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Konzert

Hubert von Goisern jodelt im FZW-Wohnzimmer

15.10.2012 | 16:02 Uhr
Konzert Hubert von Goisern

Dortmund.  Wenn's auf der Bühne jodelt und sich Ziehharmonika an E-Gitarre schmiegt und Songs eigentlich Liadl sind – dann ist Hubert von Goisern am Werk. Am Sonntag hatte der Alpenrocker aus Oberösterreich sein musikalisches Wohnzimmer im FZW aufgebaut.

Wenn's auf der Bühne jodelt und sich Ziehharmonika an E-Gitarre schmiegt, wenn die Musiker Schartlmüller und Trogbacher heißen und Songs eigentlich Liadl sind – dann ist Hubert von Goisern am Werk. Am Sonntag hatte der Oberösterreicher sein musikalisches Wohnzimmer im FZW aufgebaut, mit gemütlichen Stehleuchten, netten Gesprächen und ein wenig Hausmusik. Lauter Hausmusik wohlgemerkt, mit Anklängen an Balkan, Blues und Blasmusik.

Aber Moment... – 60? Der Mann wird im November 60? Und steht seit mehr als 30 Jahren auf der Bühne? Man glaubt es kaum. So frisch, so unverbraucht, so wenig eingefahren wirken der Alpenrocker und seine drei (weit jüngeren) Musiker. Nach so langer Zeit als Berufsmusiker noch so viel Spaß auf der Bühne zu haben zeugt von wahrer Leidenschaft. Immer ein schelmisches Grinsen auf den Lippen, und in den Augen blitzende Ironie. Und Hubert von Goisern liebt nicht nur das Mikro, sondern auch sein Publikum: Immer wieder reagiert er auf Zwischenrufe aus dem Volk. Vor allem spricht er mehr als einmal seine Landsmänner an, von denen aus den kleinen österreichischen Exklaven im Ruhrgebiet einige ins FZW gepilgert waren.

Hubert von Goisern im FZW

Deutsch-österreichische Sprachbarriere

Wenn man doch nur verstehen würde, was er da singt! Denn wie es sich für einen ordentlichen Österreicher gehört, klappt's in hiesigen Gefilden mit dem Sprachverstehen nicht immer. Mit a bisserl gutem Willen solle das schon gehen, meinte er. Es sei doch immer noch Deutsch. Ja, ja – irgendwie schon. Aber gerade das macht den Reiz aus: Wer nicht zu den eingeschworenen Langzeit-Fans gehört und die Texte nicht auf Anhieb versteht, weiß trotzdem, worum's geht. Hört man. Sieht man. Spürt man einfach.

Und auch ohne Musik hätte es ein ausgesprochen unterhaltsamer Abend werden können. Bei seinen Ansage zwischen den Liadl bewies Hubert von Goisern eine unvergleichliche Doppelbegabung: ein Talent für Musik und Kabarett gleichermaßen. Wo man sich bei anderen Musikern wünscht, der unsinnige Redeschwall möge bald enden, hätte man von Goisern noch stundenlang zuhören können in seinen Ausführungen über moderne Indianer, seltsame Bayern und den St. Reinoldus, den Schutzpatron der Steinmetze. „Na? Kennts eure Heiligen?“ Da hat er den Dortmundern noch was beigebracht.

Alpenklänge und Rock

Zweieinhalb Stunden lang rockte, jodelte und maultrommelte es also. Zweieinhalb Stunden lang jagten die vier Musiker den „Dorftrottel“ und Frontline-Assistenten Hannes über die Bühne. Zweieinhalb Stunden lang duellierten sich traditionelle Alpenklänge mit handfestem Rock. Und mittendrin die steierische Version von Janis Joplin: „Geh Herrgott, schenkts ma an Mercedes-Benz“...

Als letzte Zugabe gaben die Herren Musiker noch mal alles – allerdings a capella. Was beweist, dass in Oberösterreich sogar Schlagzeuger lupenrein singen können. Oder, ich erwähnte es bereits: A Woansinn.

Katrin Figge



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