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Jutta und Jatja Jendreiek rechnen mit der Nordstadt ab

04.01.2012 | 11:14 Uhr
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Jutta (li) und Katja Jendreiek wohnen und leben an der Burgholzstraße.Foto: Franz Luthe

Dortmund.   Jutta und Katja Jendreiek bringen in steuerlichen Dingen Licht ins Dunkel – und sie sorgen für klare Sicht wenn es um ihren Stadtteil geht. Denn die Jendreieks lieben ihren Stadtteil.

Ihr Beruf ist es, Klarheit zu schaffen – über Einkünfte, Auskünfte, Vermögen und Abgaben. Jutta und Katja Jendreiek bringen aber nicht nur in steuerlichen Dingen Licht ins Dunkel – sie sorgen auch für klare Sicht wenn es um ihren Stadtteil geht. Denn die Jendreieks leben seit Generationen in der Nordstadt und lieben ihren Stadtteil. Und ihre vorläufige Bilanz: Die guten Seiten überwiegen.

„Die Nordstadt hatte immer schon ein schlechtes Ansehen – völlig unberechtigt!“, findet Jutta Jendreiek. Die Steuerberaterin hat den Familienbetrieb an der Burgholzstraße von ihren Eltern übernommen. Heute arbeiten ihre beiden Töchter, eine Schwester sowie ein Angestellter dort, betreuen Kunden, die aus ganz Dortmund und Umgebung kommen. Ein familiärer Arbeitsplatz – auch weil Mutter Jutta und Tochter Katja Jendreiek in dem Haus wohnen, in dem das Büro eingerichtet ist.

"Im Sommer hört man die Vögel zwitschern"

Von ihrem Arbeitsplatz können sie in den Garten gucken. „In dem es sehr ruhig ist“, betont Jutta Jendreiek. Es gebe schließlich weder Flughafen- noch Autobahnlärm in der Nordstadt. „Im Sommer hört man die Vögel zwitschern.“ Sogar ein besonders prächtiges Exemplar – ein Eisvogel – habe sich bereits in dem grünen Idyll blicken lassen. Manchmal hören sie die Klänge eines Klaviers – woher diese kommen, wissen die Jendreieks nicht genau. Denn: Es gibt rund herum ganz viel Kultur. Und darüber freuen sich die beiden Nordstädter.

Bewusst zurück gezogen

„Es hat sich so viel entwickelt: das Depot zum Beispiel, das Roto Theater, der Lange August, die vielen Ateliers, die Kinos...“, zählt die 59-jährige Jutta Jendreiek auf. „Und es gibt ganz viele tolle Restaurants“, stimmt die 35-Jährige Tochter zu. Sie habe kürzlich noch einen Gast aus Essen von ihrer Heimat überzeugen können – mit einem Besuch im türkischen Restaurant Saray und einem Spaziergang.

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Was hat sich nach der Schließung des Straßenstrichs in der Dortmunder Nordstadt geändert? Wir haben uns mit der Polizei in dem Problemviertel umgesehen.

 

Ein solcher Rundgang sei im Übrigen auch am Abend kein Problem. „Hier wohnen so viele Menschen, wenn etwas ist, gehen zig Fenster auf“, sagt die Tochter. Zum Beispiel als der Nachbarsjunge den Finger in der Autotür eingeklemmt hatte. „Da hatte sich ganz schnell eine Menschentraube gebildet, um ihm zu helfen.“ Katja Jendreiek ist deshalb nach dem Studium mit ihrem Freund zurück in den Stadtteil gezogen. „Das habe ich ganz bewusst so entschieden“, betont sie.

„Kinder haben sich immer frei bewegt“

Was die Nordstadt so besonders macht? Eben das Miteinander der Menschen. „Es gibt viele, die sich ehrenamtlich engagieren“, weiß Jutta Jendreiek. Die 59-Jährige sitzt selbst in der Bewohnerjury, die darüber entscheidet, wer den Engel der Nordstadt bekommt – ein Preis des Quartiersmanagements. Daher weiß die 59-Jährige auch, wie viele Menschen im Verborgenen Gutes tun und damit zu einem positiven Bild des Stadtteils beitragen.

„Hier leben ganz viele unterschiedliche Menschen aus verschiedenen Nationen – aber sie haben trotzdem die gleichen Bedürfnisse, nach Ruhe und Frieden“, ist sie Steuerberaterin überzeugt. Deshalb habe sich so viel nicht verändert, seit sie selbst in der Nordstadt aufgewachsen ist. Sie habe früher auf der Straße Völkerball gespielt – die Töchter sind später auf den Spielplatz gegangen. „Meine Kinder haben sich immer frei bewegt“, sagt Jutta Jendreiek.

"Ich bin nie angesprochen worden"

„Ich bin auch noch nie angesprochen worden“, fügt Tochter Katja hinzu. Gern erzählt die 35-Jährige wie sie einmal ihr Auto anderthalb Wochen auf der Straße stehen hatte, ohne es abgeschlossen zu haben. „Es war nichts weg – und auch nichts Unerwünschtes dazugekommen“, sagt sie. Noch eine Geschichte rankt sich um den fahrbaren Untersatz: Der Stern am Familienwagen wurde nur einmal abgebrochen: „In Unna“, betont Katja Jendreiek und lacht.

Ob Jendreieks solche Geschichten als Werbungskosten absetzen können?

Blick in die Nordstadt

 

Christina Römer

Kommentare
04.01.2012
12:59
Jutta und Jatja Jendreiek rechnen mit der Nordstadt ab
von SusanneStreek | #1

Hach wie schön ist doch das Leben in der Nordstadt.
Dagegen ist Lücklemberg mit seiner hohen Kriminaltätsrate, Strassenstrich, Rauschgiftdealer, "Problemhäuser", Meserstechereien, Schiessereien, doch das Letzte.

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