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Jugend siegt

30.05.2012 | 22:00 Uhr
Jugend siegt
Der Dortmunder Schüler Nemorino Scheliga hat beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ gewonnen.Foto: Franz Luthe

Dortmund.   Sie sind lang, schlank, filigran, und sie können tanzen, als ginge es um ihr Leben: Die Finger von Nemorino Scheliga lieben den Erfolg – schließlich hat sich der 17-Jährige mit ihnen den Sieg beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ erspielt.

Sie sind lang, schlank, filigran, und sie können tanzen, als ginge es um ihr Leben: Die Finger von Nemorino Scheliga lieben den Erfolg – schließlich hat sich der 17-Jährige mit ihnen den Sieg beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ in seiner Kategorie erspielt, bis Redaktionsschluss als einziger Dortmunder. Seit sieben Jahren ist die Klarinette sein Instrument.

Gesang hat den Opa bewegt, der Vater ist Tenor am Theater – und er selbst heißt wie der Held in einer Oper von Gaetano Donizetti: Nemorino musste der Musik einfach verfallen. Mozarts Klänge und der Ehrgeiz, in das Schulorchester zu kommen, in dem der Bruder schon spielte, haben Nemorino Scheliga mit zehn Jahren zur Klarinette greifen lassen.

Beruhigend

Ein Griff, der heute zu seinem Alltag gehört: Seit 2008 bekommt er Unterricht von dem Dortmunder Philharmoniker Martin Bewersdorff. Mindestens zweieinhalb Stunden spielt Nemorino am Tag, am Wochenende auch deutlich länger. Wenn andere Jungs seiner Altersklasse in virtuellen Welten versinken, schwebt Nemorino in klassischen Klängen: „Das hat oft etwas Beruhigendes. Alle anderen Gedanken verschwinden – etwa die an die Funktionen in Mathe.“

Musik ist für Nemorino aber nicht nur Ruhe – sondern auch „Ehrgeiz und Motivation“. Möglich, dass er auch deshalb bereits zum zweiten Mal beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ gewonnen hat – diesmal, in Stuttgart, als einziger mit der höchsten Bewertung. „Das ist schon ein besondere Leistung“, sagt Thomas Haberkamp, der in Dortmund den Landeswettbewerb organisiert.

Nur noch ein bisschen Aufregung

Nemorino selbst erzählt mit ein wenig Stolz, aber auch einer erstaunlich abgeklärten Ruhe, wie er vor dem Wettbewerb noch einen Tee getrunken, sich warm gespielt und die Akustik des Raums untersucht hat. „Die Aufregung ist immer ein bisschen da, legt sich aber mit den Jahren“, sagt der 17-Jährige. Vor allem, seitdem er beim Bundesjugendorchester spielt.

Fünf Fachjuroren haben gelauscht, als er seine drei Werke spielte – von Weber, Hoffmeister und Denissow. „Zwischen den Stücken herrschte eine etwas unangenehme Ruhe. Aber hinterher gab es Applaus“, erzählt er.

Der Sieg ist für Nemorino nur eine Etappe: Er will auf jeden Fall Musik studieren und in einem Orchester spielen – möglichst mit internationalem Renommee. „Etwas anderes zu machen, kann ich mir gar nicht mehr vorstellen“, sagt der 17-Jährige, dessen großes Vorbild Klarinettist Martin Fröst ist.

Mit dem Bundesjugendorchester schnuppert Nemorino jedenfalls bald schon weite Welt – bei einer Reise nach China. Er freut sich übrigens nicht nur auf die Musik. „Die Gemeinschaft ist großartig.“

Nadine Albach



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