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Aufmärsche in Dortmund

Keine Gewalteskalation trotz Verletzter und Festnahmen

06.09.2009 | 20:38 Uhr

Dortmund. Etwa 700 Neonazis hatten sich in Dortmund versammelt, dazu Tausende Gegendemonstranten. Zehn Polizeibeamte wurden leicht verletzt, 243 Demonstranten wurden vorläufig festgenommen, ehe am Abend das Friedensfest beginnen konnte. Ein Video zeigt die Chronik des Ausnahmezustandes.

Video
Nazi-Demo und Gegendemo in Dortmund. Video: Katrin Figge

Bei Zusammenstößen während der Kundgebung von Rechtsextremisten in Dortmund sind nach Polizeiangaben zwölf Personen verletzt worden. Unter ihnen sind zehn Polizisten, die von Feuerwerkskörpern oder Steinen getroffen wurden. Die Beamten nahmen 58 Demonstranten fest, 243 weitere Personen wurden in Gewahrsam genommen, die meisten von ihnen in den Reihen einer Gegendemonstration.

Zu der Kundgebung der Rechtsextremisten kamen am Samstag nach Angaben der Polizei rund 700 Teilnehmer. Dem Aufruf zu zwei Gegendemonstrationen folgten rund 5.000 Menschen, unter ihnen 2.100 Teilnehmer einer linksautonomen Protestaktion unter dem Motto «No Nazis - Dem Naziaufmarsch entgegentreten».

Insgesamt blieb es bei vereinzelten Zusammenstößen und Auseinandersetzungen ohne Schwerverletzte. So konnten die Dortmunder recht entspannt ihr Friedensfest auf dem prall gefüllten Friedensplatz feiern, wo u.a. Sir Bob Geldof auftrat.

Letzter Brennpunkt Hauptbahnhof

Letzter Brennpunkt des Tages war am Nachmittag der Hauptbahnhof, wo es zum einzigen Aufeinandertreffen rechter und linker Demonstranten kam. Der Bahnhof wurde vorübergehend gesperrt, ehe sich die die Lage beruhigte. Rechtsradikale, die ihre Kundgebung auf dem Parkplatz Speestraße bereits gegen 16 Uhr (und nicht wie geplant gegen 21 Uhr) beendet hatten, stießen im Bahnhof auf dort wartende Linksautonome. Bei dem Gerangel dieser beiden Gruppierungen musste die Polizei massiv dazwischengehen, um eine Eskalation der Gewalt zu verhindern. Nachdem die aggressiv auftretenden Neonazis nach Rufen wie "Nazis raus" ausbrechen wollten, drängten die Einsatzkräfte die Demonstranten zurück.

Polizei zog Kräfte zusammen

Kleckerweise trafen weitere Rechte per U-Bahn am Hauptbahnhof ein, wo die Polizei am Nordausgang ihre Kräfte zusammengezogen hatte und Wasserwerfer bereit hielt. Zuvor war es der Polizei den ganzen Tag über dank hermetischer Absperrung und penibler Kontrolle der Zufahrtswege gelungen, den Zusammenstoß rechter und linker Demonstranten zu verhindern. Letztere spielten dann vor dem Nordausgang sogar noch die "Reise nach Jerusalem" und sangen "Zieht den Bayern die Lederhosen aus".

Krawall am Vormittag mit Linken

Nach den Auseinandersetzungen am Vormittag kristallisierte sich auch die Schützenstraße als einer der Brennpunkte des Geschehens heraus. Dort warfen Linksautonome Steine auf Polizeisperren, Streifenwagen wurden beschädigt, es gab Verletzte. Die Polizei zog mehrere Trupps zusammen und beruhigte so die Lage.

Erste Ausschreitungen am Bahnhof

Kurz vor 12 Uhr gab es die ersten Ausschreitungen, als das Dortmunder Antifa-Bündnis "Wir stellen uns quer" seine Versammlung vor dem Zentralen Omnisbus Bahnhof auflöste. Daraufhin versuchten einige hundert der ca. 3000 Demonstrations-Teilnehmer, die Polizeisperre zu durchbrechen, um in den Bahnhof zu den Rechtsradikalen vorzudringen. Sie warfen mit Steinen auf Polizisten und Streifenwagen, zudem flogen Knallkörper. Die Polizei setzte Pfefferspray ein und verhinderte einen Durchbruch. Einge Gewaltbereite kamen in Gewahrsam. Daraufhin löste sich diese Demo auf. Aus dieser Versammlung heraus formierte der in Dortmund bekannte Montagsdemonstrant Gerd Pfisterer eine neue Bewegung, die Richtung DGB zum Südbad aufbrach.

Zudem zogen etwa 300 schwarz gekleidete Links-Autonome in die Innenstadt und lieferten sich auf dem Westenhellweg etliche Scharmützel mit der Polizei. Wieder flogen vereinzelt Steine.

2100 Teilnehmer am Gerichtsplatz

Video
Video: Katrin Figge & Markus Hündgen

Die Versammlung "NO Nazis - Dem Naziaufmarsch entgegentreten" am Gerichtsplatz mit etwa 2100 Teilnehmern - hier hatten sich mittlerweile auch Demonstranten aus der beendeten Versammlung am zentralen Busbahnhof eingefunden - wurde ebenfalls nach nur kurzer Dauer um 13.05 Uhr beendet. Während dort zuvor die Gruppe Deichkind mit einem Konzert für gute Unterhaltung gesorgt hatte, bewegten sich nach Versammlungsende links-autonome Gewalttäter in mehreren Gruppen durch die Innenstadtstraßen und griffen gezielt Polizeibeamte und Polizeifahrzeuge mit Steinen und Pyrotechnik an. Daraufhin wurde an der Arndtstraße eine ca. 150-köpfige Personengruppe und an der Weißenburger Straße ca. 65 Personen wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs festgehalten und in Gewahrsam genommen. Vier Polizeibeamte erlitten durchSteinwürfe und Pyrotechnik leichte Verletzungen. Zwei weitere "Kessel" bildeten sich heraus: An der Schwanenstraße/Gerichtsstraße hielt die Polizei ebenso einige linke Demonstranten fest wie an der Lippestraße.

Dortmunder Grünen-Politiker Krüger verletzt

Bei dem Marsch der Links-Autonomen wurde der Dortmunder Grünen-Politiker Mario Krüger verletzt. Der Fraktionschef der Grünen und zuletzt ihr OB-Kandidat geriet in eine handgreifliche Auseinandersetzung mit Demonstranten und holte sich dabei eine blutige Nase, als er Steinwürfe auf einen Streifenwagen verhindern wollte. Auch eine couragiert eingreifende Frau erlitt leichte Verletzungen

Einem kurdischen Pressekollegen sprühten Polizisten versehentlich Tränengas in die Augen. Hier wird er von Gegendemonstranten versorgt. Foto: Markus Hündgen

Nach Behördenschätzungen hatten sich mittags etwa 700 Rechtsradikale auf dem Parkplatz Speestraße versammelt. Dort lief alles friedlich ab. Unter großem Polizeiaufgebot, Metallabsperrungen und Wasserwerfern in der Nähe gestikulierten die Rechten nur vereinzelt mit Störmanövern gegen Journalisten, indem sie beispielsweie Plakate vor die Linsen von Kameras hielten. Eine Gruppe Linker stand in der Nähe des Parkplatzes, wurde aber in Schach gehalten.

Kundgebung unter strengen Auflagen

Mit einem Friedensfest vor dem Rathaus und zahlreichen weiteren Veranstaltungen protestieren am Abend etwa 10.000 Menschen gegen den geplanten Aufmarsch von Rechtsextremisten. Das Friedensfest am Rathaus steht unter dem Motto «Für Dortmund gegen Nazis», auch der Musiker Bob Geldof wird dazu erwartet.

Deichkind rockten am Dortmunder Gerichtsplatz gegen Rechts. Foto: Markus Hündgen

Erst am Freitagnachmittag hatte das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass die Neonazis in Dortmund demonstrieren dürfen. Nachdem die Veranstaltung zunächst vom Polizeipräsidium Dortmund verboten worden war, hatten die Veranstalter sich durch alle Instanzen geklagt. Die Polizei hatte einen Aufmarsch der Neonazis verboten und nur eine stationäre Versammlung gestattet. Die Polizei teilte nach dem Karlsruher Urteil mit, dass die für sie einzig vertretbare Lösung sei, den Rechtsextremisten eine Kundgebung unter strengen Auflagen auf dem Park-and-ride-Parkplatz an der Speestraße zu ermöglichen.

Aus Dortmund berichteten Katrin Figge, Gregor Boldt, Markus Hündgen, Andreas Winkelsträter und Steffen Gerber (Mit Material von ap.)

DerWesten

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Kommentare
08.09.2009
15:49
Keine Gewalteskalation trotz Verletzter und Festnahmen
von inglorious bastard | #187

Klospruch im im Haus Frohning

08.09.2009
15:47
Keine Gewalteskalation trotz Verletzter und Festnahmen
von inglorious basterd | #186

Wie Adolf Hitler sitz ich hier, die braune Masse unter mir.

08.09.2009
10:54
Keine Gewalteskalation trotz Verletzter und Festnahmen
von Bertold | #185

Verletzte Beamte, demolierte Streifenwagen, 4.000 Polizeibeamte die Sonderschichten schieben müssen und dann noch von linken CHAOTEN angegriffen werden. Irgendwas stinkt im Staate Deutschland doch, wenn sich sogenannte Friedensbewegungen und deren Autonome Kampfgruppen mit der Staatsmacht ein Gefecht liefern wollen. Ich dachte es geht in der Gegenbewegung um die Ausseinandersetzung mit gewaltbereiten Nazis? Die haben aber gelernt ihre Aufmärsche friedlich zu gestalten. Wann lernen die lieben Linken mal dazu? Ihr habt mittlerweile viel Kredit in der Bevölkerung durch eure Auftritte in Berlin, Hamburg und Dortmund verspielt.
Nur ihr steht hinter euch, die Bevölkerung ist für friedlichen Protest. Und Gewalt gegenüber unseren unterbezahlten Beamten ist wirklich das Allerletzte.
Schönes autonomes Leben noch, am besten auf einem autonomen Gebiet; einer Insel oder so!

07.09.2009
16:01
Keine Gewalteskalation trotz Verletzter und Festnahmen
von narit | #184

#115 jcm Hier scheint kein Forum für Daten und Fakten zu sein. Mein Beitrag wurde kommtentarlos gelöscht. Das Argument, dass viele engagierte Dortmunder jetzt schon seit neun Jahren jedes Jahr mehrmals gegen Faschismus demonstrieren und das alles einen Anfang mit den Rechtsextremen hatte hier in Dortmund, darf wohl nicht erwähnt werden. Obwohl alles stimmt, was ich aufgelistet habe, denn vieles habe ich in der Zeit hier selber erlebt und auch in der WR gelesen! Schade, diese Mundtotpropaganda von diesem Moderationsteam!

07.09.2009
14:17
Keine Gewalteskalation trotz Verletzter und Festnahmen
von higgipop | #183

@norddeutscher
wenn ihr doch alle gar keine neonazis seid und nichts mit der geschichte zutun haben wollt , sollte sich hier jeder mal durchlesen was dieser verwirrte rechtsanwalt rieger hier wieder fuer einen sondermuell auf der demo in do von sich abgesondert hat
widerwärtig und eindeutig , immer noch
bitte nicht auf diese verhamlosungsmasche reinfallen

http://npd-blog.info/2009/09/06/die-npd-und-die-mehr-als-masvollen-forderungen-hitlers/

07.09.2009
14:08
Keine Gewalteskalation trotz Verletzter und Festnahmen
von higgipop | #182

ausgerechnet die kriminellste vereinigung von ALLEN ! will ausländische kriminelle ausweisen , lächerlicher gehts nicht mehr

07.09.2009
13:54
Keine Gewalteskalation trotz Verletzter und Festnahmen
von dusted | #181

welche Logik:

Weil manche der Linken prügeln, ist das ein Argument dafür, dass auch Rechte prügeln dürfen??

Ich denke, die wollen hier Recht und Ordnung und sowas .. zumindest liest man das immer auf den Wahlplakaten der entsprechenden Parteien ...

Davon ab ist, wenn man hier die Argumentationen der entsprechenden Kommentatoren liest, die einzige Rechtfertigung der so aufRechten Deutschen, immer wieder auf´s neue das verweisen auf andere gewaltbereite Gruppierungen, was offensichtlich macht, dass die Rechten überhaupt nichts besseres sind oder sein wollen, als die Linken.

Albernes Pack.

07.09.2009
13:47
Keine Gewalteskalation trotz Verletzter und Festnahmen
von higgipop | #180

@dr thor/fkopp

zu den aufrechten harmlosen rechten , die anständig durchs leben torkeln
auf die taktik sich auf demos einzuschleimen damit die allzu naive presse darueber berichten darf und am nächsten tag in kleinanzeigen lesen zu muessen und darueber hinwegzusehen welche gewalt nach der demo und nach dem kameradschaftsabend in der dorfkneipe wieder passierte , was dann keinen mehr interessiert fällt doch ausser sehr naiven menschen keiner mehr rein
jeder mensch mit verstand kann die fakten nachlesen und wird sie verstehen
nur weil ihr gelernt habt euch taktisch klug auf demos zu verhalten , die realität sieht anders aus
und zieht euch mal andere klamotten an und kopiert nicht dauernd von links , nichtmal das kriegt ihr auf die reihe
armselig und dämlich , wie sie sind
man kann linker mit rechter gewalt nicht vergleichen die sich auf den 1 . mai und ein paar antifa demos und 2 gruppierungen beschränkt , dagegen der rechte terror alltäglich auf der strasse stattfindet und alles umnietet was anders aussieht oder denkt also jeden ! buerger betreffen kann
sie projizieren ihren selbsthass auf unschuldige und setzen ihn in verwirrter weltanschaung , menschenverachtung und gewalt um , nur weil sie störungen haben die ausser dem psychiater immer noch keinen interessieren
die npd will den fuehrerstaat zurueck , das sollte jeder wissen , der mir diesen herrschaften , denn frauen gibt es kaum , symphatisiert
die zahl der uebergriffe steigt weiter ständig und es gibt jedes jahr mehrere tote und 100e verletzter menschen zu beklagen
ja , so friedlich und anständig sind sie , diese aufrechten rechten deutschen
eine schande , ueberall !

eine gewisse einseitigkeit kann man in diesm bericht feststellen , merkwuerdig
wie auch bei der polizei
, woman bei einigen den eindruck hat links wird gerne gepruegelt und rechts geschuetzt , damit meine ich nicht jeden oder grundsätzlich und man sollte mit diesem thema genauso dsachlich umgehen um rechte tendenzen auch in diesen reihen bekämpfen , mit demokratischen mitteln ! und keine scheu haben diese personen evntl. anzuzeigen und gerichtlich vorzugehen

zum thema rassenwahn kann ich nur schreiben das dieses thema in ca-5-10 jahren keine rolle mehr in europa spielen wird da es kaum noch reinrassige menschen gibt , also immer schön multikulturell miteinander und das problem erledigt sich von selbst , nur muss man sich dann endlich auch ernsthaft um die ewigen rechten kuemmern denn diese grundlegende verwirrtheit durch gehirnwäsche ist nicht leicht zu beseitigen

07.09.2009
11:00
Keine Gewalteskalation trotz Verletzter und Festnahmen
von Du kennst mich | #179

Ich verstehe nicht das so harmlos von den vorfällen berichtete wird!! Wieso werden Antifademos nicht verboten? Über 260 festnahmen bei den linken!! bei den rechten 12!!!! Hätten die rechten die Polizei und Bürgeri verletzt wäre wieder hier ein riesen auf schrei von neuer gewaltdimesion der rechten!! Aber der Staat duldet und unterstütz die Steineschmeisser und linke gewalt ja dagegen wird leider nix unternommen wenn rechts bekämpft wird muss linksradikale genauso bekämpft werden!!!

07.09.2009
09:40
Keine Gewalteskalation trotz Verletzter und Festnahmen
von mikado. | #178

Es ist mir völlig egal aus welchem Lager die Idioten kommen, die unsere öffentliche Ordnung stören und meine Steuergelder verbrennen!
Dass diese Chaoten so eine Gewalt über unseren Staat haben nervt mich extrem.
Die Bürger der Mitte interessiert die Versammlungsfreiheit der Linken und Rechten einen Schei....!

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