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Jan Delay lässt Discofieber grassieren

26.10.2009 | 08:00 Uhr
Jan Delay lässt Discofieber grassieren

Dortmund. Während Deutschland nur noch über die Schweinegrippe spricht, grassierte das Discofieber in der Dortmunder Westfalenhalle 2. Die Erreger: Jan Delay und Disco No. 1.

Ansteckend der funkige Groove neuer Stücke wie „Showgeschäft”, „Abschlussball” oder „Disko”, der nicht nur Arme, Fußballen und - gelenke, sondern auch die Beine und Hüften befiel. Ebenso straff und geschliffen wie das Zusammenspiel der Combo, die Umsetzung des Discothemas in der Show: bunt die Bühnenbeleuchtung und die Anzüge der Band, während Delays Discostab anstelle einer Kugel mit den goldenen Kleidern der Background-Sängerinnen um die Wette funkelte.

Mit Party-Reißern wie „Everbody” (Backstreetboys), „U Can't Touch This” (MC Hammer) und „Yeah” (Usher) verstärkte Delay die Club-Atmosphäre und trieb mit eigenen Hits wie „Türlich, türlich” oder „Feuer” die Fieberkurve nach oben. Tanzspielchen und witzige Anekdoten zwischen den Stücken sorgten auch für Spaß und Gelächter. Zum Ende konnte er dann seine Krawatte auswringen, um das Publikum mit seinem aktuellen Chart-Erfolg „Oh, Johnny” in eine Partypause zu entlassen. Als Zugabe rundeten unter anderem „Irgendwie, irgendwo, irgendwann” und „Mercedes-Dance” einen heißen Tanzabend ab.

Fader Nachgeschmack

Und doch: Ein fader Nachgeschmack bleibt. Denn wer mit diesem Musikzirkus durch die Lande zieht, ist nicht irgendein Popsternchen, sondern der Hamburger MC, der sich im Verlauf seiner Karriere den Ruf eines Vollblutmusikers erwarb. Delay gehört nicht nur zu denen, die dem Deutsch-Rap zum Durchbruch verhalfen, sondern auch zu der Hand voll Musikern, die durch Experimentierfreude und Stilbrüche Trends in der deutschen Musiklandschaft setzten. Mit „Wir Kinder vom Bahnhof Soul” mag er zu dem Musiker herangereift sein, der er immer sein wollte. Mehr als einen perfektionierten Aufguss dessen, was auf „Mercedes Dance” erfolgreich war, bietet die neue Platte aber nicht.

Foto: Marcus Simaitis

Silke Rathert

Kommentare
27.10.2009
11:27
Jan Delay lässt Discofieber grassieren
von schranzbaum | #5

wieso man musiker nicht einfach als musiker sehen kann? muss man bei denen immer jedes wort auf die goldwaage legen? mach ich bei fussballern doch...
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2009-10-26 08:00
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