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PCB-Skandal

Im Freizeitdress zum Gift-Einsatz bei Envio

25.08.2010 | 20:51 Uhr
Im Freizeitdress zum Gift-Einsatz bei Envio
Der Fall Envio. Privates Fotomaterial zeigt die Arbeitsweise auf dem Firmengelände. WR-Bild: Ralf Rottmann

Dortmund.Wie sicher ist die Sanierung des Envio-Geländes für Menschen und Umwelt? Ein Blick hinter die Kulissen und in Behördenakten nährt Zweifel. Auf dem PCB-verseuchten Terrain arbeiten Männer ohne Schutzkleidung. Neues, ultragiftiges Material ist aufgetaucht. Und der Envio-Sachverständige gibt Rätsel auf.

Jeans, T-Shirt – sie wirken wie Heimwerker, die Holzteile zersägen und Kisten zerlegen. Doch diese Arbeiter werkeln nicht auf der eigenen Terrasse, sondern auf Dortmunds giftigster Baustelle: Envio. Ungeschützt. Vor exakt einer Woche, die Außenreinigung des verseuchten Envio-Geländes lief noch auf Hochtouren, ist statt Sicherheitskleidung Freizeitdress angesagt. Von Masken, Handschuhen, Schutzkleidung keine Spur – und das zwischen Kisten und Containern mit PCB-haltigem Material. In einem Arbeitsbereich, der an ein Minenfeld erinnert.

550 000-fach verseucht

Wie nah die Gefahr ist, verdeutlicht ein Fund, den niemand auf der Rechnung hatte. Zwei schwere Überseecontainer aus Barbados wurden entdeckt. Sie standen draußen, unter freiem Himmel, einfach so. Die Staatsanwaltschaft ließ sie öffnen und untersuchen. Eine vom Labor Eurofins in Münster untersuchte Wischprobe sprengte den Sanierungszielwert für PCB um mehr als das 550 000-fache.

Das hochgradig verseuchte Material habe nicht etwa zur Auslieferung angestanden, erklärt die Staatsanwaltschaft auf Anfrage der WR. Ob der Container im Freien gut aufgehoben ist – dazu Oberstaatsanwältin Dr. Ina Holznagel: „Es gibt keine Richtlinien in der Betriebsgenehmigung, die besagen, dass Behälter mit PCB-belastetem Material an einer bestimmten Stelle gelagert werden müssen.“ Der Arnsberger Arbeitsschutz wacht über die Sanierung des Envio-Geländes. Eine WR-Anfrage bei der Bezirksregierung zum Stand der laufenden Außensanierung blieb bis gestern Abend unbeantwortet.

Tausende von Tonnen belastet

Der Barbados-Container ist nicht das einzige heiße Eisen auf dem 55 000 Quadratmeter-Gelände. Sollte das Außengelände nach dem zweiten Reinigungsgang tatsächlich giftfrei sein, kämen die Hallen an die Reihe; vorneweg das so genannte Zelt. Und da kommt es knüppeldick. Das nur als Wetterschutzlager konzipierte Leichtbaukonstrukt ist komplett mit PCB verseucht. Die Konzentrationen liegen 1000-fach über dem Grenzwert. Höchstbelastetes Material stapelt sich bis unter die Decke – „Tausende von Tonnen“, schätzen Ex-Beschäftigte. Wo anfangen? Was wegnehmen? Und wohin damit? Drängende Fragen auf engstem Raum.

Foto: privat

Dr. Dieter Rackwitz ist der Sachverständige, dem Envio vertraut. Im Auftrag der Giftfirma hat er die unbefestigten Freiflächen beprobt und befunden: „Die Belastungen sind so niedrig, dass der allenthalben gebrauchte Begriff vom ‚PCB-verseuchten Envio-Gelände’ aus dem mündlichen und schriftlichen Berichten über den ‚Envio-Skandal’ nun verschwinden sollte.“ Fünf Tage später muss derselbe Experte erklären, warum der PCB-Gehalt vor und neben dem Zelt dann 40-fach über dem Grenzwert liegt. „Plausibel“ sei, dass die Bezirksregierung das verantworte, sagt er. Die habe rostige PCB-Bleche mit Gabelstaplern transportieren lassen. Und dabei müsse der Giftstaub „herausgerieselt“ sein. Andere Reime fallen Rackwitz schwerer. Als er vor Halle 55 eine 26-fache Überschreitung des PCB-Grenzwertes feststellt, muss er „recherchieren, ob das eine Relevanz für die Umwelt hat“.

Schnellreinigung ohne Absprache

Die Spitze der benachbarten Firma ABP Induction Systems GmbH macht eigene Erfahrungen mit Beauftragten der Giftfirma. Zwei Tage nach Schließung der PCB-verseuchten Betriebskantine (wir berichteten) spricht ABP-Geschäftsführer Bernd Bartelheimer mit Envio-Berater Stockmann über die nötigen Maßnahmen. Die Vereinbarung: „Sobald wie möglich muss ein Sanierungskonzept her.“ Als Bartelheimer am Tag darauf, einem Samstag, zufällig in die Firma kommt, reibt er sich die Augen. „Tische und Stühle standen draußen. Die Reinigung lief schon – ohne sie mit uns abzustimmen.“ Auch ohne Erfolg, wie eine Beprobung zeigt. Die PCB-Konzentrationen in der Kantine lägen immer noch 50 Prozent zu hoch, beklagt Bartelheimer. „Das sind keine Werte, bei denen wir unseren Leuten raten könnten, dort zu essen. Ich werde es jedenfalls nicht tun.“ Die Situation ist ungeklärt. „Envio muss das ganze in Ordnung bringen“, sagt der ABP-Chef. Wann die Kantine wieder öffne? „Das liegt in der Schwebe. Wie der Rest auch.“

Klaus Brandt

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29.08.2010
05:35
Im Freizeitdress zum Gift-Einsatz
von vaikl | #16

@ #15 Codias
Habe ich irgendwo im Netz vielleicht etwas übersehen, dass eben diese Geschäftsleitung das will?

Ja, haben Sie. Mindestens an der Stelle, als Neupert behauptete, alle medizinisch *notwendigen* Untersuchungen wären von der Betriebsärztin gemacht worden. Ihr messerscharfes Urteil hätte lauten müssen: Nein, es wurden nur alle medizinisch *erforderlichen* Untersuchungen nach BG-Grundsätzen durchgeführt. Und diese hätten nach Sachkenntnis-Anforderung für einen Entsorgungsfachbetrieb mit einer Anlagen-Zulassung zur PCB-Öl-haltigen Trafo-Entsorgung nicht ausreichen dürfen.

Aber ok, vielleicht bin ich auch viel zu kritisch mit solchen intellektuellen Selbstleistungen. Es geht ja auch nur um Geld. Viel Geld.

Tun es denn wilde Spekulationen und die grundsätzliche Annahme des Schlimmsten?

Ich habe weder hier bei der WR noch anderswo gelesen, dass es jetzt um das Schlimmste geht. Woher haben Sie diese Eingebung?

Es ist immer noch angebracht, bei PCB-Kontaminationen dieser Größenordnung, wie sie bei den Envio-Mitarbeitern angetroffen wurde, über ein massiv erhöhtes karzinogenes Risiko zu reden. Es ist ja noch nicht einmal wissenschaftlich belegt, dass die üblicherweise vorgenommene Messung der bislang sechs meist-entdeckten PCB-Kongenere nach Ballschmiter irgendeine Aussage über die tatsächliche Kontamination zulässt.

Wir reden hier eben nicht über eine diffuse Auswirkung von PCB in Dichtungs- und Isoliermassen, die uns überall umgeben und auch am Nordpol nachweisbar sind, sondern über ganz spezielle Askarele und damit höchst gefährliche Kongenere unter den über 200 möglichen Polychlor-Biphenyl-Verbindungen, deren Verbreitung nur durch schludrigen Umgang möglich ist.

Ich darf nochmal darauf hinweisen, dass weder die koplanaren PCB noch die extrem gefährlichen dioxin-/furan-ähnlichen PCB aus den Askarel-Produkten im Fokus der bisherigen Untersuchungen standen.

27.08.2010
23:21
Im Freizeitdress zum Gift-Einsatz bei Envio
von Codias | #15

# 14

Ich soll der Geschäftsführung von Envio helfen? Da haben wir es ja wieder. Da ist es wieder dieses schwarz/weiß denken. Da bemühe ich mich um einen sachlichen Blick auf Thema und Zusammenhänge und direkt wird „Sachlichkeit“ automatisch mit Solidarität mit Envio gleichgesetzt. Wer sich nicht dem allgemeinen Draufhauen anschließt, ist also direkt ein Sympathisant mit den vermeintlich kriminellen? Und „vermeintlich“ aus dem Grunde, dass ich persönlich einen Unterschied zwischen Verantwortung und kriminellem Handeln sehe und Vorverurteilungen ablehne.

Zudem, habe ich in meinem vielleicht zu langen letzten Post etwas übersehen welches Sie zu der Annahme kommen lässt, dass ich die Envio Geschäftsleitung von irgendwelchen Verantwortungen entheben will? Habe ich irgendwo im Netz vielleicht etwas übersehen, dass eben diese Geschäftsleitung das will? Oder ist die Tatsache, dass leider noch keine öffentliche Verantwortung übernommen wurde und wenn auch nur in Teilbereichen, schon genug sie um der Leugnung zu bezichtigen?

Meine Meinung wird die WHO genauso wenig interessieren wie die Ihre. Aber haben Sie denn einmal eruiert, warum dieser Maßnahmenkatalog erstellt wurde? Oder ist die Tatsache, dass er überhaupt existiert schon Beweis genug für alle vermuteten Wirkungen von PCB? Zudem liegt es überhaupt nicht in meinem Interesse, den Verdacht auszuräumen, dass PCB’s krebserregend sein „können“, so etwas überlasse ich persönlich Menschen die sich mit so etwas besser auskennen. Aber die Tatsache, dass etwas nicht wissenschaftlich belegt ausgeschlossen werden kann, bedeutet im Umkehrschluss nicht, dass das Gegenteil der Fall ist. Und es stimmt, dass „wir“ nichts wissen hilft „diesen“ Menschen auch nicht weiter. Tun es denn wilde Spekulationen und die grundsätzliche Annahme des Schlimmsten? Und ich will auch niemandem einreden von nun an sorglos leben zu können aber ich halte auch nichts davon Menschen zu verunsichern und ihnen die schlimmst möglichen Szenarien vor Augen zu halten, egal wie unwahrscheinlich sie nach Meinung kompetenter Leute, nämlich der Ärzte sind, wenn auch diese Un- oder Wahrscheinlichkeit aufgrund mangelnder Studien nicht beziffert werden kann. Mir persönlich hat eine möglichst sachliche Sichtweise am meisten geholfen.

Herr Vaikl, es freut mich wirklich sehr, dass es Menschen wie Sie gibt die sich mit so viel Enthusiasmus einer solchen Angelegenheit widmen und glauben Sie mir, dass ist wirklich ernst gemeint. Man sollte sich nur nicht derartig verrennen, dass einem der Blick auf das Ganze verschwimmt. Im übrigen lese ich Ihre Kommentare neben vielem anderen sehr genau, sowohl auf dieser, wie auch auf anderen Plattformen und ich muss sagen, ihre früheren Kommentare gefielen mir besser. Die waren ebenfalls kritisch aber dabei offener in alle Richtungen.

Aber sorry, ich verrenne mich auch gerade, denn eigentlich sollte es in meinem Kommentar nicht um Sie gehen (weshalb ich das auch ab sofort unterlassen werde), sondern ausschließlich um diese Form der medialen Berichterstattung, die ich im übrigen bei keiner anderen Zeitung, keinem anderen Sender, derartig polemisch finde wie bei den Artikeln von Herrn Brandt mit “t“. Meine Meinung bin ich los geworden und nun schauen wir mal wie die nächsten Ereignisse möglichst auflagesteigernd aufbereitet werden. Nun überlasse ich gerne Ihnen das letzte Wort. ;-)

27.08.2010
14:55
Im Freizeitdress zum Gift-Einsatz bei Envio
von vaikl | #14

@ #13 Codias

Bei all den Relativierungsversuchen, die Sie hier konform zur Envio-Geschäftsführung anbringen und damit Neuperts These von den ABB-Altlasten unterstützen wollen - ja, Sie können damit durchaus Recht haben, dass ein nicht kleiner Teil der jetzt gemessenen Kontamination durch den Vornutzer des Geländes verursacht wurde.

Und ich bin nun mal hier einer der Wenigen gewesen, die von Anfang an in ihren Kommentaren darauf aufmerksam machten und auch eine evt. Rolle der Kunden und Abnehmer hervorhoben. Das unterscheidet mich bis dato deutlich von Herrn Brandt, also fahren Sie Ihre Zähne mal wieder ein.

Ich habe ebenso immer wieder Herrn Brandts sehr einseitige Klagen allein gegen die Bezirksregierung bemängelt und bin bei Ihnen, wenn es um die Komplexität der Verantwortlichkeiten geht. Da ist noch längst nicht Alles auf dem Tisch und deshalb hören meine Recherchen auch noch lange nicht auf. Lesen Sie meine Kommentare bitte richtig.

Allerdings entheben diese ganzen noch nicht diskutierten Fakten Envio nicht der Verantwortung für den gepachteten Grund, die Anlagen und die Mitarbeiter. Niemand kann der Öffentlichkeit glaubhaft verklickern, dass Neupert und Harks bei der Ausgliederung gedacht hatten, einen völlig jungfräulichen Betrieb zu übernehmen, um so den Regeln des BodenSchutzgesetzes zu entgehen. Die heimliche Sanierung in 2007 spricht ja wohl Bände dagegen.

Und was die medizinische Einordnung einer PCB-Kontamination im menschlichen Körper angeht - solange es keine klinischen Studien *am Menschen* gibt, wird auch Niemand den Verdacht wissenschaftlich belegt ausräumen, dass PCB Krebs verursachen *können*. Damit ist alles über die Gefährlichkeit dieser Substanzen gesagt und den Betroffenen werden auch Sie nicht einreden können, dass sie von nun an sorgenlos leben. Allein die erforderlichen Biomonitoring-Maßnahmen sind belastend und teuer genug. Dass wir nichts wissen, hilft diesen Menschen auch nicht weiter.

Sie können ja gern die WHO anrufen und um Rücknahme des Maßnahmenkatalogs zur Vernichtung der weltweiten PCB-Reste bitten, weil sooo schlimm ist es ja Ihrer Meinung nach nicht, dass man die Industrie von guten Kupfer-Geschäften abhalten muss.

Ihre Medienschelte trifft aber immer die Falschen, solange Neupert und Co. mauern, verzögern, schweigen und anscheinend selbst nicht wissen, wie sie einer zwangsläufig hochinteressierten Öffentlichkeit ihre eigenen Wahrheiten verkaufen sollen. Sie können denen ja helfen...

27.08.2010
13:23
Im Freizeitdress zum Gift-Einsatz
von Codias | #13

#9 Herr Vaikl, nun mal Hand aufs Herz. Hätten Sie an Stelle von Envio Herrn Brandt eingeladen? Und die eingeladenen Medien sind weniger kritisch als Herr Brandt? Das sehe ich anders, sie sind nicht weniger kritisch, sie sind sachlicher. Denn die Fakten bringen Sie genauso wie ein Herr Brandt, wenn diese auch zugegebener Maßen oft zuerst von eben diesem ausgebuddelt werden. Aber sie arbeiten nicht alles derartig populistisch auf.

Und im Bezug auf den von mir im letzten Post zitierten Satz, ist es kritisch wenn man weil man keine Antworten bekommen kann sich seine Antworten selber bastelt und veröffentlicht? Wenn das ein Herr Vaikl in einem Kommentar macht, ist es das eine, so etwas in einem Artikel zu bringen etwas anderes. Es ging bei dem angegeben Messwert um einen Fahrweg. Herr Vaikl, wissen Sie ob und in welcher Form sich in Teer oder Beton gebundenes PCB lösen könnte? Ob es durch Abrieb eventuell frei gesetzt wird oder in der Fläche verbleibt? Also mir selber ist ein Spezialist der sich in ungewöhnlichen Fällen erst noch einmal schlau macht erheblich lieber als grundsätzliche Alleswisser die mit ihrem Halbwissen hausieren gehen.

Zum anderen Herr Vaikl, sie verwechseln die Hallen. Der TSW, war Mieter der Halle 2 und hier von kumpeliger Verschiebung von Trafos zu schreiben ist ein Schluss der ausschließlich dadurch begründet ist, dass beide Firmen aus ABB entstanden sind? Ach ja, so einfach ist die Welt.

Herr Vaikl, es tut mir leid wenn ich Sie aus ihrer Realität heraus holen sollte, aber die Welt teilt sich nicht in Gut und Böse, in gute Menschen und Envio. Kein Mensch streitet ab, dass Envio für die PCB Belastung ihrer Mitarbeiter verantwortlich ist, kein Mensch streitet ab, dass Envio für die Kontamination des Betriebsgeländes verantwortlich oder zumindest mitverantwortlich ist, in welcher Größenordnung auch immer, denn schließlich wird an diesem Standort ja nicht erst seit diesem Jahrtausend mit PCB gearbeitet.

Was ich jedoch abstreite ist die sachliche Ausarbeitung dieser Angelegenheit von den Medien, vor weg Herrn Brandt und dadurch begründet auch nicht bei den Ämtern. Selten habe ich einen solchen Reigen von Menschen gesehen die sich an jeder Sachlichkeit vorbei und nur um Aufmerksamkeit buhlend ein Stelldichein vor der Presse geben.

Jedoch dieses Auslegen von Fakten wie es einem gefällt ist es was ich ankreide und als weniger guten Journalismus bezeichne. Wäre Herr Brandt ein Staatsanwalt würde er wegen Befangenheit von dieser Angelegenheit abgezogen, denn man bekommt kein umfassendes Bild wenn man immer nur die gleichen Mitarbeiter fragt und nur Dinge heraus stellt, die die eigenen Interpretationen untermauern.

Genauso wenig, wie es ein umfassendes Bild schafft wenn ein Herr Vaikl das Internet nach PCB Studien durchforscht und ausschließlich die zur Sprache bringt, die die gefährliche Wirkung von PCB betonen aber die Studien vergisst die einen Zusammenhang zwischen PCB und schweren Erkrankungen wie Krebs nicht erkennen können. Aber klar, eine Aufzählung schwerer Krankheiten, während der Begriff Verdacht vergessen wird ist natürlich interessanter für Leser als der schlichte Satz, Wir wissen es nicht. Wenn man so also Emotionen und Hass schürt ist es ja auch ganz praktisch, dass man den Generalverantwortlichen bereits ausgemacht hat. Ist ja auch sehr viel einfacher als ein Versuch die kompletten Zusammenhänge zu erkennen, würde doch auch den Leser nur überfordern. (Achtung Ironie)

27.08.2010
08:29
Im Freizeitdress zum Gift-Einsatz
von Tante Trude | #12

Wer dort jetzt noch ohne Schutzkleidung arbeitet obwohl das bekannt ist, dem ist auch nicht mehr zu helfen.

27.08.2010
07:30
Blockierter Kommentar.
von nie88 | #11

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

27.08.2010
07:28
Im Freizeitdress zum Gift-Einsatz
von nie88 | #10

1.
mal schauen von welchen Firmen die Leute kommen...(Leihsklaven)
2. Schutzkleidung kostet Geld!

27.08.2010
05:00
Im Freizeitdress zum Gift-Einsatz bei Envio
von vaikl | #9

@ #8

Es kann durchaus sein, dass Herr Brandt (mit t) überhaupt keine Gelegenheit hatte, Herrn Dr. Rackwitz direkt zu befragen, da er anscheinend nicht - aus Sicht der Envio aus verständlichen Gründen - zum inszenierten Presserundgang eingeladen wurde. Weit weniger kritische Medien wie WDR oder RN hatten wohl mehr Vertrauen beim Firmenchef.

Ich verstehe jetzt Ihren Einwand bez. divergierender Messergebnisse auf dem Firmengelände nicht so ganz. Frau Düsterhaus hatte das ja gestern komischerweise auch noch mal im Lokalzeit-Interview betont, dass es auf dem *gesamten* Envio-Gelände (also inkl. der Untermieter-Quadratmeter) unterschiedliche Messergebnisse geben würde.

Das war nach den glaubwürdigen Schilderungen der Ex-Mitarbeiter auch nicht anders zu erwarten, da PCB sich nicht wie Staub oder Luftgemische generös verteilen.

Die Halle 55 ist sicherlich eine exponierte Stelle, da dort auch die Transformatoren Service West GmbH, ebenso eine ABB-Ausgründung, werkelt und auch PCB-Öl-Trafos aufbereitet. Aber was ist denn bitte der Schluss aus diesen Fakten? Die TSW hat die Weiße und die Schwarze Envio-Halle mit ihren Arbeiten verseucht? Oder vielleicht die schlimmen Bleche dort untergestellt?

Es ist auf jeden Fall unvermeidbar, dass auch die TSW in die staatsanwaltlichen Ermittlungen einbezogen wird, aber eine Ursächlichkeit für die massiven Kontaminationen auf dem eigentlichen Envio-Betriebsgelände sehe ich dabei nicht. Eher eine kumpelige Verschiebung von Trafos, um Kosten zu sparen und innerhalb einer gemeinsam entstandenen Geschäftsbeziehung schön Wetter zu machen.

27.08.2010
03:46
Im Freizeitdress zum Gift-Einsatz
von Codias | #8

Als er vor Halle 55 eine 26-fache Überschreitung des PCB-Grenzwertes feststellt, muss er „recherchieren, ob das eine Relevanz für die Umwelt hat“.

Herr Brand, ein investigativer Jounrnalist hätte mal gefragt warum das abgeklärt werden muss. Kann es vielleicht einen Grund geben warum die Relevanz erst überprüft werden muss, wärend andere Grundstücksteile schon bei einfacher Überschreitung (oder weniger?) als umweltrelevant und reinigungspflichtig angesehen werden? Einfach nur einen Hinweis von Herrn Lohmann auf ein bereits seit längerem im Netz stehendes Schriftstück aufzugreifen ohne Hintergrundinfos einzuholen ist dem kritischen Leser zu wenig.

27.08.2010
03:05
Im Freizeitdress zum Gift-Einsatz bei Envio
von vaikl | #7

@ #6

Es geht schon seit dem Zeitpunkt, als Schröders RotGrün den Recycling-Gedanken in löchrige, von der Industrie beeinflusste Gesetzespakete zur weitgehenden Privatisierung der Entsorger-Wirtschaft gegossen hatte, nur ums Geld.

Damals wurde ja auch bei der ABB beschlossen, dass man die bis dato größtenteils konzern-interne PCB-Entsorgung nun als lukratives Geschäft mit dollen Umwelt-Aktien betreiben könne - natürlich nicht unter eigenem Namen, denn der hatte damals schon genug Skandale zu verkraften.

Ohne das Händchen-Halten der ABB-Fürsten für Neupert beim entscheidenden Management-Kongress der WHO in Zürich 2004 zum weiteren Vorgehen bei der Restentsorgung der noch immer vorhandenen Millionen Tonnen PCB weltweit hätte es keinen Börsengang von Envio, kein Belügen der Aktionäre mit supidupi-Gewinnen und auch keinen so großen Druck auf Neupert gegeben, Umsätze zu produzieren - koste es, was es wolle.

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