Internet-Riese will Namen microVZ verbieten lassen
03.04.2009 | 18:44 Uhr 2009-04-03T18:44:00+0200Markenrecht ist eine komplizierte Sache. Dessen war sich Dr. Dieter Kramps bewusst, als er nach sorgfältiger Planung seine virtuelle Geschäftsplattform microVZ auf der Cebit präsentierte. Jetzt bekam der Geschäftsführer des Web-Dienstleisters microShare AG Post vom Online-Studenten-Netzwerk studiVZ.
Es war jedoch weder eine Freundschaftseinladung noch eine Gruschelnachricht.
Die microShare AG konzipiert, realisiert, betreibt und vermarktet Managed Services, Web-Portale und Web-basierte Dienstleistungen an Geschäftskunden. Das Unternehmen wurde im Jahr 2000 im Dortmunder Technologiepark gegründet und hat fünf Mitarbeiter.
studiVZ Ltd. (Berlin) betreibt die Online-Netzwerke studiVZ, schülerVZ und meinVZ. Mittlerweile nutzen 13 Millionen Mitglieder die kostenlosen Dienste. Das Unternehmen finanziert sich durch Werbung und beschäftigt rund 200 Mitarbeiter.
Gruscheln bedeutet, einem anderen Mitglied durch einen Eintrag auf der Seite zu sagen, an sie oder ihn gedacht zu haben.
Der Betreiber des Netzwerks auf dem sich Studenten - und die gerne welche sein möchten - kostenlos austauschen, verabreden und darstellen können, fordert microShare auf, auf die Nutzung des Namens microVZ zu verzichten. Anderenfalls droht das Unternehmen, das der Holtzbrinck-Verlag 2007 für etwa 80 Millionen Euro gekauft hatte, mit einer saftigen Schadensersatzklage. „Wir sehen eine Markenrechtsverletzung und müssen uns wehren”, sagte StudiVZ-Sprecher Dirk Hensen.
Dieter Kramps sieht jedoch keinen Anlass auf seinen Namen zu verzichten. Bei microVZ handele es sich um einen reinen Business-Service, der auf Basis monatlicher Beträge für geschlossene Teilnehmergruppen eingerichtet wird. Nach Aussage von Dieter Kramps geht es um völlig unterschiedliche Geschäftsmodelle: „microVZ ist kein Verzeichnis für die freie Kommunikation von jüngeren Privatpersonen untereinander, sondern ein Service zur Optimierung der Kooperation in geschlossenen Business-Teams. Eine Überschneidung der Zielgruppen ist nahezu ausgeschlossen.“
Einstweilige
Verfügungen
Aus diesem Grund sieht eine Expertin für Markenrecht auf Nachfrage unserer Zeitung auch gute Chancen für microShare den Namen microVZ weiterhin benutzen zu können. studiVZ hatte in der Vergangenheit bereits gegen Markenrechtsverletzungen geklagt. Bekanntestes Beispiel ist der Rechtsstreit gegen das Wertpapier-Netzwerk BörseVZ. Das Landgericht Hamburg hatte im Januar die einstweilige Verfügung gegen die Namensnutzung von BörseVZ bestätigt. Dieter Kramps sieht darin jedoch einen völlig anderen Fall: „Das Kürzel VZ heißt sowohl bei studiVZ als auch bei BörseVZ 'Verzeichnis'. Unser VZ steht jedoch für 'virtuelle Zusammenarbeit'.” Außerdem ähnelten sich die Logis in keiner Weise, so dass keine Verbindung zwischen den Unternehmen hergestellt werden könne. „Wir bieten Groupware für Mobiltelefone und PCs. Sie ermöglicht Teams, ortsunabhängig zu arbeiten. Das hat nichts mit gruscheln zu tun”, sagt Kramps.
Dieter Kramps hat studiVZ in der vergangenen Woche eine Abgrenzungsvereinbarung angeboten, wonach microVZ ausschließlich im Geschäftskundenbereich vermarktet wird. Eine Antwort des Studenten-Netzwerks steht aus.
19:57
Schade und auch ungewöhnlich, dass die Markenrechtsexpertin nicht genannt wird.
20:29
Haben jetZt Zämtliche BuchZtaben deZ AlVabetZ den Vollen MarkenschutZ?
DaZ erklärt dann auch, Varum Literatur Zo abgehoben Verteuert wurde: für jede gedruckte Zeite Vallen immenZe LiZenZgebühren an...
P.Z.: VaZ mag Vohl mein obiger Text kotZen - äh - koZten?
03:11
Markenrecht ist eine komplizierte Sache. Dessen war sich Dr. Dieter Kramps bewusst
Ja nee, is klar, man kreiert auch zum Jahreswechsel 08/09 im stillen Kämmerlein einen Produktnamen mit äusserst ähnlicher Phonetik und Schreibweise wie ein Holtzbrinck-Produkt, dass schon seit mind. zwei Jahren äusserst erfolgreich existiert und behauptet hinterher, man wäre quasi für relevante IT-Marketing-Themen so ähnlich wie wg. Urlaub erfolgreich verreist gewesen.
Es ist schon ziemlich erheiternd, wie solche Manager im Privaten kein gutes Haar an solchen Doofen-Communities lassen, aber bei der ersten Gelegenheit alle vorgespielte Intelligenz zugunsten einer zünftigen Produktnamen-Piraterie fahren lassen.