Kandidaten-Monopoly bei der Dortmunder SPD
17.06.2011 | 20:04 Uhr 2011-06-17T20:04:00+0200
Dortmund.Nach der Ankündigung der Dortmunder Bundestagsabgeordneten Ulla Burchardt (SPD), bei der Wahl 2013 nicht mehr anzutreten, hat bei den Sozialdemokraten das Kandidaten-Monopoly begonnen.
Während potenzielle Aspiranten für Burchardts Nachfolge im Wahlkreis 144 (er umfasst die östlichen Stadtbezirke sowie Hörde und Aplerbeck) in Deckung bleiben, muss sich Burchardts Parteifreund und Berlin-Fahrer Marco Bülow (40) im Wahlkreis 143 auf wenigstens einen Gegenkandidaten gefasst machen: Dirk Goosmann (39), Fraktionsmitglied im Rat der Stadt, meldet Ambitionen an und will Bülow in Berlin ablösen.
Er sei bereits vor eineinhalb Jahren angesprochen worden, ob er sich eine Kandidatur vorstellen könne, sagte Goosmann auf Anfrage unserer Zeitung. Er habe lange überlegt und nun entschieden, „Ja“ zu sagen. „Ein Bundestagsmandat verleiht mehr Gestaltungskraft als ein kommunales Mandat für den Rat, das reizt mich an der Aufgabe.“ Seit 2004 sitzt der Rechtsanwalt aus Kirchlinde für die Genossen im Stadtparlament - erst als kulturpolitischer, dann als ordnungspolitischer Sprecher seiner Fraktion. Welche Chancen er sich als Herausforderer von Parteifreund Marco Bülow verspreche? Goosmann: „Das werden die Mitglieder entscheiden.“
Wenn es denn überhaupt zum Kräftemessen mit Marco Bülow kommt. Der wurde 2002 mit 31 Jahren als einer der jüngsten Abgeordneten mit Direktmandat in den Bundestag gewählt und konnte seinen Wahlkreis zuletzt mit 41,2 Prozent der Stimmen verteidigen. Dennoch ist Bülow in der eigenen Partei nicht unumstritten. Mit seinem kritischen Buch über das Abgeordneten-Dasein („Wir Abnicker“) hat sich Bülow, der dem linken Flügel zugerechnet wird, nicht nur Freunde gemacht. Und eine eindeutige Erklärung, ob er 2013 erneut kandidiert, mochte Bülow gestern auf Anfrage nicht geben. „Im Augenblick“ spreche nichts dagegen. „Sollte es einen Gegenkandidaten geben, würde mich das nur weiter anspornen.“ Auf der anderen Seite aber habe er stets gesagt, „dass ich das nicht bis zum Rentenalter machen will“. Bis 2012 wolle er sich Zeit lassen mit seiner Entscheidung, sagt Bülow. „Dabei werde ich natürlich meine familiäre Situation berücksichtigen und sehen, wie sich die Partei insgesamt aufstellt.“
Da kann noch manche Überraschung warten. Auch im Wahlkreis von Burchardt. Schon wird spekuliert, ihren Platz könnte die stellvertretende SPD-Unterbezirksvorsitzende und Landtagsabgeordnete Nadja Lüders einnehmen - die aber enthält sich jeden Kommentars. Das letzte Wort hat der Parteitag. Allerdings schwebt SPD-Chef Franz-Josef Drabig vor, zuvor das Parteivolk abstimmen zu lassen. „Wir werden ein transparentes Verfahren mit starker Beteiligung der Mitglieder haben.“ An eine schriftliche Abstimmung wie bei der OB-Kandidatur zwischen Jörg Stüdemann und Ullrich Sierau denkt Drabig aber nicht. „Zu teuer.“
19:00
Machtkämpfe in der SPD? Gegenkandidaten? WTF? Hier tun sich Breschnew - artige Zustände auf.
Was kann in einer Demokratie (ihr erinnert euch an das Wort, liebe Sozen? Is schwer, ich weiss, die meisten von euch sind ja schon über 70 und anders alsdemokratisch sozialisiert) selbstverständlicher sein als ein bunter Strauss von Kandidaten, der zur Wahl steht für ein Amt, ein Mandat, einen Posten. Oder nicht?
Das tragische Schicksal Dortmunds ist allerdings nicht der Zustand der SPD. Damit könnte man - normalerweise - in einer Demokratie demokratisch umgehen.
Das Schicksal unserer Stadt ist, dass CDU, FDP & Grüne noch viel gruseliger sind...
23:05
Ja da haben die roten Socken wieder ein wichtiges Thema und einen guten Grund sich mit sich selbst zu beschäftigen, aber haben die überhaupt schon mal was anderes gemacht?
Ich meine sinnvolles?????????
18:33
@ #7
Hatte beim Lesen grade den Flash, Don Corleone würde hier posten. Aber dann fiel mir doch noch rechtzeitig ein, dass der ja Prüsse heißt.
14:56
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13:25
AN 4
Bitte nicht mit Andeutungen arbeiten!
Dass die Machtkämpfe innerhalb der Dortmunder SPD eine gewisse Unappetitlichkeit haben ist bekannt.
Wer Sauberkeit in der Sache einfordert, sollte mit klarem Visier die Sache benennen.
Machtkämpfe in einer Partei, nicht nur bei der SPD, gehören zum täglichen politischen Geschäft.
Es geht um Macht um Mehrheiten!
Wer den Genossen Prüsse angreift, berechtigt, sollte aber doch bedenken: WARUM bleibt der unbeliebte Genosse solange im Amt?
Seine Wiederwahl mit ausgezeichnetem Ergebnis für den Fraktionsboss.
Ein Hinweis in der Sache:
Man sollte auch die politischen und wirtschaftlichen Abhängigkeiten der politischen Akteure berücksichtigen.
13:08
@5: Wenn man die Kommentare hier liest, habe ich den Eindruck, dass Personaltaktik die höchste Priorität hat. Inhalte sind für die Dortmunder SPD uninteressant. Schliesslich reichten immer ein paar Besuche bei den Tauben- und Kaninchenzüchtern sowie die Textsicherheit beim Steigerlied, um Politik zu machen. Der Schwerpunkt lag dann beim Taktieren und Postenzuschachern.
Blöd ist nur, dass diese Fähigkeiten heute nicht mehr ausreichen, um informierte Bürger anzusprechen.
12:59
Ich halte die Berichterstattung für etwas vordergründig.
Im Grunde geht es um die Neuausrichtung der Partei in der Stadt.
Kann man mit neuem Personal langfristig die Macht sichern.
Welche Ziele verfolgen die „Partei - Rebellen?
Das Ziel muss es sein den Abwärtstrend der Partei in dieser Stadt zu stoppen!
Wie sieht das Alternativ - Programm der Rebellen aus?
Meine studentischen Kollegen im Seminar „Parteiprogramme in der Bundesrepublik“, die auch bei den Jusos mitarbeiten, vertreten die Auffassung, dass die Partei ein neues Godesberg“ braucht.
Für Dortmund - 0 – Ton“ - eines Juso - Genossen brauchen wir ein Programm, das sich an den wirtschaftlichen Realitäten orientiert.
Mehr Inhalt, weniger Personalpolitik, müsste das Ziel der Partei sein.
Mit Personalpolitik wird man nicht an der Wahlurne punkten können.
Was dem Betrachter aber doch zu denken gibt, welche Person kann sozialdemokratische Ideale verkörpern?
Bei Personen und sozialdemokratischer Politik, könnten die Genossen sicher bei Heinz Kühn Ministerpräsident des Landes NRW fündig werden.
In einem Seminar über die Führungskräfte der SPD in 5o Jahren - Aufbau Jahren der Republik konnte man erkennen; diese Persönlichkeiten orientierten sich am dem Machbaren und nicht an Träumen und Wunschdenken!
12:44
Und hier schreibt ein weiteres Mitglied der Dortmunder SPD. Sehe es so ähnlich wie ihr. Ich denke, dortmunderfrau hat da in Schwarze getroffen.
Bei der letzten Aufstellung hatte Prüsse noch niemanden gefunden, der sich für so ein Unternehmen verbrennen lassen wollte, jetzt ist offenbar jemand so blauäugig.
Ich find´s gut, wenn wir die Wahl haben. Wirklich Sinn würd das Ganze aber nur machen, wenn Bülow einen ernsthaften Gegenkandidaten bekommen hätte.
Wer die Geschichte kennt, wie Goosmann damals überhaupt an sein Ratsmandat gekommen ist, weiß was ich meine.
Hauptsache da gibt es jetzt nicht 1 Jahr unnötiges Schaulaufen.
12:32
Als Mitglied der Dortmunder SPD finde ich diese ganze Kandidaten-Debatte zum jetzigen Zeitpunkt ziemlich überflüssig. Wer immer sich jetzt ins Spiel bringt oder sich ins Spiel bringen lässt, der tut sich und der Partei keinen Gefallen.Ich kann nicht verstehen, wie man ohne Not eine derartige Dikussion schon jetzt losbricht.Meine Stimme wird niemand kriegen, der der Partei einen solchen Bärendienst erweist.
11:46
Kritisch ist toll, Entscheidungen, die sich positiv auf Dortmund auswirken sind besser!
Gab es von den Bundestagsabgeordneten messbare Leistungen?
Ich habe sie nicht bemerkt, sondern eher das Gefühl, dass Dortmund vom Bund nicht viel zu erwarten hatte. Egal wer regierte.
Deshalb ist ein Wechsel der Kandidaten sinnvoll.