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Landgericht

Katzenmörder soll wegen Vollrausches ins Gefängnis

04.12.2012 | 16:02 Uhr
Katzenmörder soll wegen Vollrausches ins Gefängnis

Dortmund.   Ein Jahr und sechs Monate Gefängnisstrafe forderte Staatsanwalt Ulrich Schepers am 4. Dezember für jenen Mann, der einer kleinen Katze den Kopf abgeschlagen und seine Freundin massiv bedroht hatte. Auch legte er wenig später in der Wohnung Feuer. Der 32-Jährige stand massiv unter dem Einfluss von Hasch und Alkohol.

Er randalierte in der Wohnung seiner Freundin, zündete das Mobiliar an, bedrohte die Frau mit dem Tod. Schrecklicher Höhepunkt des Ausrasters am 6. Juni dieses Jahres in der Wohnung in Westerfilde: Der 32-Jährige schnitt der kleinen Katze der Frau den Kopf ab und warf den Körper über den Balkon. Taten, für die der 32-Jährige jetzt ein Jahr und sechs Monate ins Gefängnis soll.

Dies forderte Staatsanwalt Ulrich Schepers am 4. Dezember in seinem Plädoyer, Verteidiger Frank Klement bat noch einmal um eine Chance für seinen an Hepatitis C leidenden Mandanten: Er beantragte eine Freiheitsstrafe von einem Jahr mit Bewährung. Nach dem Gutachten des psychiatrischen Sachverständigen Dr. Reinhold Dannhorn stand fest, dass der Angeklagte abweichend von der Anklage wegen Vollrausches zu verurteilen sei. Da er zum Tatzeitpunkt 2,3 Promille Alkohol im Blut hatte und zudem erhebliche Spuren von Cannabis, müsse von einer Schuldunfähigkeit des Mannes ausgegangen werden.

Alkohol und Cannabis – eine hochgefährliche Mischung

Die Mischung von Alkohol und Hasch sei enorm gefährlich, so hatte der Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie zuvor in seinem Gutachten erklärt. Selbst bei einem niedrigeren Alkoholwert als den hier vorhandenen 2,3 Promille seien Ausraster mit derartig schrecklichen Konsequenzen nicht ungewöhnlich. Cannabis und Alkohol, dies sei eine hochexplosive Mischung, die immer wieder unterschätzt werde.

Mann randalierte wie von Sinnen

In diesem Fall führte sie dazu, dass der Mann wie von Sinnen randalierte und als schuldunfähig einzustufen sei. Ursprünglich hatte Staatsanwalt Ulrich Schepers den Mann unter anderem wegen Bedrohung, versuchter Körperverletzung, Verdacht der schweren Brandstiftung und Verstoßes gegen Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes angeklagt, „Tötung eines Wirbeltieres ohne vernünftigen Grund“.

„Alles war voller Blut, er hatte ein Messer in der Hand“

Zu Prozessauftakt hatte die Katzenbesitzerin erzählt, dass ihr Ex-Freund damals ohne Grund plötzlich ihre Ikonen von der Wand riss. Sie flüchtete zu Nachbarn, kehrte zurück, „da war alles voller Blut, er hatte ein Messer in der Hand“. Eine zweite Katze hatte der Mann mit Parfum besprüht und angezündet, der Stubentiger überlebte zum Glück. Die Wohnung der Frau war danach unbewohnbar. Das alles täte ihm sehr leid, so der Angeklagte. Urteil am 6. Dezember.

Kathrin Melliwa

Kommentare
06.12.2012
17:48
Kommentar (eänderte Fassug)
von nike8 | #3

„Katzenmörder“ ???? Das ist doch wohl nicht Ihr Ernst, liebe WAZ.

„Ermorden“ kann man grundsätzlich nur einen Menschen. Tiere kann man töten, ist...
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2012-12-04 16:02
Dortmund