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Amtsgericht

Juraprofessor verurteilt

12.12.2012 | 18:11 Uhr
Juraprofessor verurteilt

Dortmund.   Wegen fahrlässiger Körperverletzung muss ein Juraprofessor aus Bochum 2000 Euro Geldstrafe zahlen. Er hatte am 28. Dezember 2011 auf der Leopoldstraße mit seinem Maserati einen Fußgänger umgefahren. Die Aussage des Juristen: Der Mann habe sich vor seinen Wagen geworfen, um Schmerzensgeld zu schinden.

Herr Professor auf der Anklagebank gab sich alles andere als reumütig und einsichtig. Durch den leichten Anstoß mit seinem Maserati könne ein Fußgänger nie im Leben verletzt worden sein. Und dann sagt der Rechtsanwalt aus Bochum, der damals ein „Bollern“ hörte, einen Satz, bei dem alle ein bisschen zusammenzucken: „Der ist mir doch mit Gewinnerzielungsabsicht vor das Auto gelaufen.“ Sprich: Der Fußgänger habe sich am Abend des 28. Dezember 2011 auf der Leopoldstraße vor seinen Sportwagen geworfen, um Geld zu schinden.

Amtsrichterin Friederike Möller sah das allerdings ganz anders: Wegen fahrlässiger Körperverletzung verurteilte sie den 51-Jährigen zur Zahlung von 2000 Euro Geldstrafe. Was ihm jedoch nicht nachgewiesen werden konnte, war die ebenfalls angeklagte Unfallflucht. Denn ob es nun Herr Professor war, der damals keine Polizei holen wollte oder der Fußgänger, konnte nicht mit Sicherheit festgestellt werden. Klar dagegen ist: Der Jurist hatte dem Fußgänger nach dem Unfall damals seine Visitenkarte mit sämtlichen Daten angeboten – doch der redefreudige und temperamentvolle Mann hatte sie verschmäht.

„Jetzt reicht’s aber, Du Hustinettenbär“

Auch gestern, wie schon beim ersten Termin, ahnte man, dass es bei dem Zusammentreffen dieser beiden Herren auf der Leopoldstraße nicht gerade freundlich zuging: „Ich ging bei grün, er nahm die Kurve volle Pulle. Ich dachte: Will der Vollpfosten nicht mal bremsen?“, ereifert sich der Mann und fährt fort: „Und ehe ich mich versah, landete ich mit Schmackes auf seiner Motorhaube und guckte ihn durch die Scheibe groß an.“ Zur Veranschaulichung rollt er sich im Prozess mal kurz über den Zeugentisch. Damals hätte sich Herr Professor wohl entschuldigt, ihm aber auch die Frage gestellt, ob er getrunken habe. „Ich sagte nur: Jetzt reicht es aber, Du Hustinettenbär. Fahr rechts ‘ran und lass uns das ausdiskutieren“

Polizist hatte frische Spuren am Maserati entdeckt

Dass der Fußgänger sich damals wie ein Stuntman von der Motorhaube gerollt habe und dann wieder auf seinen zwei Beinen landete – so seine Schilderung – wollte ihm Staatsanwältin Susanne Vorwerk-Wedekind allerdings nicht so recht glauben. „Dann hätten Sie erheblichere Verletzungen.“ Laut Attest hatte der Mann nur eine leichte Prellung. Ein Zusammenstoß geschah aber auf jeden Fall, davon ist Richterin Friederike Möller überzeugt: So hatte der Polizist an dem Maserati Wischspuren und einen abgebrochenen Spiegel entdeckt.

Kathrin Melliwa

Kommentare
13.12.2012
15:18
Juraprofessor verurteilt
von xxyz | #2

Unabhängig vom Fall:

Die Chance,dass jemand ins Auto rennt, ist in der Nordstadt nicht zu unterschätzen. Auf den Hauptachsen wurde ja schon der...
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2 Antworten
Juraprofessor verurteilt
von klarsteller | #2-1

Unabhängig vom Fall:

Die Chance, dass ein Autofahrer beim Abbiegen meint, dass er Vorfahrt hat, obwohl dies nicht der Fall ist, ist nicht zu unterschätzen.
An vielen Ampeln wurden sogar extra zusätzliche, warnende Blinklichter angebracht, um auf den kreuzenden Fussgängerverkehr aufmerksam zu machen. Obwohl eigentlich klar sein sollte, dass man beim rechts (oder links) abbiegen zunächste dem jeweiligen geradeaus-Verkehr immer (also auch ohne die zusätzlichen Blinklichter) die Vorfahrt gewähren muss.
Darunter leiden nicht nur Fussgänger. Und leider auch nicht nur in der Nordstadt.

Juraprofessor verurteilt
von xxyz | #2-2

In der Nordstadt passiert es häufig, dass Menschen unvermittelt auf die Strasse rennen oder aber das Rotlicht nicht beachten. Man geht davon aus, dass gebremst wird.

Dabei denke ich gar nicht an Abbiegesituationen.

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Juraprofessor verurteilt
Juraprofessor verurteilt
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2012-12-12 18:11
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