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Kein Ende der Arbeiten am Tagesbruch auf der A45 in Sicht

19.01.2012 | 13:33 Uhr
Kein Ende der Arbeiten am Tagesbruch auf der A45 in Sicht
Die Arbeiten am Tagesbruch auf der A45 in Dortmund dauern an. Foto: Knut Vahlensieck

Dortmund.   Noch immer klafft auf der Sauerlandlinie in Dortmund ein Loch. Nach einem Tagesbruch tat sich am Dienstag die Erde auf, Arbeiter sind seitdem damit beschäftigt, weitere Hohlräume zu finden und zu verfüllen. Das kann noch dauern. Aber warum wurde die A45 eigentlich auf alten Flözen gebaut?

Seit Dienstag klafft in der A45 in Dortmund ein Loch – ein Tagesbruch in Höhe des Parkplatzes „Flöz Mausegatt“ ließ den Mittelstreifen und Teile der Fahrbahn absacken. Der Süden Dortmund, gerade im Bereich der Bittermark und des Rombergparks ist dafür bekannt, dass in den Waldgebieten über den alten Zechen „Gottessegen“ und „Glückaufsegen“ der Boden porös ist wie ein Schweizer Käse. In den Parks und Wäldern stehen entsprechend viele Schilder an den Wegesrändern, die auf die Gefahren von Tagesbrüchen hinweisen und davor warnen, die befestigten Wege zu verlassen.

Ausgerechnet durch dieses Gebiet verläuft seit 1971 die Trasse der Sauerlandlinie, die Dortmund auf direktem Wege mit Bayern verbindet. Wenige Jahre vor Einweihung der Autobahn schloss die unter ihr liegende Zeche „Gottessegen“. Doch warum wurde die Trasse, auf der tagein, tagaus tonnenschwere Lastwagen rollen, auf alten, oberflächennahen Bergbaustollen geplant?

Tagesbruch auf Autobahn „ein Novum“

 „Dann dürfte es im Ruhrgebiet gar keine Autobahnen geben“, verweist Ingrid Scholtz, Sprecherin des Straßenbau-Betriebes straßen.nrw, auf die generellen Gegebenheiten unter dem Revier. Die Region sei nun mal von Flözen und schwarzen Stollen durchzogen. Die A45 sei vor 40 Jahren nach dem damaligen Stand der Technik gebaut worden „und hat ja auch gehalten“, so Scholtz. Der Tagesbruch mitten auf der Straße sei „ein Novum“. Zwar habe es in Siegen vor Jahren Unterspülungen gegeben, „aber ein Loch in der Autobahn ist neu“.

In vielen Wäldern des Ruhrgebiet warnen Schilder vor dem Verlassen der befestigten Wege. So auch in der Nähe der Autobahntrasse der Sauerlandlinie im Dortmunder Süden. Foto: Alexandra Umbach / WAZ FotoPool

Aufgefallen war der Bergschaden bei einer Routinekontrolle. Dazu sind Streckenkontrolleure im Dauereinsatz, die auf Veränderungen auf und neben der Fahrbahn achten. Als die Verfüllungsarbeiten nicht griffen, kam es plötzlich zum Tagesbruch, die Erde sackte nach unten. Jetzt laufen die Reparaturarbeiten. „Wir bohren, wir finden, wir verfüllen“, fasst Markus Nigmann von straßen.nrw die laufenden Arbeiten zusammen. Rund um die Uhr sind die Arbeiter mit vier Bohrgeräten im Einsatz und suchen nach weiteren Löchern – und werden ständig fündig.

Darum wollen Ingrid Scholtz und Markus Nigmann keine Prognose wagen, ab wann der Verkehr wieder über die Sauerlandlinie rollen kann. Montag soll eine Mitteilung über den Stand der Dinge kommen. Von den Arbeitern auf der Straße wurde jedoch schon signalisiert, dass die Arbeiten vermutlich länger als die ursprünglich prognostizierte eine Woche dauern werden.

Vollsperrung A45 für zwei Wochen

 

Stefan Reinke

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Kommentare
20.01.2012
03:18
Kein Ende der Arbeiten am Tagesbruch auf der A45 in Sicht
von buerger90 | #3

Wieder ein Beispiel der Lethargie unserer Verwaltung.
Das Oberbergamt wusste schon von den oberflächennahen Bergbau und hat nichts unternommen.
Ich habe mir vom Landesobergerant die Auskunft vor dem Hauskauf eingeholt.
Aber was ist diese Auskunft bei dieser Handlungsweise wert ?

Liebe Hausbesitzer im Ruhrgebiet, ihr sitzt ALLE auf tickenden Tagesbrüchen.
Um den Stand unserer Verwaltungsbörde aufzufragen, geht mal auf diese Internetseite:

http://www.gdu.nrw.de/GDU_Buerger/

Dort könnt ihr zumindest das derzeitige Gefährdungspotemtial aubrufen.
Vielleicht auch nur, um Tätigkeitsprofil unserer Behörden nachzuweisen.

Denn es geht nicht nur darum, Probleme zu verwalten, sondern auch zu beheben.

19.01.2012
22:25
Kein Ende der Arbeiten am Tagesbruch auf der A45 in Sicht
von wahlpottler | #2

@ jaykay
Das ist eben sinnloser Aktionismus. Man muss irgendwas tun, also tut man halt irgendwas ;)
Genau wie die Schilder im Rombergpark. Da habe ich mich auch schon desöfteren gefragt, woher die Stollen denn wissen wo die befestigten Wege verlaufen und ob die sich beim Einstürzen auch an den Verlauf halten :)
Ein guter Freund von mir wohnt in einem Haus in WAT, unter dem wohl auch Stollen verlaufen. Zwanzig Meter daneben die Bahnlinie. Mittlerweile sind überall Risse im Mauerwek, weil der Boden sich senkt.
Ich hoffe nur, dass er und die anderen Bewohner nicht zu Hause sind und auch kein Zug kommt, wenn sich die Erde auftut - und so wird es irgendwann kommen, die Frage ist nur: wann...

1 Antwort
Kein Ende der Arbeiten am Tagesbruch auf der A45 in Sicht
von vfl-volker | #2-1

Mann, mann ist halt so im Pott. Ihr könnt ja auch alle an die Küste ziehen, da gibts keine Stollen - aber ab und zu mal ne Runde Wasser.
Ober fragt mal die Leute in den latent erdbebengefährdeten Gebieten. die ziehen auch nich wech

19.01.2012
14:20
Kein Ende der Arbeiten am Tagesbruch auf der A45 in Sicht
von Jaykay4466 | #1

Die Methode flüssigen Beton in ein Loch zu füllen, um dieses zu verfüllen, ist schon seit den 70er Jahren sehr beliebt. Leider! So werden auch hier angeblich 100 m3 Beton in das Loch gepumpt und danach hofft man, dass diese "voll" ist.
Falls mal wer versucht hat, einen Maulwurf mit ner Gießkanne voll Wasser zu ersäufen, dann weiß man, dass das nicht funktioniert.
Anstatt aber, was sicher nicht ungefährlich, aber erkenntnisreich wäre, selbst zu prospektieren, wie und wo der Hohlraum verläuft, stochert man blind rum und bohrt mal hier und mal da ein paar weitere Sondierungslöcher, durch die man ggf. noch mehr Beton pumpen kann.

Ich habe in der Hagener Oeger Höhle selbst gesehen, wie es aussieht, wenn Straßenbauer versuchen, einen störenden, unbekannten Hohlraum zu verfüllen. Auch damals sind Kubikmeterweise Beton geflossen, ohne Sinn und Verstand. Denn der Hohlraum / die Höhle ist nicht verfüllt. Stattdessen besitzt sie einen tollen glatten Boden, auf dem man skaten könnte.

Ich hoffe, dass man auf der A45 etwas weiser vorgeht und wirklich sicher verfüllt.

Das alles müsste auch nicht sein, wenn der Bergbau seine Stollen stets sorgfältig verfüllt hätte, sobald diese außer Betrieb genommen wurden. Aber Verfüllen bedeutet Arbeit, die keinen Profit bringt. Also macht man einen Stollen nur vorne und hinten dicht, damit ihn keiner mehr sieht und überlässt das Risiko und die Kosten der Tagbrüche den nachfolgenden Generationen. Solange der Bergbau hierfür nicht gerade stehen muss, wird sich an dieser Praxis nichts ändern.

3 Antworten
Kein Ende der Arbeiten am Tagesbruch auf der A45 in Sicht
von skippy1909 | #1-1

Diese Stollen sind uralt. Die stammen aus Zeiten, wo man noch nicht an Autobahnen gedacht hat, geschweige denn an die Auswirkungen von Tagebrüchen.

Kein Ende der Arbeiten am Tagesbruch auf der A45 in Sicht
von Bronkhorst | #1-2

An Ihrer stelle würde ich mal schnell beim Straßenbauamt anrufen und denen das sagen. Die wissen von Ihren bahnbrechenden Erkenntnissen bestimmt noch gar nichts

Kein Ende der Arbeiten am Tagesbruch auf der A45 in Sicht
von vfl-volker | #1-3

hey jaykay altes Haus, biste auch im falschen Forum?!?!
Leider muß ich Dir (als Geologe)in einem wichtigen Punkt widerprechen, da ich selber schon die Erkundung von Flözen koordiniert habe. Eine solche Maßnahme (Auswertung von Altunterlagen, Erkundungsbohrungen etc. würde mehrere Wochen dauern) Was dies für das schon bestehende Verkehrschaos bedeutet, kannst du dir ja denken. Von daher hilft als schnelle Sofortmaßnahme nur die "Betongießkanne". Die Betonhersteller in Ostwestfalen haben jetzt auf jeden Fall Spaß.....
Wenn dies abgeschlossen ist, werden sicherlich die oben beschriebenen Erkundungen durchgeführt, denn der Hohlraum bzw. Tagesbruch wird nicht zwangsläufig am Standstreifen der A 45 enden...

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