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Karfreitags-Kundgebung in der Bittermark

Jugendliche prägen Gedenken an NS-Zeit

21.04.2014 | 21:03 Uhr
Am Mahnmal in der Bittermark wurde der Opfer der Karfreitagsmorde gedacht.
Am Mahnmal in der Bittermark wurde der Opfer der Karfreitagsmorde gedacht.Foto: Oliver Schaper

Dortmund.  Die Stadt Dortmund hat am Karfreitag den Opfern der Gestapo-Morde im Süden der Stadt wenige Tage vor Kriegsende 1945 gedacht. Junge "Botschafter der Erinnerung" gestalteten die Gedenkfeier, zu deren Teilnehmern auch Lars Ricken als Vertreter des BVB gehörte. Der Verein spielt eine wichtige Rolle in der Erinnerungsarbeit.

Übe Jahrzehnte standen die Überlebenden der NS-Zeit, insbesondere frühere Zwangsarbeiter, im Mittelpunkt der alljährlichen Gedenkfeier vor dem Mahnmal für die Opfer der so genannten Karfreitagsmorde in der Bittermark. Im März und April 1945 waren in diesem Wald und im Rombergpark rund 300 Widerstandskämpfer und Zwangsarbeiter von der Gestapo erschossen worden.

Nachdem viele Zeitzeugen nicht mehr leben, haben die "Botschafter der Erinnerung" - Jugendliche, die sich mit der Geschichte des Nationalsozialismus auseinander gesetzt haben - die Aufgabe übernommen, an die Gräuel der Nazi-Zeit zu erinnern.

Botschafter der Erinnerung

Am Karfreitag taten sie das vor dem Mahnmal und damit an den Gräbern der Opfer der Karfreitags-Morde in der Bittermark wieder auf eindrucksvolle Weise - im Zusammenspiel mit den offiziellen Rednern. Als Ernst Söder als Vorsitzender des Internationalen Rombergpark-Komitees an die Ermordung von fast 300 Zwangsarbeitern und Widerstandskämpfern durch die Gestapo wenige Tage vor Kriegsende 1945 erinnerte, ergänzten die Botschafter der Erinnerung den geschichtlichen Rückblick mit szenischen Darstellungen, brachten Verzweiflung, Trauer und Wut zum Ausdruck. Am Ende trugen alle gemeinsam die zentralen Menschenrechte vor, die in der NS-Zeit unter die Räder kamen.

"Brücke in die Zukunft"

Er sei stolz auf die Arbeit der Jugendorganisationen und Schulen, stellte Oberbürgermeister Ullrich Sierau fest. "Mahnung und Erinnerung müssen weiterleben. Die Botschafter der Erinnerung sind unsere Brücke in die Zukunft." Das jährliche Gedenken in der Bittermark sei "wichtiger Teil unserer Identität als eine demokratische, solidarische und tolerante Stadt", sagte Sierau. "Erinnerung ist Ehrensache."

Auch Lars Ricken lobte als Vertreter des BVB das Engagement der Jugendlichen. "Die jungen Leute sind das beste Versprechen dafür, dass wir nicht vergessen", erklärte er im Gespräch mit Navanya Ganasathasan, einer der Botschafterinnen der Erinnerung.

BVB bekennt sich gegen Rassismus

Der BVB ist unter anderem mit seiner Fan-Abteilung an der Gedenkfeier beteiligt, die seit Jahren unter anderem den Heinrich-Czerkus-Gedächtnislauf mit organisiert, der vom Stadion Rote Erde zur Kundgebung in die Bittermark führt. Er erinnert an den früheren BVB-Platzwart, der ebenfalls zu den Opfern der Karfreitags-Morde gehörte. "Der BVB ist sich seiner gesellschaftliche Rolle bewusst", erklärte Ricken. Dazu gehöre das Bekenntnis gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.

Oliver Volmerich

Kommentare
19.04.2014
13:22
Jugendliche prägen Gedenken an NS-Zeit
von NRW1 | #2

Meine Hochachtung den jugendlichen Botschafter der Erinnerung. Es ist wichtig und richtig, dass junge Menschen sich gegen das Vergessen wenden. Wurde...
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Jugendliche prägen Gedenken an NS-Zeit
Jugendliche prägen Gedenken an NS-Zeit
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2014-04-21 21:03
Dortmund