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Kampf gegen das Vergessen

29.06.2012 | 19:27 Uhr
Kampf gegen das Vergessen
Interview Aidshilfe mit Willehad Rensmann.Foto: Knut Vahlensieck

Dortmund.   Für die Aidshilfe wird es zunehmend schwieriger, die Gefahren der Krankheit Aids im Bewusstsein der Menschen zu verankern. Deshalb plant sie nun ein neues Konzept.

Für die Aidshilfe wird es zunehmend schwieriger, die Gefahren der Krankheit Aids im Bewusstsein der Menschen zu verankern. Dazu beigetragen hat eine im Grunde sehr positive Entwicklung: Die Medizin ist deutlich fortgeschritten, heutzutage ist es möglich, mit der Krankheit alt zu werden. Doch Aids und HIV sind keinesfalls verschwunden: Seit den 90er Jahren ist die Zahl der Neuinfektionen gestiegen . Einer möglichen Verharmlosung der Krankheit will die Aidshilfe deshalb mit einem neuen Konzept entgegen treten. Dafür plant der Verein, neue Räume in der Innenstadt zu beziehen.

„Wir wollen uns nicht nur räumlich verbessern, sondern auch unsere Strukturen ändern“, sagt Willehad Rensmann, Geschäftsführer der Aidshilfe. Die Idee: Ein Begegnungszentrum in der Innenstadt, wo alle Menschen zusammenkommen können, ob von der Krankheit betroffen oder nicht. Dort soll es auch alle nötigen Informationen geben – zum Beispiel wo man sich testen kann. „Wir wollen dahin gehen, wo das Leben spielt“, sagt Rensmann. In die Räume an der Möllerstraße kämen nur die Menschen, die gezielt die Aidshilfe ansteuerten.

Auf Spenden angewiesen

In der Innenstadt soll ein Café die Möglichkeit von ganz zwanglosen Gesprächen bieten. Gespräche, die helfen, Vorurteile abzubauen, die immer noch in den Köpfen der Menschen seien. „Auch, wenn die Medizin so weit fortgeschritten ist, gesellschaftlich hat sich fast nichts getan“, meint Rensmann. HIV-positive Menschen würden als randständig angesehen. „Tatsächlich stehen 70 Prozent voll im Berufsleben “, weiß Rensmann. Was viele Menschen auch nicht wüssten: Bei einer stabilen Medikation seien HIV-positive Menschen nicht infektiös.

Bis zu einem solchen Umzug, heißt es für die Aidshilfe Geld zu sammeln. „Wir bekommen eine Sockelfinanzierung über die Kommune, um unsere Beratungsstelle zu finanzieren“, sagt Rensmann. Doch das reiche für ein solches Projekt nicht aus. 70.000 Euro kostet es, das „projektplus“ umzusetzen, schätzt Rensmann. Bis 2014 hofft er, das Geld zusammenzubekommen, um dann umziehen zu können.

Christina Römer



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