HSP-Mitarbeiter wollen weiter um ihr Werk kämpfen

Einen Tag, nachdem die Salzgitter AG das Aus für Hoesch Spundwand und Profil GmbH (HSP) verkündet hat, sind die Mitarbeiter noch immer vor den Kopf gestoßen. Die IG Metall hält die Kommunikation von Salzgitter "für eine absolute Frechheit". Und Politiker fordern den Konzern auf, die Entscheidung zu überdenken.

Dortmund.. Gearbeitet wurde am Mittwoch bei der Hoesch Spundwand und Profil GmbH (HSP) nicht. Stattdessen fanden im Werk an der Alten Radstraße Belegschaftsversammlungen für die Früh- sowie für die Mittagsschicht statt. Einen Tag, nachdem der Mutterkonzern Salzgitter AG die Schließung von HSP verkündet hat, seien viele Mitarbeiter "völlig deprimiert", sagte HSP-Betriebsrats-Chef Klaus Frerichs.

Obwohl die Nachricht vom Aus alle vor den Kopf gestoßen habe, so Frerichs, werde die Frühschicht am Donnerstag wieder die Produktion aufnehmen. Donnerstagnachmittag stehe allerdings noch eine weitere Belegschaftsversammlung an.

Am Mittwoch führten Betriebsrat und IG Metall derweil auch Gespräche mit einem Unternehmensberater. Seit der Umstrukturierung im März sei die Produktivität gestiegen, so Frerichs - nach wie vor sei daher "das oberste Ziel", die Produktion bis mindestens zum 31. Dezember 2015 aufrechtzuerhalten. Salzgitter hatte keinen konkreten Zeitpunkt für die geplante Schließung genannt.

Der Unternehmensberater soll Betriebsrat und IG Metall dabei helfen, den Markt auszuloten, um doch noch einen Käufer für HSP zu finden.

Kommunikation von Salzgitter eine "absolute Frechheit"

Hans Jürgen Meier, 1. Bevöllmächtigter der IG Metall in Dortmund, kritisierte unterdessen die Kommunikation der Salzgitter AG. Dass diese am Mittwoch eine Pressemitteilung zum Werk-Aus herausschickte, während sich die HSP-Leute auf dem Weg zurück nach Dortmund befanden, sei eine "absolute Frechheit" gewesen.

Meier sagte, dass IG Metall und Betriebsrat derzeit alle Fragen von Mitarbeitern sammeln würden, um dann - vermutlich nächste Woche - ein "Forderungspaket" an die Salzgitter AG zu übergeben.

Reaktion von Wirtschaftsförderung und Politikern

Für die Wirtschaftsförderung Dortmund äußerte sich am Mittwoch deren Chef Thomas Westphal zum Thema HSP: "Bei allem Respekt vor dem Management der Salzgitter AG, aber die Mitarbeiter hätten die Chance verdient gehabt, die vereinbarte Umstrukturierung auch umzusetzen." Stadt, Arbeitsverwaltung und IG Metall würden daran arbeiten, dass die betroffenen Mitarbeiter eine neue Beschäftigung finden.

Die Dortmunder SPD-Landtagsabgeordneten Guntram Schneider, Nadja Lüders, Armin Jahl und Gerda Kieninger kritisierten die "vorschnelle Entscheidung" der Salzgitter AG. Sie fordern den Aufsichtsrat der AG auf, die Entscheidung des Vorstandes zu überdenken. Den Beschäftigten müsse die Chance ermöglicht werden, die im März vereinbarten Verbesserungen im Produktionsablauf umzusetzen.