„Ich passe in keine Schublade“ sagt Dana Fuchs vor Piano-Konzert in Dortmund
23.02.2012 | 17:29 Uhr 2012-02-23T17:29:00+0100
Am 18. März kommt sie ins Piano an der Lütgendortmunder Straße: Dana Fuchs. Die US-Sängerin stand schon mit Größen wie Etta James oder Marianne Faithful auf der Bühne. Seit ein paar Jahren hat sie sich auch in Europa einen Name gemacht. Andreas Winkelsträter sprach mit der 35-Jährigen über ihre Vorfahren, ihre Idole und das neue Album „Love To Beg“.
Am 18. März kommt sie ins Piano an der Lütgendortmunder Straße: Dana Fuchs. Die US-Sängerin stand schon mit Größen wie Etta James oder Marianne Faithful auf der Bühne. Seit ein paar Jahren hat sie sich auch in Europa einen Name gemacht. Andreas Winkelsträter sprach mit der 35-Jährigen über ihre Vorfahren, ihre Idole und das neue Album „Love To Beg“.
Der Namen Fuchs klingt Deutsch...
Dana Fuchs: Ja, das stimmt. Die Eltern meines Vaters sind Deutsche. Ihre Vorfahren stammen aus der Gegend von München. Er war der Fuchs.
Dann können wir das Interview auch auf Deutsch führen?
Das wäre sicher nicht so eine gute Idee. Außer „bitte“ oder „danke“ ist da nicht viel übriggeblieben (lacht).
Wie kam es dazu, dass Sie singen wollten?
Das ist eine gute Frage. Wir waren zu Hause eine große Familie. Ich war das jüngste von sechs Kindern. Da war immer viel los. Zu Hause wurde jede Menge Musik gehört. Als jüngstes Kind in der Familie habe ich Led Zepplin gehört. Eigentlich alles mögliche. Und da bin ich infiziert worden.
Gab’s da einen Interpreten oder eine Schallplatte, die es Ihnen besonders angetan hat?
Ja, das war Billie Holiday. Zumindest zu Beginn. Über sie habe ich einen Film gesehen, mit Diana Ross in der Hauptrolle. Diese Stimme, dieses Tiefe, das Inspirierende, das hat mich gleich fasziniert. Später kamen andere hinzu, etwa Otis Redding, Tina Turner, Joe Cocker und viele mehr.
Ich habe meine eigenen Geschichten
Zunächst sind Sie mit Coverversionen aufgetreten.
Ja, das stimmt. Es waren viele Blues- und Rockstücke meiner Idole. Doch irgendwann habe ich dann gemerkt, dass ich ihre Geschichten nicht in mir trage, dass ich anders bin. Eine andere, eine eigenständige Sängerin. Und ich realisierte, dass ich eine Menge eigener Geschichten zu erzählen habe. Meine Geschichten.
Einer der Namen, der sich mit ihrer Person verbindet ist Janis Joplin.
Ja, im Musical „Live Janis“ habe ich sie gespielt, habe ich etwas über sie und ihr Leben erfahren. Das war eine tolle Sängerin, immer am Limit. Das Musical war auch ein Erfolg. Doch Tag für Tag, Woche für Woche wurde ich in ein Korsett gezwängt, in das Korsett Janis Joplin. Die konnte ich zwar spielen, wie es mir gefiel. Doch das Korsett Janis war da. Da wollte ich wieder raus und habe meine eigene Musik gemacht.
„Ich konnte mich frei für meine Musik entscheiden“
Und die eigene Musik und die ihre Geschichten erzählen Sie u.a. auf dem neuen Album „Love To Beg“?
Das ist mein Album, meine Musik. Ich bin stolz darauf, dass wir es ohne Druck und Zwang produzieren konnten. Da gab’s niemanden, der mich in die Schublade Blues, in die Schublade Rock oder in die Schublade Soul zwängen konnte. Das ist einfach meine Musik. Das bin ich. Und das ist mir wichtig, dass ich mich frei entscheiden konnte.
Häufig versuchen Künstler aus Deutschland oder aus Europa in den USA Fuß zu fassen. Bei ihnen war das umgekehrt.
Bevor ich in den USA bekannt geworden bin, hat mir Europa die Chance gegeben, hier mich und meine Musik vorzustellen mit dem Album „Lonely For A Lifetime“. So ist mir Europa oder auch Deutschland wichtig geworden. Und ich komme gerne hierhin zurück.
Wenn Sie im Piano auftreten, was werden Sie spielen?
Das weiß ich noch nicht so genau. Natürlich Songs von den beiden Alben. Vielleicht auch den einen oder anderen Coversong. Das muss ich sehen, etwa von den Beatles, die ich ja im Film „Across The Universe“ singen durfte. Das sind schon interessante Stücke. Es ist aber mittlerweile auch ein tolles Gefühl, wenn die Fans meine Songs kennen, sie sich während des Konzertes wünschen. Denn für mich ist der Kontakt zu den Fans wichtiger als die Arbeit im Studio. Denn auf der Bühne blühe ich regelrecht auf. Das bin dann ich.
INFO
Tickets: VVK 18 €, AK 23 €.
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