HSP-Mitarbeiter in Dortmund wollen weiter produzieren

Die Salzgitter AG denkt über die Schließung des Spundwandherstellers HSP nach - dessen Mitarbeiter reagieren trotzig: Sie wollen nicht streiken, sondern weiter voll produzieren und dem Konzern zeigen: Wir geben nicht auf. Das sagte am Mittwoch der Betriebsratschef. Gleichwohl könne es einige "Nadelstiche" geben.

Dortmund.. In der Belegschaftsversammlung am Dienstag hatte die Geschäftsführung der Hoesch Spundwand und Profil GmbH (HSP) mitgeteilt, dass es auf eine Schließung des Werks an der Alten Radstraße hinauslaufen könnte. Die Mitarbeiter reagierten zum Teil empört, nach der Versammlung machte draußen das Wort Streik die Runde.

Mitarbeiter wollen weiterhin voll produzieren

Am Mittwoch traf sich die HSP-Belegschaft erneut, stimmte das weitere Vorgehen ab. Ergebnis: Einzelne Aktionen ("Nadelstiche") könne es womöglich geben, ein Streik ist erst mal kein Thema. Die Mitarbeiter wollen den schlechten Nachrichten zum Trotz voll weiter produzieren.

"Wir wollen dem Konzern zeigen: Wir sind noch da, wir können das, wir geben nicht auf", erklärte der Betriebsrats-vorsitzende Klaus Frerichs. Die klare Entscheidung sei auch ein Signal an die Kunden, dass es weiter gehe - und vielleicht finde sich auch doch noch ein Investor, der HSP übernehmen will.

Hoffen auf Aufträge von Bund und Ländern

Die Mitarbeiter, so Frerichs, seien jedenfalls überzeugt, dass ihre Produkte gebraucht werden. Nur müsse die öffentliche Hand endlich für den angekündigten Ausbau des Hochwasserschutzes Geld investieren und Spundwände bei HSP ordern.

Hier bekommen die HSP-Arbeiter Unterstützung vom Dortmunder Linken-Ratsherr Utz Kowalewski, der für das Unternehmen eine Zukunftsperspektive sieht, wenn es "ausreichend Aufträge von Bund, Land und Kommunen erhält". Das überall drohende Hochwasser würde den Einsatz der Stahlerzeugnisse dringend erforderlich machen und HSP sei inzwischen der einzige Spundwand-Hersteller in Deutschland.

Dortmunds Grüne äußerten ihre "große Solidarität mit den von der Schließung bedrohten Beschäftigten vor Ort". Sie fordern die Salzgitter AG als Mutterkonzern, "an dem auch das Land Niedersachsen beteiligt ist, auf, jetzt Verantwortung für die soziale Absicherung der betroffenen Menschen zu übernehmen", erklärte Grünen-Fraktionssprecherin Ingrid Reuter.

Nichts Neues von der Salzgitter AG

Von der HSP-Geschäftsführung beziehungsweise vom Mutterkonzern Salzgitter AG gab es am Mittwoch nichts Neues. "Wegen der prekären wirtschaftlichen Situation und der Tatsache, dass alternative Lösungen nicht sichtbar sind, ist eine Stillegung des Betriebes der HSP nicht auszuschließen", hatte Salzgitter am Dienstag mitgeteilt.

Die Entscheidung hierüber sei noch nicht gefallen. Am 16. Juni tagt der Vorstand der Salzgitter AG.