In Lichterkette verheddert - die dümmsten Diebe aus Dortmund

Einbrecher, Räuber und Diebe stellen sich manchmal richtig dämlich an oder haben einfach nur Pech. Foto: Ralf Rottmann / FUNKE Foto Services
Einbrecher, Räuber und Diebe stellen sich manchmal richtig dämlich an oder haben einfach nur Pech. Foto: Ralf Rottmann / FUNKE Foto Services
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Was wir bereits wissen
Ein Räuber, der sich durch Lollis vertreiben lässt, ein Dieb, der selbst bestohlen wird, oder ein Einbrecher, der im Fenster stecken bleibt. Wenn man auf die schiefe Bahn gerät und es dann auch noch schief läuft, das ist einfach - doppelt blöd.

Dortmund.. Warum sollte es Kriminellen besser gehen als anderen Menschen? Das eine oder andere Missgeschick verhagelt Einbrechern, Dieben und Räubern die Tour. Hier einige Beispiele aus den Berichten der Polizei Dortmund.

Pöbler in Plauderlaune - und schon geht's schief. Schwer mit Beleidigungen hatte im Mai 2015 ein 25-Jähriger in einem Supermarkt um sich geworfen. Die Polizei nahm ihn mit. Im Streifenwagen geriet der Mann ins Plaudern. "Autoaufbrüche habe ich nicht mehr nötig. Ich steige in Häuser ein." Die Polizei hörte interessiert zu und durchsuchte den 25-Jährigen auf der Wache. Sie fand "typisches Einbruchwerkzeug" und "mögliches Diebesgut", darunter CDs, Ladekabel, Sonnenbrille. Obwohl er Autoaufbrüche von sich wies, führten Spuren zu zwei Aufbrüchen an der Johannisbergstraße und einem an der Kruckeler Straße. Damit nicht genug, prüfte die Polizei, ob die Plaudertasche nicht noch für andere Taten in Frage kam - unter anderem für einen Einbruch in einer Grundschule in Kruckel.

Jahresrückblick 2013 Wo wir gerade bei Plaudertaschen sind: Zwei 18-Jährige wollten - ebenfalls im Mai - eine Kneipe in der Dortmunder Nordstadt ausrauben. Doch konnten sie ihren Mund nicht halten. Sie fragten einen Mann, der besagte Kneipe gerade verlassen hatte, wie viele Leute noch drin seien. Warum auch immer verrieten sie dem Mann ihren kriminellen Plan. Der machte sich davon und rief die Polizei. Während das räuberische Duo wohl noch auf den geeigneten Zeitpunkt für den Überfall wartete, kam die Polizei und nahm es fest. Einer der Tatverdächtigen hatte eine Spielzeugpistole im Hosenbein. Als die 18-Jährigen vernommen wurden, plauderten sie weiter - und gaben alles zu.

Ein Kiosk-Betreiber verteidigte im Mai 2015 sein Büdchen an der Asselburgstraße gegen einen jugendlichen Räuber, der mit einer Sturmhaube maskiert war und eine Schusswaffe in der Hand hatte. Dadurch ließ sich der Kiosk-Betreiber aus Lünen jedoch nicht einschüchtern. Er warf mit Lollis nach dem Jugendlichen. Was den nachhaltig beeindruckte: Er floh.

Männer, die am Seitenstreifen schlafen

Autobahnpolizisten entdeckten im Mai 2015 schlafende Männer am Seitenstreifen der A3 bei Leverkusen. Einer schnarchte auf der Rückbank eines Wagens, der andere bevorzugte frische Luft und nächtigte auf dem Grünstreifen. Wie sich herausstellte, war das Auto in Dortmund gestohlen worden. Die Diebe waren betrunken. Offensichtlich konnten sie jedoch nicht lange genug warten, um ihren Rausch zuhause auszuschlafen. Die Spritztour endete im Polizeigewahrsam.

Wozu so eine Weihnachtsbeleuchtung gut ist. Im Dezember 2014 wollten zwei Männer bei einer Familie einbrechen. Das klappte auch - bis zu einem bestimmten Punkt. Das Duo gelangte ins Haus, doch die Familie kam just in dem Moment vom Einkauf zurück. Die Einbrecher flüchteten Hals über Kopf. Einer der Männer verhedderte sich dabei in der Weihnachtsbeleuchtung im Vorgarten und fiel hin. Vater und Sohn hielten ihn fest, bis die Polizei kam. Den anderen konnten die Beamten kurze Zeit später festnehmen. Apropos Weihnachtsbeleuchtung - hier ein Tipp: Unbedingt mal wieder den Film "Schöne Bescherung" mit Chevy Chase anschauen.

Ob dieser Einbrecher es dem Weihnachtsmann nachmachen wollte? Im Dezember 2014 stieg ein Mann in ein Einfamilienhaus in Mengede ein. Er kam jedoch nicht durch den Kamin, sondern durchs Fenster. Doch der Wunsch blieb Vater des Gedankens: Der Langfinger blieb mit dem Oberkörper stecken. Es gab kein "Vor" und kein "Zurück". So konnte er nur noch um Hilfe rufen. Feuerwehr und Polizei befreiten den polizeibekannten 47-Jährigen. Der kam leicht verletzt ins Krankenhaus. Als Weihnachtsgeschenk erwartete ihn ein Strafverfahren ganz irdischer Art.


War das ausgleichende Gerechtigkeit? Im Juli 2014 meldete sich ein 20-Jähriger aus Bochum im Hauptbahnhof Dortmund bei der Bundespolizei: Man habe ihm 800 Euro aus seiner Umhängetasche gestohlen. Er wolle Anzeige erstatten. Die Polizei überprüfte seine Angaben mit einem erstaunlichen Ergebnis: Das Amtsgericht Reutlingen hatte den Mann im Februar 2014 wegen Diebstahls zu einer Geldstrafe von 600 Euro verurteilt. Doch die wurde nie bezahlt. Dabei blieb es auch in Dortmund. Der 20-Jährige konnte die Strafe immer noch nicht zahlen, also kam er für 60 Tage Ersatzfreiheitsstrafe in die JVA Dortmund. Seine eigene Anzeige vergaßen die Beamten jedoch nicht, die nahmen sie vorher noch pflichtbewusst auf.

Polizeihund "Tyson" biss zu

In der Kleingartenanlage "In der Meile" wollte ein 30-Jähriger Dortmunder im August 2013 auf Beutezug gehen. Dabei wurde allerdings er selbst zur Beute - und zwar von Polizeihund "Tyson". Ein Laubenbewohner hatte den Mann beobachtet, als er abends mit einer Taschenlampe in der Hand um mehrere Parzellen schlich. Der Bewohner holte die Polizei. Die umstellte die Anlage. Tyson spürte den mutmaßlichen Einbrecher auf und hinderte den Mann auf seine Weise an der Flucht: durch einen kurzen Biss.


Jahresrückblick Wo versteckt man sich in einem Bürogebäude nur, wenn das Sicherheitspersonal im Anmarsch ist? Na klar, hinter einem Schreibtisch, dachte sich ein 33-Jähriger aus Essen im Dezember 2012. Er war in ein Gebäude am Rheinlanddamm eingebrochen. Doch der Security-Mitarbeiter, der seine Runde machte, vereitelte den Raubzug. Also versteckte sich der Einbrecher hinter dem Schreibtisch. Der Wachmann bemerkte den Eindringling, ließ sich jedoch nichts anmerken. Stattdessen verständigte er die Polizei, die den polizeibekannten Essener festnahm. Und die Moral von der Geschicht': Versteck dich hinterm Schreibtisch nicht... .

Das war nicht Garfield auf der Suche nach (Pferde-)lasagne, sondern Gina, die vermeintliche Raubkatze. Im Februar 2012 wurde nachts am Reit- und Fahrverein Wickede-Asseln-Sölde Alarm ausgelöst. Polizisten der Wachen Asseln und Körne umstellten das Gelände und durchsuchten es. Es fand sich allerdings nichts Verdächtiges. Doch als die Polizisten die Sattelkammer in Augenschein nahmen, wurde klar, wer den Alarm ausgelöst hatte: Katze Gina, die es sich in der recht warmen Sattelkammer gemütlich machen wollte. Der Stubentiger musste die Kammer räumen und wurde an die Bewohner des Reiterhofes übergeben.

Diebesgut: ein Glas Sauerkirschen

War das Mundraub? Eine Frau überraschte im August 2011 zwei Einbrecher im Keller eines Mehrfamilienhauses. Sie wollte eigentlich ihre Wäsche im Keller zusammenlegen und bemerkte dabei das Duo. Die Männer türmten. Einer mit Erfolg. Den anderen, einen 37-Jährigen aus Hürth, nahm die Polizei als Tatverdächtigen fest. Er hatte die Beute noch bei sich. Ein altes Mobiltelefon und ein Glas Sauerkirschen.

Einbrecher mit leichtem Schuhwerk

Dieser Einbrecher legte offenbar keinen Wert auf stabiles Schuhwerk bei seiner nächtlichen Diebestour. Im April 2011 stieg er in Lindenhorst durch ein Badezimmerfenster in ein Mehrfamilienhaus ein. Der betroffene Wohnungsinhaber staunte bestimmt nicht schlecht, als er den 31 Jahre alten Einbrecher in seinem Bad entdeckte. Der wiederum trat die Flucht durchs Fenster an. Zurück ließ er bei seinem überhasteten Rückzug seine Schuhe: Badelatschen. Dieser Abwurf von unnötigem Ballast half ihm wenig. Die Polizei konnte ihn später festnehmen.

Rückschau Die Freude währte nur kurz: Im April 2011 brach ein bereits polizeibekannter Mann ein Auto auf und stahl eine Damenhandtasche, die im Wagen lag. Jedoch wurde er dabei beobachtet. Der Zeuge alarmierte die Polizei. Die griff sich den Langfinger nur sieben Minuten später auf der Märkischen Straße in Höhe Kreuzung Ophoff. Die Beute hatte er noch bei sich.

Einem mutmaßlichen Einbrecher, der sich sein eigenes Gefängnis bastelte, begegneten Polizisten im März 2011. Zwei Angestellte einer Metzgerei an der Nordstraße fanden einen 41 Jahre alten Mann aus Bergkamen am frühen Morgen in der Metzgerei. Er steckte zwischen Außenjalousie und Glastür fest. Die Mitarbeiter riefen die Polizei, der der Eingeklemmte eine hanebüchene Geschichte auftischte. Vier Unbekannte hätten ihn verfolgt, angegriffen und dann in den nur 40 Zentimeter breiten Spalt zwischen Jalousie und Eingangstür eingesperrt. Nur seltsam, dass die Glastür ein Loch aufwies. Wohl von einem Einbruchsversuch, vermuteten die Polizisten und nahmen den 41-Jährigen in Polizeigewahrsam.

Fehlendes Gespür für Schnee

Sein Gespür für Schnee war nicht ausgeprägt. Ein 42-jähriger Mann sollte im Januar 2011 bei einer Verkehrskontrolle in Marten anhalten. Denkste, dachte sich der bereits polizeibekannte Corsafahrer und flitzte davon. Die Polizisten folgten ihm und sahen, wie er einen größeren, dunklen Gegenstand aus dem Fenster der Fahrerseite warf. Später kam den Beamten laut Polizeibericht „die Hinterlassenschaft einer gewissen Frau Holle zur Hilfe“: Der Flüchtige brauste schnurstracks in einen Schneehaufen. Was ihn offenbar nicht aus der Ruhe brachte. Er verriegelte seine Türen und nahm Drogen. Danach war er bereit, die Autotür zu öffnen, und wurde festgenommen. Im Auto entdeckte die Polizei professionelles Einbruchswerkzeug. Bei den weiteren Ermittlungen kam heraus, dass der 42-Jährige wenige Minuten zuvor in eine Werkstatt einzubrechen versucht hatte.