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Jeder fünfte Schüler in Dortmund ist Muslim

08.01.2013 | 12:12 Uhr
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Jeder fünfte  Schüler in Dortmund ist Muslim
Islamischer Religionsunterricht in einer 4. Klasse. Foto: Günter Blaszczyk

Dortmund.  Eine der größten Herausforderungen in Dortmunder Schulen gerät inmitten der Diskussionen um Sekundarschule, Inklusion oder das Sterben der Hauptschulen in den Hintergrund: die enorme Zunahme von Schülern islamischen Glaubens.

Sekundarschule, Inklusion, das Sterben der Hauptschulen: Die Diskussion um den Wandel der Schullandschaft kennt viele Schlagwörter. Eine der größten Herausforderungen speziell in Dortmund aber gerät in den Hintergrund: die enorme Zunahme von Schülern islamischen Glaubens.

Neues Licht auf diesen Wandel wirft nun eine aktuelle Statistik des Landesbetriebs IT.NRW. Laut der gestern vorgestellten Erhebung ist nämlich inzwischen jeder fünfte Dortmunder Schüler Muslim. 13 300 der insgesamt rund 61 000 Pennäler an Dortmunds Schulen zählten im Schuljahr 2011/12 zur islamischen Glaubensgemeinschaft. Das sind 21,7 Prozent. Zum Vergleich: Katholisch waren im abgelaufenen Schuljahr noch 16 000 Schüler, evangelisch rund 19 000.

Zahl der Konfessionslosen steigt

Vor 15 Jahren dagegen gab es lediglich 7335 muslimische Schüler. Bei annähernd derselben Gesamtschülerzahl betrug ihr Anteil nur 12,1 Prozent. Weil auch die Zahl konfessionsloser Schüler beständig steigt, geraten christlich orientierte Kinder und Jugendliche zahlenmäßig immer mehr in die Defensive. Gehörten im Schuljahr 1996/97 noch rund Dreiviertel aller Dortmunder Schüler einer der beiden großen christlichen Kirchen an, so sind es nun nur noch 57 Prozent. Im abgelaufenen Schuljahr waren bereits 10 000 Schüler konfessionslos (16 Prozent).

Und dass der Wandel weitergeht, zeigt ein Blick auf die einzelnen Schulformen. An den Grundschulen gibt es bereits mehr muslimische Schüler als Katholiken. Ein Viertel der 20 000 Grundschüler sind Muslime. Der Anteil der konfessionslosen Grundschulkinder beträgt 18 Prozent. An den Hauptschulen liegt der Islam bereits vorn, wenn man Katholiken und Protestanten getrennt zählt.

Ganz große Herausforderung

Für Schulamtsdirektor Bernhard Nolte wird sich diese Entwicklung fortsetzen und zählt damit zu den ganz großen Herausforderungen unseres Schulsystems - organisatorisch wie inhaltlich. Immer mehr Schulen verfrachten den klassischen Religionsunterricht an den Rand des Stundenplans, weiß Nolte. „Damit für die vielen nichtchristlichen Schüler nicht zu viele Überbrückungsstunden anfallen.“ In der Nordstadt, wo es ganze Jahrgangsstufen mit überwiegend muslimischem Schüleranteil gibt, ergibt sich das Problem, christlichen Religionsunterricht überhaupt organisiert zu bekommen. Nolte: „Im Norden gibt es Klassen, in denen beispielsweise nur ein evangelischer und zwei katholische Schüler sitzen.“ Dort müsse christlicher Religionsunterricht jahrgangsübergreifend erteilt werden.

Dem Wandel könne man aber auf Dauer so nicht begegnen, ist Nolte sicher. Lösungen sind aus Sicht des Schulamtsdirektors der bisher allerdings nur vereinzelt erprobte Islam-Unterricht in deutscher Sprache und die Einführung des Faches Ethik als Ersatzangebot für den Religionsunterricht.

Von Michael Kohlstadt

Kommentare
09.01.2013
09:25
Jeder fünfte Schüler in Dortmund ist Moslem
von Guntram | #6

Das Problem ist nicht, ob jemand Moslem ist oder nicht. Probleme sind die fehlende Anpassungswilligkeit und die deutlich höhere Priorität, die die Religion für die Moslems in unserem säkularen Deutschland hat. Oberste Priorität hat die Achtung des Grundgesetzes und der Menschenrechte. Und dem haben sich a l l e Religionen unterzuordnen. Wer aber z.B. Ernährungs- und Kleidungsvorschriften macht, die die freie Wahl, wie sie in den Grundrechten garantiert ist, zeigt seine ablehnende Haltung gegenüber den unveräußerlichen Menschenrechten. Wer auf die Religionsfreiheit hinweist, muss auch auf die Reformwilligkeit der Religionen hin drängen. Sonst bin ich für die Wiedereinführung von Hexenverbrennungen und den Verkauf von Ablassbriefen.
Willkommen im 21. Jahrhundert.

08.01.2013
20:38
Jeder fünfte Schüler in Dortmund ist Muslim
von xxyz | #5

Die Kirchen haben ein Problem mit ihren Schäfchen und gehen es nicht offensiv an. Ich könnte nicht sagen, was die Kirchen in der Umgebung veranstalten/machen bzw. wer verantwortlich ist.

Was ist aus dem Ethik-Unterricht geworden? Ich bin davon ausgegangen, dass er als Ersatz verpflichtend ist.

08.01.2013
16:55
Jeder fünfte Schüler in Dortmund ist Muslim; na und?!
von tomjerry | #4

Was für ein unsinniges Wording ("Defensive", "liegt vorn"....) mit dem bösen Eindruck einer Aufhetzung!
Die Christen in Deutschland wollen im Ergebnis keine Kinder und keine Religion und haben scheinbar andere Prios.
Aber kein Muslim wird sich auf die Fahne schreiben, dass er Kinder zeugt, um dann den Religionsunterricht zu "gefährden"...

Ethik - Unterricht empfinde ich als die sinnvollste Lösung. So kann jeder sich einen Überblick zu Andersgläubigen sich verschaffen. Wenn er mehr möchte, stehen die privaten Möglichkeiten allen offen.

08.01.2013
16:26
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #3

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

08.01.2013
14:39
r
von gebensiedasverzerrtewortein | #2

zu schnell gewesen :)

08.01.2013
14:33
"Ein Viertel
von gebensiedasverzerrtewortein | #1

der 20 000 Grundschüler sind Muslime. Der Anteil der konfessionslosen Grundschulkinder beträgt 18 Prozent. An den Hauptschulen liegt der Islam bereits vorn, wenn man Katholiken und Protestanten getrennt zählt."

Ist Ihnen klar, dass es auch unter den Muslimen verschiedene Glaubensrichtungen gibt ?
Was gibts denn für ein Ergebnis, wenn man die Muslime getrennt zählt ?
Kriegt Ihr Redakteure so wenig Kohle, dass es sich für Euch einfach nicht mehr lohnt, qualitativ guten Journalismus zu bieten ?

Man, man, man !
Ich krieg immer öfter eine Krise, wenn ich mir die Artikel hier durchlese, auch zu anderen Themen.
Aber immerhin kein Rechtschreibfehler.

Zum Thema:
Wir sind selber daran beteiligt, wenn die, von uns gewählten Volksverteter, auf eine zukunftsorientierte und familienfreundliche Politik sch......n.

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