Kein Frühstücksbuffet mehr in Dortmunder Kitas

Ein gemeinsames, selbst zusammengestelltes Frühstück soll es in Fabido-Kitas nur noch in Ausnahmefällen geben.
Ein gemeinsames, selbst zusammengestelltes Frühstück soll es in Fabido-Kitas nur noch in Ausnahmefällen geben.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Die Leitung der städtischen Kitas in Dortmund hat regelmäßige Frühstücksbuffets in den Tagesstätten verboten. Grund ist eine Verordnung aus Brüssel.

Dortmund.. Mit einem gesunden gemeinsamen Frühstück beginnt normalerweise der Tag in den städtischen Dortmunder Fabido-Kitas - doch damit ist bald Schluss: Die Fabido-Leitung hat regelmäßige Frühstücksbuffets in den Kitas verboten. Wir erklären die Hintergründe.

Warum hat die Fabido-Leitung die Frühstücksbuffets verboten?

Die seit Dezember geltende EU-Verordnung fordert die Kennzeichnung von Lebensmitteln mit Blick auf Allergene und Zusatzstoffe. Die aufwändige Dokumentationspflicht sei mit erheblichem Zeitaufwand für das Kita-Personal verbunden, heißt es in einem Schreiben der Fabido-Leitung an die Eltern. Daher habe man die Einrichtungen angewiesen, zum neuen Kindergarten-Jahr keine Frühstücksbuffets mehr anzubieten. Stattdessen werden die Eltern gebeten - wie ohnehin in den meisten Einrichtungen üblich - ihren Kindern für das zweite Frühstück eine Butterbrot-Dose mitzugeben.

Was sagen die Eltern dazu?

Michael Thamer, Sprecher des Elternbeirats des Fabido-Familienzentrums Am Stuckenrodt, hat dafür wenig Verständnis. Das dort bisher übliche Frühstücksbuffet gewährleiste ein gesundes, ausgewogenes Frühstück für alle Kinder, argumentiert er. Und er führt auch pädagogische Gründe, etwa das selbstständige Zubereiten des Frühstücks, die Erfahrung im Umgang mit Lebensmitteln und die Stärkung des Gemeinschaftsgefühls an.

"Der zusätzliche Zeitaufwand für die Auflistung der Lebensmittelzutaten ist so gering, dass er kein Grund für die Abschaffung des bewährten, gemeinsamen Kita-Frühstücks sein darf", meint Thamer. Mit Blick auf die Gesundheit von allergiegefährdeten Kindern hält er mitgebrachte Brote sogar für bedenklicher, weil nicht zu verhindern sei, dass die Kinder untereinander ihr Frühstück tauschen.

Was sagt Fabido dazu?

"Das zweite Frühstück liegt grundsätzlich in der Verantwortung der Eltern", kontert Fabido-Geschäftsführer Arno Lohmann. Das Angebot von Frühstücksbuffets, dass es ohnehin nur in wenigen Einrichtungen gebe, sei eine rein freiwillige Leistung. Standard sei das mitgebrachte Frühstück. "90 Prozent der Eltern haben kein Problem damit", betont Lohmann.

Wie gehen andere Kita-Träger mit dem Thema "Frühstück" um?

Andere Träger sehen keinen Grund, Frühstücksbuffets zu verbieten. Die Umsetzung der Kennzeichnungspflicht sei zwar mühselig, aber möglich, erklärt Jochen Schade-Homann, beim Evangelischen Kirchenkreis zuständig für die 52 evangelischen Kitas in Dortmund und Lünen. "Die Frühstücksbuffets sind ein Renner in den Einrichtungen", weiß Schade-Homann. "Und die Verordnung kann nicht dazu führen, dass wir etwas aufgeben, was wir pädagogisch für sinnvoll halten."