist. Der Vater wird heute mit den Leichnamen seiner drei Kinder Deutschland verlassen, um sie in der Türkei beizusetzen. Kurz zuvor gab es zu ihm in Anwesenheit seiner Anwältin noch einen Kontakt, bei dem ihm brieflich die tiefe Trauer, die aufrichtige Anteilnahme und die Hilfsbereitschaft der Stadtspitze versichert wurden.

Zum Ablauf:

Das Dortmunder Jugendamt wurde am 26. September 2011 telefonisch und anschließend per Fax vom Jugendamt des vormaligen Wohnortes [Anm. d. Red.: Werdohl] darüber informiert, dass die Familie T. nach Dortmund zugezogen sei. Am vormaligen Wohnort war die Familie nach dem tragischen Tod der Mutter im Jahr 2009 bis zum 31.08.2011 bei der Bewältigung dieses Traumas und in alltäglichen Dingen wie der Erledigung von Behördenangelegenheiten etc. unterstützt worden. Aus dem Fax und auch aus dem Telefonat ging keine Kindeswohlgefährdung hervor. Aus diesem Grund bestand kein Handlungsbedarf.

Am 9. Februar 2012 wurde dem Jugendhilfedienst mitgeteilt, dass der Kindesvater einige Zeit abwesend sein werde. Eine Mitarbeiterin und ein Mitarbeiter des Jugendamtes suchten darauf hin sofort die Wohnung der Familie auf. Auf Wunsch des Vaters und der Kinder wurden die Kinder bei einer Bekannten in einer benachbarten Stadt untergebracht. Parallel dazu wurde das Jugendamt dieser Stadt gebeten fest zu stellen, ob die Bekannte geeignet sei, die Kinder auf zu nehmen. Dies wurde am 14.02.2012 bestätigt.“



Kommentare
08.08.2012
19:27
Kindermord nicht mit Jugendamt in Verbindung bringen
von KritischerDo | #2

Ich glaube hier dem Jugendamt. Die haben aus ihren Fehlern in DO-Mengede gelernt, wo sich kleine Kinder tagelang neben ihrem (totem) Vater aufhielten. Die Familienverhältnisse wurden überprüft.
Keiner konnte ahnen, was da passieren würde. Die bulgarische Freundin des türkischen Vaters der Kinder, sitzt in U-Haft; wohl nicht ohne Grund

Ralf Grönke
Stadtbezirk Mengede

08.08.2012
17:01
Jugendamt lehnt Verantwortung für dreifachen Kindermord ab
von xxyz | #1

Offenheit und Transparenz von Behörden ist meistens positiv. Natürlich haben sie so auch die Möglichkeit im Vorfeld Spekulationen und andere Sichtweisen zu korrigieren.

Bei Offenheit der Behörden, kann die Presse die Informationen filtern.

Hier ist mir die Detaillierungsgrad zu tief.

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