Katerstimmung statt großer Reibach
20.07.2008 | 20:42 Uhr 2008-07-20T20:42:00+0200
Es sollte das Geschäft des Jahres werden. Viele Gastwirte wollten vom großen Kuchen Loveparade ein Stückchen abbekommen. Am Ende blieben noch nicht einmal ein paar Krümel übrig. So negativ das Fazit des Handels ausfiel, die Anwohner im Kreuzviertel zogen eine ausgeglichene Bilanz.
Am Morgen danach fegte Peter Metz vor seiner Haustür an der nach Bier und Urin stinkenden Hohen Straße den Dreck weg, den die Raver auf ihrem Zug zur und von der B1 hinterlassen haben: ein paar alte Pommes, Reste von Plastikbechern, klebrige Flyer und auch ein paar Glasscherben: „Insbesondere viele junge Menschen haben sich mit Hochprozentigem in Glasflaschen eingedeckt und überall hingepinkelt. Das Glasverbot wurde irgendwann von Polizei und Ordnungsamt nicht mehr kontrolliert.” Trotz dieser Mängel steht Peter Metz für den Teil der Anwohner, die die Loveparade mit Gelassenheit über sich ergehen ließen und nicht nachtreten wollen.
Tauschen Sie sich mit anderen DerWesten-Lesern aus
Anders sieht das Michael Mühmler. Er wohnt direkt über der Plus-Filiale auf der Hohen Straße. Die hatte am Samstag bis 22 Uhr geöffnet und einen Sicherheitsdienst angeheuert, um den Ansturm auf Bier in Plastikflaschen zu steuern und zu überwachen. Hier deckten sich die Raver palettenweise ein. Gänzlich unbeaufsichtigt blieb jedoch der Hinterhof des Hauses, den Hunderte nutzten, um das gerade eingetrichterte Bier wieder herauszulassen. „Mir ist am Morgen das Pipi in den Hausflur gelaufen. Der Hof ist eine Kloake. Widerlich”, schimpft Mühmler.
Haydar Oliver Kaya klang ebenfalls nicht amüsiert. Der Inhaber der Gaststätte Biedermeier wollte wie viele seiner Kollegen auch am Durst der Loveparade-Besucher verdienen – und erlebte eine Bauchlandung: „Mehrere tausend Euro habe ich Verlust gemacht. Glück hatte, wer kostendeckend gearbeitet hat”, so sein Fazit nach Gesprächen mit anderen Gastronomen. Er kritisiert die Stadt, die „jedem Nagelstudio” eine Ausschankgenehmigung erteilte, was das originäre Geschäft der Gastwirte gestört habe. Aber auch Eintagskneipiers wie Petra und Susanne im Kreuzviertel mussten die Preise auf ihren hastig aufgestellten Tapeziertischen von zum Teil vier Euro für einen halben Liter Bier korrigieren. Auch für 2 Euro wollten nur wenige die Büchse erwerben. „Wir haben schon ein paar Euro verloren”, sage sie.
Das gilt auch für die Einzelhändler in der City: Die großen Kaufhäuser schlossen zum Teil schon am frühen Nachmittag, die Kundschaft blieb aus. „Damit haben wir gerechnet. Dennoch wollten wir öffnen, um Dortmund als guten Gastgeber zu präsentieren”, sagte Axel Schröder, Vorsitzender des City-Rings.
Eine Tatsache trübte übrigens den Eindruck aller befragten Beobachter: „Viele, besonders junge Menschen, waren sehr früh so betrunken, dass sie nichts mehr mitbekommen haben. Von Liebe war da wenig zu spüren.”
Rund um die Loveparade
Loveparade-Spezial: Alle Bilder, alle Videos, alle Infos
19:24
Hoch gepokert, die Raffgeier - und verdient verloren. Was da an Preisen verlangt wurde, war unverschämter Wucher.
Jetzt können die ihre Bierdosen selber saufen - na denn Prost ......
18:16
Ich kann mich nur anschließen, diese Rafsäcke die meinen die jungen Leute abziehen zu können, haben ihre Hausaufgaben nicht gemacht.
Es scheint aber mittlerweile so zu sein, wenn irgendwo eine öffentliche Veranstaltung ist, dem Bürger ab zu zocken.
Moderatere Preise würden auch für Umsatz sorgen,
so bringe ich mir meine Getränke und mein Essen selber mit, das Leben ist teuer genug da muss ich nicht noch andere reich machen die den Hals nicht voll bekommen.
Weiter so Leute, zeigt den Raftis die rote Karte, und bringt euer Essen und Trinken selber mit im Zeitalter von Rucksäcken wohl kein Problem mehr.
17:34
****** Jugend gab und gibt es in jeder Generation. Zum Glück gibt es auch noch Jugendliche mit Hirn und Verstand!!!
17:14
es ist wohl noch genug Geld da für so einen Dreck deswegen fördert den drogenkonsum
17:08
Hehehe... Und wehe, wenn sie losgelassen (oder so ähnlich...) ginge ooch!!!
Die Überschrift hat aber auch was für sich: nach ner fetten Drogenparty im Namen der Liebe muss halt mit nem Kater gerechnet werden, hehe...
Berlin war froh, diese sich wegballernden Gestalten nicht mehr länger erdulden zu müssen. Pekunär nix zu holen (ausser für die Fliegenden Händler, mit oder ohne Genehmigung), das Taschengeld für Hochprozentiges trieb die Meute höxtens in die Billichmärkte, tja und bis auf Müll, verschreckte Tiere und wie in DO verärgerte Bewohner blieb wenig zu berichten, das positiv stimmen konnte.
Für DO kann positiv nur bedeuten: Schlagzeilen und somit eine breite öffentliche Aufmerksamkeit produziert zu haben. Naja, Werbung in eigener Sache kann die - zudem mit überschaubaren Jahres-Höhepunkten gesegnete - Stadt auf jeden Fall mehr gebrauchen, als Berlin. Hoffentlich zahlt sich dieses in den Blickpunkt der Aufmerksamkeit geraten zu sein perspektivisch noch zeitnah aus: indem DO nun der Ruf einer Partystadt hat - und Anstrengungen unternommen werden, diesem Ruf denn auch gerecht zu werden.
Neben dazu nötiger Eigeninitiative dürfen die Stadtoberen aber nicht weiter im Schneckentempo vor sich hin planen - und Investitionen frei geben, um Eigeninitiative zu unterstützen! Party-Touristen dürften dann nicht auf sich warten lassen, wage ich zu prognostizieren...
17:03
Tja, wer Bier verkauft, sollte eigentlich auch damit rechnen, dass die Leute es trinken (und wieder wegbringen).
16:54
och karl...
nur weil du ein intoleranter spassverächter bist oder vielleicht die sexuelle revolution der 70er verpasst hast, musst du doch nicht gleich so ein böser onkel sein :-)
ich erinnere mich an eine nette szene bei einem großen open air festival der frühen 80er.
da stand ein in loden gekleideter mann mit schäferhund am laternenpfahl vor den kassenhäuschen. der war so volltrunken, dass er ohne laterne unweigerlich die aufrechte haltung schlagartig verloren hätte. mitten im schritte hatte der so eine feuchte stelle...
der regte sich die ganze zeit über die scheiss jugend und den drogenkonsum auf.
karl, warst du das etwa?
16:45
Demnächst kommen die Antiraver und pinkeln euch den Vorgarten voll! Erbärmliches Gesocks! ********
16:44
Immer wieder das gleiche.Haben die eigentlich nicht aus dem letzten Jahr gelehrnt? In Essen haben auch viele versucht sich mit überhöhten Preisen eine goldene Nase zu verdienen,nur gott sei dank haben
diese Leute sich verrechnet. Das ist auch richtig so!
16:07
Die Stadt, der Muell, der Tod (oder so aehnlich).