Journalistik-Professor vererbt Museum Kunstwerke

Er war eine Koryphäe des Journalistik-Studiengangs in Dortmund - und in seiner Freizeit sammelte er niederländische Kunst. Kurt Koszyk hinterlässt nach seinem Tod dem Museum für Kunst und Kulturgeschichte sieben Gemälde aus dem 17. Jahrhundert. Eins davon könnte richtig wertvoll sein.

Dortmund.. Prof. Kurt Koszyk hat sich durch seine Arbeit als Publizist und Gründungsprofessor des Journalistik-Studiengangs in Dortmund einen bleibenden Namen gemacht. Durch eine kleine Kunstsammlung, die er dem Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK) vermacht hat, wird er nun zusätzlich präsent bleiben.

Wenn andere alle paar Jahre einen neuen Kleinwagen kauften, investierte Kurt Koszyk in alte Niederländer. Bei der Auswahl der Werke niederländischer Künstler des 17. Jahrhunderts hatte er ein gutes Auge und eine glückliche Hand, bescheinigte ihm Brigitte Buberl vom MKK. "Ein großer Gewinn für uns."

Sieben Werke aus den Niederlanden

Sieben Werke hat der 1929 in Sölde geborene Publizist dem Museum vermacht, typische Landschaftsbilder und derbe Bauern- und Schankhausszenen aus der Zeit, in der diese kleinformatigen Ölbilder in Städten wie Amsterdam, Harlem und Leiden en masse produziert wurden, unter anderem in Malschulen. Bei den meisten der opulent gerahmten Gemälde ist deshalb auch nicht ganz klar, ob sie wirklich von den Künstlern stammen, denen sie zugeschrieben werden.

Im Falle des DinA4-formatigen "Bäuerlichen Familie in altem Haus" von Adrian van Ostade sollen Experten dieser Frage auf den Grund gehen. "Wenn es wirklich von Ostade ist, wäre es das wertvollste unter den Bildern", so Dr. Gisela Framke, kommissarische Museumsdirektorin. In der Ausstellung gezeigt werden soll aber zunächst der auf Kupfer gemalte "Rommelpotspieler" von Jacob Toorenvliet. "Der passt gut in unsere Sammlung", so Framke. Um alle Werke in die Schau aufzunehmen, fehlt der Platz.

Journalistik-Professor der ersten Stunde

Kurt Koszyk, der 20 Jahre lang das Institut für Zeitungsforschung in Dortmund leitete, bevor er 1977 als Professor für den Modellstudiengang Journalistik berufen wurde, hatte die Übergabe der Gemälde ans MKK schon vor Jahren in seinem Testament verfügt.

Am 1. Januar dieses Jahres starb Koszyk in München, wo er nach seiner Emeritierung lebte. "Seine Heimatliebe und die Liebe zum BVB blieben aber immer bestehen", erklärte sein Cousin Manfred Meuser bei der Vorstellung des Gemäldevermächtnisses in der Rotunde des Museums. Gisela Framke freut sich: "Auf diese Weise bleibt Kurt Koszyk mit der Stadt verbunden."

Kurt Koszyk leitete von 1957 bis 1977 das Institut für Zeitungsforschung. Davor arbeitete er als Journalist. Er habilitierte sich 1968 an der Ruhr-Uni Bochum. 1977 war er Gründungsprofessor des Modellstudiengangs Journalistik.