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Kritik der IHK-Spitze

IHK sieht Sparen als Alternative

19.07.2012 | 20:00 Uhr
IHK sieht Sparen als Alternative
Der Dortmunder Unternehmer und IHK-Präsident Udo Dolezych.

Dortmund.   Eigentlich ist die Stimmung ordentlich bis gut in der Dortmunder Wirtschaft. Eigentlich. Wenn da nicht die Pläne der Stadtverwaltung für eine Erhöhung der Gewerbesteuer wären. Für die Spitze der Industrie- und Handelskammer kontraproduktiv und ein Unding.

IHK-Präsident Udo Dolezych und Hauptgeschäftsführer Reinhard Schulz sehen die Entwicklung der öffentlichen Haushalte mit Sorge. Einsparen müsse die Devise lauten, statt Drehs an der Einnahmen-Schraube. „Letztlich sind Gewerbesteuererhöhungen Wirtschaftsverhinderung und nicht Wirtschaftsförderung“, sagt Dolezych.

Langfristig stabil

Die Probleme der Langzeitarbeitslosigkeit seien zu komplex und sollten nicht als Feigenbatt genutzt werden, um die Steuer für die Unternehmen zu erhöhen. Die Stadt Dortmund habe ohnehin schon einen der höchsten Hebesätze. Die IHK-Spitze registriert dabei mit Interesse die politische Diskussion. Auch vor dem Hintergrund, dass erst kürzlich auch SPD-Fraktionschef Ernst Prüsse eine Erhöhung abgelehnt hatte und die Pläne des OB somit mitnichten durch den Rat schon abgesegnet sind.

Ansonsten schaut die IHK relativ zufrieden auf die Konjunktur. Trotz Eurokrise. Der Optimismus der heimischen Wirtschaft wird derzeit nur leicht gedämpft, so die Ergebnisse der letzten Konjunkturumfrage. Danach bewerten 90 Prozent der Firmen ihre Lage als gut bis befriedigend. Waren es im April 2012 noch gut 93 Prozent, die von einer gleichbleibenden bis besser werdenden Konjunktur ausgingen, so sind es jetzt noch etwas mehr als 87 Prozent. Das ließe hoffen, dass die wirtschaftliche Lage auch langfristig stabil bleibe, so die Kammer-Spitze.

Zu wenig Gründer

Der Arbeitsmarkt habe sich zwar nicht wie erhofft entwickelt – mit Blick auf die Jobs in ihren Firmen bleiben die Unternehmer aber zuversichtlich. 91,4 Prozent erwarten, dass die Zahlen gleich bleiben oder sich sogar leicht erhöhen können. Hauptgeschäftsführer Schulz wies gestern zudem darauf hin, dass sich die „Schere auf dem Ausbildungsmarkt weiter schließt“. Zwar verzeichnet die IHK einen Anstieg bei den Mitgliedsunternehmen, neuer Unternehmergeist täte der Region allerdings nach wie vor gut, denn die Zahl der Existenzgründungen ist leicht rückläufig. Nach Erfahrungen der Kammer suchen in konjunkturell guten Zeiten die Menschen eher einen sicheren Arbeitsplatz, als dass sie ein unternehmerisches Risiko eingehen. Im letzten Jahr gab es bei der IHK 1100 Gründerberatungen – ein Minus von acht Prozent verglichen mit 2010.

Frank Bußmann



Kommentare
20.07.2012
11:28
IHK sieht Sparen als Alternative
von superimpi | #2

Ich wünschte mir anstelle einer Gewerbesteuer-Erhöhung lieber ein leidenschaftlicheres Engagement von Wirtschaftsförderung ect. um in Dortmund neue Firmen anzusiedeln. Und zwar nicht solche, die mittels Subventionen dann als 2-5 - Mann - Firmen dahindümpeln, sondern um Vertretungen und Niederlassungen von Konzernen u.ä..
Höhere Einnahmen durch Ansiedelung neuer, erfolgreicher Firmen sind erforderlich, aber keinesfalls eine Erhöhung der Steuer, welche gleichzeitig eine Abschreckung neuer Firmen in Dortmund darstellt. Achso - und ganz ganz schnell sind wir dann wieder bei Flughafen, B1-Tunnel u.s.w..

20.07.2012
09:51
IHK sieht Sparen als Alternative
von drengler2 | #1

Der Bauer weiss, dass man eine Kuh, die man melken will, nicht schlachten darf. Und - wenn eine Kuh schon 30 Liter Milch am Tag abgibt, dann macht das Steigern des Saugdruckes an der Melkmaschinbe wenig Sinn und erzeugt allenfalls Schmerzen und Euterentzündungen bei der Kuh, was den Milchertrag und die Milchverwertung drastisch senkt. Aber gut - die SPD-Genossen sind halt alles "Stadtkinder" .....

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