Immer mehr Betriebe in Kurzarbeit
16.12.2008 | 22:05 Uhr 2008-12-16T22:05:08+010049 Dortmunder Betriebe haben Kurzarbeit angemeldet. Das sind 17 mehr als vergangene Woche. Doch laut DGB ist das Ende der Fahnenstange noch nicht abzusehen. ...
... "Wahrscheinlich wird die Zahl Anfang nächsten Jahres deutlich steigen", erklärte Eberhard Weber, DGB-Vorsitzender Östliches Ruhrgebiet. Zusammen mit Hans Jürgen Meier, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Dortmund, und dem Dortmunder Verdi-Bezirksgeschäftsführer Michael Bürger, stellte er gestern die aktuelle Wirtschafts- und Beschäftigungssituation dar sowie die gewerkschaftlichen Strategien gegen die aktuelle Krise.
"Es geht nicht um Schwarzmalerei, aber wir leben in der Realität", sagte Eberhard Weber beinahe entschuldigend. Realität ist, dass die aktuelle Wirtschafts- und Finanzkrise die Elektro-, Stahl und Handwerkerbranche erfasst hat. Kurzarbeit heißt die Auswirkung, von der zurzeit 1000 Arbeitnehmer betroffen sind, die Lohnabstriche hinnehmen müssen.
"Allemal besser als Kündigungen. Wir raten zu diesem Instrument", so Hans Jürgen Meier.
Gleichzeitig bedauerte er eine an die Kurzarbeit geknüpfte Voraussetzung: "Zuerst müssen die Leiharbeiter entlassen werden." Weber: "Das Thema Leiharbeit muss nachverhandelt werden."
Gleicher Lohn, für gleiche Arbeit lautet die Gewerkschaftsforderung. Bis zu 45 Prozent Lohnunterschied seien nicht länger hinnehmbar.
Zur Ankurbelung der Konjunktur, zur Beschäftigungssicherung sprachen sich die Gewerkschaftsvertreter für staatliche Investitionen im Bereich Bildung und Klimaschutz aus.
Das von der Bundesregierung geschnürte Paket reiche nicht aus.
Michael Bürger erklärte: "Auch wenn die Krise noch nicht voll im Dienstleistungssektor angekommen ist, ist das kein Anlass dafür, nichts zu tun."
Kritik übten Eberhard Weber, Hans Jürgen Meier und Michael Bürger an den Banken und sparten lediglich Stadtsparkasse und Volksbank aus. Indem sie kleinen und mittelständischen Unternehmen keine Überbrückungskredite genehmigten, brächten sie diese in akute Gefahr.
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