Keine Masken für die Schüler
11.08.2009 | 19:21 Uhr 2009-08-11T19:21:00+0200Die Experten haben entschieden: Aus der (Schüler-)Traum von längeren Ferien. Stattdessen dürfte der gute, alte Knigge bald wieder Hochkonjunktur haben: Händewaschen, Händewaschen, Händewaschen.
Seife aus dem Spender, Einmalhandtücher und bloß kein Begrüßungsküsschen auf dem Pausenhof. So soll auch an Dortmunds Schulen der Schweinegrippen-Virus auf Distanz gehalten werden.
Während die einen Schüler sich ärgern, dass die Schule, wie geplant, wieder startet, werden zumindest die Gymnasiasten durchatmen können. Statt eines zwischenzeitlich befürchteten „Turbo-Turbo-Abis” oder Samstagsunterrichts soll alles nach Plan laufen. Heute Morgen sind die Schulleiter aller 174 Dortmunder Schulen ins Max-Planck-Gymnasium eingeladen, um sich direkt von der Leiterin des Gesundheitsamtes, Dr. Annette Düsterhaus, informieren zu lassen. Doch schon gestern stand im Schulverwaltungsamt fest: Der Schulträger ist im Rahmen seiner Möglichkeiten vorbereitet. Wie die Schulen mit Hygiene-Artikeln ausgestattet sind und wo nachgebessert werden müsste, die Fakten und Zahlen seien gestern noch schnell und „fieberhaft zusammengestellt” worden, sagt die stellvertretende Leiterin des Schulverwaltungsamtes, Martina Raddatz-Nowak, augenzwinkernd. Derzeit würden die Schulen mindestens zwei Mal im Jahr mit Flüssigseife & Co. beliefert.
»Wenn Eltern kranke Kinder zuhause ließen, wäre den Schulen geholfen«
Ja, es habe bereits viele Anfragen von Schulen gegeben, wie sie beim Auftreten eines Verdachtsfalles reagieren sollten. Nein, an Gesichtsmasken oder Desinfektionsmittel-Spender für die Schulen sei derzeit nicht gedacht.
Bei den Kindertageseinrichtungen sehe das anders aus, weiß Anke Bohlander, Sprecherin des Elternrates der städtischen Kitas. Hier sei die prophylaktische Versorgung der Einrichtungen bereits eingeleitet, sagt sie. Doch von Panikmache hält sie nichts. „die Schweinegrippe wird doch nur hochgepuscht.” Sie zieht den Vergleich zu Masern in der Kita. Die Eltern wüssten schon, was zu tun sei.
„Schön, dass die Ferien nicht verlängert werden”, freut sich Monika Landgraf, Vorsitzende der Stadteltern der Schulen. Die Hygiene-Em-pfehlungen des Gesundheitsministers Laumann seien gut - bloß schwer umzusetzen.
Der gute Wille kranke an der Realität. Wer häufig in Schulen sei, der wisse: Seifenspender sind schnell leer. Handtücher schneller weg als nachgefüllt. Gern auch steckten sie mal im verstopften Klo.
Überhaupt reiche es nicht, die ohnehin oftmals chaotisch aussehenden Toiletten besser auszustatten. Wenn, dann müssten die einzelnen Klassen mit den Produkten ausgerüstet werden, sagt Landgraf.
Außerdem appelliert sie an die Eltern: „Wenn Kinder krank sind gehören sie nicht in die Schule, sondern ins Bett”, sagt die gelernte Krankenschwester.
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