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Im "U" soll's immer rund gehen

25.03.2008 | 21:05 Uhr

Grünes Licht für den Ausbau des U-Turms - das ist ein Signal, auf das längst nicht nur OB Langemeyer oder das Museum am Ostwall gewartet hat. ...

Inka Arns, künstlerische Leiterin des Hartware MedienKunstVereins, findet die Lage des "U" an der Rheinischen Straße "gigantisch". Obwohl dem Verein künftig nur noch 1300 qm zur Verfügung stehen, soll demnächst ein Ganzjahresbetrieb aufgebaut werden. (Bild: Ralf Rottmann)

... Auch der Hartware MedienKunstVerein darf bald seine Koffer packen und an die Rheinische Straße ziehen. Bislang sind die Stätten des Hartware MedienKunstVereins (HMKV) auf die Stadt verteilt: Die Phoenix-Halle wird stets in den Monaten Mai bis Oktober zum Ausstellungshort. Die Ideenschmiede hingegen ist in tristen Räumlichkeiten in der Güntherstraße verortet. Dort hat sich Susanne Ackers, geschäftsführende Leitung, einen prägenden Satz aus einem Glückskeks an die Pinnwand gehängt: "Be patient and optimistic" - Sei geduldig und optimistisch. Der Wahlspruch von ihr und Inke Arns, künstlerischer HMKV-Leiterin, in Sachen "U".

Die Förderzusage für den Ausbau bringt auch für den HMKV enorme Veränderungen mit: Die beiden kreativen Köpfe rechnen mit einem Bedeutungszuwachs. Dortmund könne in Sachen Medienkunst bald etwa mit dem "Zentrum für Kunst und Medientechnologie" (ZKM) in Karlsruhe mithalten. "Die Lage ist gigantisch", sagt Arns zum "U".

"Die Erreichbarkeit der Phoenix-Halle ist suboptimal." Im U haben sie zwar weniger Fläche - von derzeit 2000 qm auf 1300 qm -, wollen aber einen Ganzjahresbetrieb aufbauen. Und auch von der Nähe zu anderen Kreativen versprechen sie sich Inspiration. Eine Konkurrenz zum ebenso umziehenden Museum am Ostwall befürchten sie nicht - "wir sehen das eher als Ergänzung". Gespräche mit Museumsdirektor Kurt Wettengl wollen sie in Kürze führen.

Dass dem HMKV nicht mehr viel Zeit zur Vorbereitung bleibt - das "U" soll 2010 größtenteils fertig sein - beunruhigt Ackers und Arns nicht: Mit ihrer kleinen Struktur seien sie flexibel und gewohnt, sich in unwirtlichen Räumen zu arrangieren. Für einen Ganzjahresbetrieb benötigt der HMKV allerdings mehr Mitarbeiter und so mehr Finanzmittel: Bislang bekommt der private Verein 40 Prozent seines Gesamtbudgets von der Stadt, 60 Prozent werben sie fremd ein. Von städtischer Seite sind das 149 000 Euro pro Jahr vom Kulturbüro (inklusive 25 000 Euro für Projekte) sowie 55 000 Euro für die Bewirtschaftung der Phoenix-Halle von der Wirtschaftsförderung.

"Doppelt so viel Zeit, doppelt so viel Geld", so schätzt Ackers, würde es im "U" brauchen. Die beiden wünschen sich, dass auch das Land in die Grundförderung einsteigt und sie sich 50/50 mit der Stadt teilt. Gespräche liefen bereits. "Ich bin da sehr guter Hoffnung", sagt Ackers.

Sie und Arns müssen allerdings auch noch bei einem anderen Feld Geduld zeigen: Ihren Plänen zur Kulturhauptstadt 2010. Die Projekt-anträge sind eingereicht. Eine Idee ist, "ISEA", eine international bedeutende Konferenz für Medienkunst, nach Dortmund zu holen.

"Mehr Programm als überhaupt stattfinden kann"

Die "ISEA" war noch nie in Deutschland und läuft in diesem Jahr in Singapur. Die Themen für 2010 sollen Ökologie und Ökonomie sein - und würde sowohl in einem Fachsymposium als auch mit zahlreichen Veranstaltungen (Ausstellungen, Film, Musik) bedacht werden. Das Projekt will der HMKV federführend für das Medienwerk NRW organisieren - ein Zusammenschluss von Medienkunst-Instituten.

"Wir haben mehr Programm, als im U stattfinden könnte", sagt Arns. Allein - die Projektantworten fehlen. Und es sei "extrem spät".

Da heißt es wohl: Geduldig und optimistisch sein.

Von Nadine Albach

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