Kein PCB im Grundwasser bei Envio im Hafen Dortmund
02.03.2011 | 15:55 Uhr 2011-03-02T15:55:00+0100
Dortmund-Hafen.Gute Nachricht für den giftgeplagten Hafen: Das Grundwasser rund um die Skandalfirma Envio ist nicht mit PCB verseucht. Ob die Kleingärtner wieder alle Gemüse anbauen dürfen, ist fraglich – wie auch der Verzehr von Fisch aus dem Kanal.
Es gibt auch das Gute im Schlechten: Bei Untersuchungen des Grundwassers im Bereich der Skandalfirma Envio wurde kein PCB gefunden. Das teilte Wilhelm Grote, Leiter des Umweltamtes, der so genannten PCB-Multiplikatoren-Runde auf deren Sitzung am Dienstagabend (1. März 2011) mit. Es sei auch keine Belastung durch das zur Reinigung der Transformatoren benutzte Mittel Per nachzuweisen.
Des weiteren: Für April werde die Stadt nun im Rahmen eines Messprogramms auf der freien Strecke des Dortmund-Ems-Kanals die Belastung in Fischen untersuchen und mit den Ergebnissen der Hafenfische vergleichen. Danach wird entschieden, wie mit dem bisherigen Fischereiverzicht weiter verfahren wird. In rund zwei Wochen werden zudem die Kleingärtner informiert, ob und welche Anpflanz-Empfehlungen es geben wird.
Für die Umweltbehörde Bochum, Dortmund, Hagen stellte Petra Hille fest, dass die PCB-Belastung beim zweiten Emittenten Interseroh zurückgegangen sei.
Messprogramm für das laufende Jahr
Die Blutuntersuchungen der dortigen Mitarbeiter hätten keine auffälligen Werte ergeben. Auch die Ergebnisse der Fegeproben seien nicht zu beanstanden. So hätten die zusammen mit der Firma auf den Weg gebrachten Maßnahmen Wirkung gezeigt. Dennoch solle ein bisher „dürftiges Gutachten“ durch eine weitere Expertise ergänzt werden. Das Messprogramm für das laufende Jahr sieht nach Auskunft des LANUV wie folgt aus:
– Die Pflanzenuntersuchungen werden fortgesetzt.
– Die PCB-Untersuchungen im Staubniederschlag werden gegenüber Interseroh, Hafenweise und Fredenbaum weitergeführt.
– Zusätzliche PCB-Untersuchungen im Staubniederschlag werden während der Sanierung bei Envio durchgeführt. Der Ablauf wird beim 2. Sanierungsfachgespräch am 29. März diskutiert.
– Dauerhaft wird die Luft in Eving untersucht. Die Messungen in der Anlage Hafenwiese werden bis Juni 2011 laufen. Hier werden derzeit alle Grenzwerte unterschritten, so Dr. Ernst Hiester vom LANUV.
– Fortgesetzt werden die Staubniederschlagsmessungen hinsichtlich der Schwermetalle an den drei Messstellen Bülowstraße, Hafenwiese und Klinikum Nord.
0mitdiskutieren