Karstadt will Stellen streichen - was kommt auf Dortmund zu?

Sparen, sparen, sparen: Der Warenhauskonzern Karstadt will rund ein Zehntel seiner Stellen streichen, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Das neue Zukunftskonzept sieht weitere Veränderungen bei der Belegschaft vor. Wir haben nachgefragt, wie es um den Standort Dortmund mit rund 350 Angestellten steht.

Dortmund.. Der neue Eigentümer Ren Benko will das Unternehmen mit 300 Millionen Euro modernisieren und das Personal zur Kasse bitten. Aktuell arbeiten im Karstadt-Haupthaus am Westenhellweg und im Sporthaus am Willy-Brandt-Platz 350 Angestellte. Vor zehn Jahren waren es noch 900."Die Stimmung ist unten. Aber wir müssen optimistisch denken", sagte am Montag Karstadt-Betriebsrat Gerhard Löpke über die Gefühlslage in der Belegschaft.

Löpkes Optimismus hat gute Gründe: Die jüngst in einem Zukunftskonzept präsentierten Ziele sind in den beiden Dortmunder Warenhäusern keine neuen Ziele. Sie sind längst erreicht. Denn die Belegschaft arbeitet bereits in den drei getrennten Teams "Kasse", "Verkauf" und "Warenservice". So will es das Zukunftskonzept auch an anderen Standorten durchsetzen.

Warenservice soll 300 Euro weniger verdienen

Vor zwei Jahren sind Arbeitgeber und Angestellte aus dem Tarifvertrag ausgestiegen. "Jetzt soll das Personal zusätzlich auf das Weihnachts- und Urlaubsgeld verzichten. Der Warenservice soll pro Monat 300 Euro weniger verdienen. Das ist nicht mehr vermittelbar", sagte Löpke, der seit 1979 für Karstadt arbeitet und als Betriebsrat zum ersten Mal ohne Jugendvertretung auskommen muss - "wir stellen ja keine Auszubildenden mehr ein."

Den Verzicht auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld bezeichnete Löpke als "Wunsch" des Managements und fügte hinzu: "Auch ich habe Wünsche. Noch ist mit uns nicht verhandelt worden." Reiner Kajewski, Gewerkschaftssekretär der Gewerkschaft Verdi und dort zuständig für den Einzelhandel, sieht gute Chancen für Dortmund: "Dortmund wird eine zentrale Rolle spielen", lautete seine Prognose denn "die Bedingungen sind gut."

Die Karstadt-Zentrale in Essen reagierte am Montag auf mehrere Anfragen nicht.