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Daten-Serie "Heimatkunde"

Karte: Hier leben Dortmunds "Eingeborene"

02.01.2016 | 04:27 Uhr
Je dunkler, desto mehr Ur-Dortmunder wohnen in den Stadtteilen.
Je dunkler, desto mehr Ur-Dortmunder wohnen in den Stadtteilen.Foto: Screenshot Thomas Thiel

Dortmund.  Rund 590.000 Menschen wohnen in Dortmund - knapp jeder zweite von ihnen ist auch in der Stadt geboren. Dabei ist die Verteilung der "Eingeborenen" in der Stadt höchst uneinheitlich. Für unser Daten-Serie "Heimatkunde" haben wir untersucht, in welchen Stadtteilen die Hochburgen der Ur-Dortmunder liegen.

43,9 Prozent aller Einwohner der Stadt sind gebürtige Dortmunder. Ihr Anteil an der Bevölkerung der einzelnen Stadtteile ist jedoch höchst unterschiedlich. Es gibt ein deutliches Gefälle zwischen Innenstadt und Außenbezirken: In den Vororten leben bedeutend mehr "Eingeborene" als im Zentrum.

Stellvertretend dafür stehen auch die Quartiere mit den größten und dem kleinsten Anteil an gebürtigen Dortmundern. Während in der City innerhalb des Walls und an dessen Rändern nur etwas mehr als jeder vierte Einwohner (27,9 Prozent) auch in Dortmund geboren wurde, sind 59,2 Prozent aller Deusener Ureinwohner.

Diesen Status verdankt der kleine Stadtteil am Kanal (knapp 1850 Einwohner) unter anderem dem Umstand, dass der Ortskern aus einer Siedlung besteht, die Arbeitslose während der Weltwirtschaftskrise in Eigenleistung aufgebaut hat. Dort gibt es fast nur Eigenheime, in denen die Menschen zum Teil über Generationen leben.

Die City hingegen zieht - wie die gesamte Innenstadt - vor allem junge Menschen an, die wegen des Studiums oder der Arbeit von außerhalb nach Dortmund kommen. "Für junge Leute vor der Familiengründung ist das Stadtzentrum generell attraktiver als die Vororte", erklärt Berthold Haermeyer, Leiter des Dortmunder Statistikamts. Dafür gibt es mehrere Gründe: günstige Wohnungen in der passenden Größe, die hohe Dichte an Geschäften, Restaurants und Kneipen, das gut ausgebaute öffentliche Verkehrsnetz. [Wie steht Dortmund beim "Eingeborenen-Anteil" im Bundesvergleich da? Die Antwort gibt es nach der Karte.]

So funktioniert die Karte: Klicken Sie auf die "+/-"-Symbole oben links, um in die Karte hinein- oder aus ihr herauszuzoomen. Klicken Sie auf die farbigen Flächen, um mehr Informationen zu den einzelnen Stadtteilen zu bekommen. Sie können auch nach ihrer Adresse suchen, um ihren Stadtteil zu finden. Bitte geben Sie nach ihrem Straßennamen bitte den Zusatz "Dortmund" in die Suchmaske ein. [Zu den Daten hinter der Karte]

Interessant: Im Nordosten Dortmunds ist der Anteil der gebürtigen Dortmunder besonders hoch. "Kohle und Stahl haben im Nordosten eine große Rolle gespielt. Möglicherweise hat das die lokale Bindung der Bevölkerung entsprechend gestärkt", vermutet der Statistiker Haermeyer. Das Umfeld der TU (im statistischen Bezirk Eichlinghofen) ist hingegen aufgrund der vielen Studentenwohnheime fest in der Hand der Zugezogenen.

Generell sinkt der Anteil der gebürtigen Dortmunder jedoch. 2008, als die Stadt erstmals die Bevölkerung Dortmunds nach den Geburtsorten ihrer Einwohner aufschlüsselte, waren noch 46,5 Prozent auch in der Stadt geboren - 2014 nur noch 43,9 Prozent. Dafür macht Haermeyer eine generelle gesellschaftliche Strömung verantwortlich: Die ganze Gesellschaft werde mobiler, vor allem junge Menschen ziehen immer öfter um, sei es aus privaten Gründen, sei es wegen des Jobs.

Der bundesweite Vergleich mit 15 anderen großen deutschen Städten zeigt: Dortmund liegt bei der "Eingeborenen-Quote" im Mittelfeld. Während in Bonn lediglich 30,1 Prozent der Einwohner auch "echte" Bonner sind, besteht die Bevölkerung Wuppertals aus sagenhaften 58,3 Prozent gebürtigen Wuppertalern.

Ein wichtiger Faktor bei der Eingeborenenquote könnte die wirtschaftliche Lage innerhalb der Städte sein, so Miriam Brondies vom Dortmunder Statistikamt: "Je mehr Arbeitsplätze es im Umfeld gibt, desto geringer ist der Einheimischen-Anteil." Arbeit würde mehr Menschen von außerhalb in die Städte ziehen.

In Städten mit großen Unis wie Münster oder Bochum sinkt auch der Anteil der Eingeborenen. In Bonn kommen als großer Uni-Standort und Heimat zweier DAX-Konzerne (Telekom, Post) beide Faktoren zusammen. In Dortmund spielt der Faktor Uni hingegen nicht so eine große Rolle, da sowohl TU als auch FH immer noch Pendler-Unis sind, so Susanne Linnebach vom Dortmunder Amt für Wohnen und Stadterneuerung.

Unsere Serie Heimatkunde:von einem Projekt der Berliner Morgenpost

Thomas Thiel, Marie-Louise Timcke, Lukas Hansen

Kommentare
03.01.2016
13:33
dass der Ortskern aus einer Siedlung besteht, die Arbeitslose während der Weltwirtschaftskrise in Eigenleistung aufgebaut hat.
von Towenaar | #1

und da fällt keinem ein man preisgünstig Wohnungen für die heutigen Kriegsflüchtlinge bauen kann ?

1 Antwort
Tolle Idee
von August3 | #1-1

Einen Bagger bedienen und eine Baugrube ausheben, ein Betonfundament gießen, ein Haus mauern, einen Dachstuhl zimmern und ein Dach decken, elektrische, Wasser- und Gasinstallationen verlegen, Wände verputzen, anstreichen, Teppich legen und Tapeten kleben, so dass man all das unter modernen Sicherheitsaspekten verantworten kann... das kann ja JEDER.

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Karte: Hier leben Dortmunds "Eingeborene"
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2016-01-02 04:27
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