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Intelligente Geräte von morgen

18.11.2010 | 16:00 Uhr
Intelligente Geräte von morgen
Foto: Ralf Rotmann (Westfälische Rundschau)

Dortmund. Die Freude ist riesig an der TU Dortmund. Gleich drei Forschungsbereiche auf einen Schlag sind von der Deutschen Forschungsgemeinschaft bewilligt worden. Das bringt 20 Millionen Euro und Prestige, wie TU-Prorektor Prof. Metin Tolan am Donnerstag kundtat.

Bei zwei Forschungsgebieten handelt es sich um Anschlussbewilligungen. Ein Thema ist absolut neu – und kam bei der strengen Jury voll an. Es geht um eine neue Qualität von Datenverarbeitung, wie Prof. Katharina Morik gestern ausführte. Sie will mit 18 weiteren Professor(inn)en verschiedener Fachbereiche von Informatik bis Astroteilchenphysik die Sensoren, Handys und Navis schlauer machen. „Die Geräte von heute sind nicht analysefähig“, urteilt die Wissenschaftlerin.

Geräte von morgen sollen zum Beispiel an einem Unfallort in der Atemluft von Verunfallten eine Diagnose stellen. In einer Fabrik sollen Sensoren bei Minderqualität sofort die Produktion unterbrechen, ehe teurer Ausschuss entsteht. Zu intelligenten Geräten zählt auch, dass Akku-Energie gespart wird, zum Beispiel, indem wenig genutzte Funktionen eines Handys in einen Schlafmodus versetzt werden.

Sonderforschungsbereich

Kurz: „Ziel des Sonderforschungsbereichs ist es, aus immer größeren Datenmengen Informationen zu gewinnen – zeitnah, ohne großen Energiebedarf und direkt vor Ort.“ Zwei Dortmunder High-Tech-Firmen sind bei dem Projekt mit am Start. „Wir werden schnell in die Anwendung kommen“, sichert der TU-Prorektor zu. „In vier Jahren werden praktikable Ergebnisse da sein“, ergänzt Morik.

Verlängert worden ist der Forschungsbereich, der sich mit der Verbesserung von Werkzeugen, zum Beispiel für den Automobilbau befasst. Ein Erfolg für Prof. Wolfgang Tillmann vom Lehrstuhl für Werkstofftechnik. Er will die Formen durch Roboter so beschichten lassen, dass sie auch durch harte Stähle nicht vorzeitig verschleißen. Neu entwickelte Verfahren werden bei Hoesch-Profile bereits angewendet, so Tillmann.

Patente für E-Mobil-Bau

Goldrichtig liegt auch das Forschungsgebiet von Prof. Erman A. Tekkaya vom Institut für Umformtechnik und Leichtbau. Er entwickelt superleichte Tragwerkkonstruktionen – zum Beispiel für den E-Mobil-Bau. Fünf Patente und 220 Veröffentlichungen sind ein Zwischenergebnis.

Dass Forschungsanträge keine Selbstläufer sind, erlebten die TU-Logistiker mit einem Flop. Mit der Bewilligung der Sonderforschungsbereiche seien auf einen Schlag zehn Prozent der externen Finanzmittel hereingekommen, unterstreicht Tolan die Bedeutung. Anders ausgedrückt: Von jährlich 210 abgeschlossenen TU-Doktorarbeiten hängen mehr als 50 Prozent von Sonderforschung ab.

Gerald Nill

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Intelligente Geräte von morgen
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2010-11-18 16:00
Dortmund