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Hitzige Flughafen-Debatte

29.04.2009 | 18:01 Uhr
Hitzige Flughafen-Debatte

Laut ist es im total überfüllten Pädagogischen Zentrum im Gymnasium an der Schweizer Allee. Viele stehen oder haben auf Stufen Platz genommen. Die Stimmung ist gereizt. Das Publikum, knapp 500 sind es, ist gespalten: auf der einen Seite die Flughafen-Gegner, auf der anderen die Befürworter.

Die Schutzgemeinschaft Fluglärm hatte geladen, um sechs OB-Kandidaten auf den Zahn zu fühlen. Schon während der Statements der Kandidaten auf dem Podium, gibt es Zwischenrufe wie „Alles Lüge” oder lautes Gelächter. Die Rollen waren klar verteilt: Ullrich Sierau (SPD) und Joachim Pohlmann wurden hart angegangen, weil sie die Betriebszeiten verlängern wollen und Sierau sich auch für ein Planfeststellungsverfahren mit Blick auf eine verlängerte Landebahn ausspricht. Mario Krüger (Grüne), Helmut Manz (Die Linke), Norbert Weikert (Freie Bürgerinitiative) und Petra Zielazny (Bürgerliste) trafen als Gegner den Nerv der Mehrheit im Saal.

Die Diskussion zwischen Podium und Publikum war engagiert, hitzig, zum Teil von Sachkenntnis geprägt, aber auch von erheblichen Respektlosigkeiten. Es ging um die Betriebszeiten, die Länge der Landebahn, um Lärm- und Gesundheitsschutz, um Solidarität und Transparenz im Verfahren und natürlich um Kosten und Defizite.

„Mit den Ausführungen von Herrn Pohlmann kann ich gar nichts anfangen”, legt ein Zuhörer los und richtet eine weitere Frage an Ullrich Sierau: „Wieviele Stunden Schlaf braucht ein Kind?” Denn für die Gegner ist klar: Verlängerte Betriebszeiten sind der Einstieg in den Nachtflug. Sieraus Antwort wollten viele in diesem Zusammenhang gar nicht zur Kenntnis nehmen. Häufig ging es eben auch nur um Provokation.

Wie denn eine Verlängerung der Flugzeiten vertretbar sei, wenn die Kinder empfindlich in der Nachtruhe gestört würden, aber am nächsten Tag konzentriert in der Schule arbeiten müssten, legt der Fragende nach? Joachim Pohlmann: „Wir müssen die Lärmschutzgesetze so weit ausbauen, damit die Kinder so wenig wie wöglich in den Gebäuden von dem Lärm mitbekommen.”

Ein anderer Zuhörer sprach die Kosten an: „Der Flughafen ist wirtschaftlich irrelevant und die Subventionen sollten beser in nützliche Dinge wie Bildung investiert werden.” Dazu Pohlmann: „Viele Kulturbetriebe und Kindergärten machen Verluste. Und trotzdem wollen wir sie." Aus dem Publikum schallt ein mehrfaches Blödsinn.

Viel Beifall dagegen für die Gegner des Flughafens auf dem Podium. „Subventionen sollten fürs Gemeinwohl sein. Die Flughafengeschichte hat mit Allgemeinwohl nichts zu tun”, stellt Manz fest. Und Krüger antwortet auf die Frage, warum verlängerte Betrienzeiten nichts brächten: „Es gibt keine Beweise, dass eine Fluggesellschaft durch einen Ausbau mehr Maschinen einsetzt." Die Ausweitung liefe wohl eher nach dem Motto: „Schauen wir mal.”

Zwei Stunden und 45 Minuten dauerte die hitzige Debatte. Ein Großthema im Kommunalwahlkampf.

Thilo Kortmann

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Kommentare
03.05.2009
16:57
Hitzige Flughafen-Debatte
von endlich_kerosinsteuer | #80

smartdriver, vielleicht wäre das ja eine Lektüre für Sie:

Eine Welt mit Zukunft von Franz Josef Radermacher.

Schönen Sonntag noch.

02.05.2009
19:27
Hitzige Flughafen-Debatte
von Smartdriver | #79

Klimaleugnern.... den Begriff Leugnen, kenne ich ich aus einem anderen Zusammenhang, wo er zu Recht unter Strafe steht.
Ich habe mal an einer Veranstallting der TU Innbruck am Hintertuxer Gletscher teilgenommen.
Dort habe ich einiges an Fakten erfahren können.
Es hat einmal eine zeit gegeben in der die Temperatur um 6 Grad in 40 Jahren gestiegen ist (leider habe ich nichtmehr präsend wann das war)
ganz ohne Autos/ Flugzeuge.

Ist aber im Grunde auch unerheblich, weil die heute noch vorhandenen Erdölreserven verbraucht werden (oder Zeifelt da jemand dran?)
Und wenn man zu den noch vorhandenen Reserven, die Reserven an Ölsand hinzu rechnet, dann werde ich, obschon noch recht jung an Jahren, das Ende des Ölzeitalters nicht mehr erleben.

Lieber Gruß vom Samrtdriver, der gerne fliegt, vegetarier ist, nur Energiesparleuchten in der Wohnung hat, aber 6 Zylinder fährt ;-))

02.05.2009
18:42
Hitzige Flughafen-Debatte
von endlich_kerosinsteuer | #78

Ja smartdriver, auch bei Ihnen kann man einen ausbaufähigen Aspekt finden: Es lohnt sich aus vielen Gründen, sich vegetarisch zu ernähren, auch zur Schonung der Umwelt.

Der oben angeführte CO2-Rechner wird Ihnen allerdings die Relation Vegetarische Ernährung/Flugreise schon zurecht rücken.

Aber wer sich heutzutage noch zu den Klimaleugnern zählt, d.h. zu denen, die leugnen, dass der Klimawandel zu einem beträchtlichen und deswegen m.E. unbedingt beeinflussungsnotwendigen Teil menschgemacht ist, wird schwerlich an Fakten-basierten Entscheidungen interessiert sein.

02.05.2009
18:18
Hitzige Flughafen-Debatte
von Smartdriver | #77

Das würde natürlich verrausetzen das man an die Klimaveränderung durch den Menschen glaubt.
Übrigends ist der Verkehr mit gerade 20 Prozent an den Co2 Emissionen beteiligt.
d.h. per Saldo WENIGER als z.B. die Landwirtschaft.
Wer also vegetarisch lebt, der erspart dem Klima mehr Co2 als derjenige der auf seinen Jahresurlaub mit dem Flieger verzichtet.

Googeln sie mal den Begriff Klimalüge, da werden sie sehen das es nicht nur Wirtschafts und Flaughafenausbaulobbyisten gibt, sondern eben auch Umweltschutzlobbyisten die mit fargwürdigen Statistiken so ziemlich jedes Projekt zu verhindern suchen, wenn es niocht um Sonnen oder Windenergie geht.

Oder möchte jemand bestreiten das der Anteil des vom >Menschen beeinflussbaren Co2 bei 2 Prozent der Gesammtemision liegt.
Oder anders Ausgedrückt, ein Vulkanausbruch oder 10 Jahre weltweiter Flugverkehr.....

02.05.2009
16:59
Hitzige Flughafen-Debatte
von endlich_kerosinsteuer | #76

Flughafengegnergegner, in Ihren Verniedlichungs-Bemühungen zeigen Sie ähnlich viel Ignoranz wie der typische Ausbau-Lobbyist.

Zur Vertiefung Ihres einschlägigen Fachwissens empfehle ich Ihnen bei dem Deutschen Fluglärmdienst (DFLD)die Rubrik „Messwerte“. Hier können Sie sich über die Lärm-Belastung der südlichen Dortmunder Vororte informieren.

CO2-Belastung durch PC größer als durch Flugverkehr ? Ein grandioses Ammenmärchen für das WR-Forum:
Flugverkehr ist die umweltaggressivste Fortbewegungsart. Darüber hinaus: Mit keinem anderen Verhalten kann so ein Einzelwesen wie Sie oder ich soviel Umweltschaden anrichten wie mit einer Flugreise. Zur Information sei Ihnen hier ein CO2-Rechner ans Herz gelegt. Probieren Sie es einmal mit und einmal ohne Flugreise.

http://www.lfu.bayern.de/luft/fachinformationen/co2_rechner/index.htm

M.E. Folgt daraus so viel wie nötig, so wenig wie möglich zu fliegen.

Verlagerung der Flüge? Mitnichten: Das Überangebot an Regional-Flughäfen zwingt die jeweiligen Geschäftsführer Ihre Infrastruktur zu Billig-Gebühren anzubieten, damit überhaupt eine Airline kommt (s. Easyjet und Förderprogramm Neres). Auf diese Weise können überhaupt erst Billigstflüge angeboten werden. Im Effekt werden so künstlich Flüge erzeugt, die es sonst nicht gegeben hätte: Mit nachteiligen Wirkungen auf das Klima.

Wertvolle Investion? - Allenfalls ein kultureller Wert ist im Wickeder Sand mit den dort verbuddelten Hunderten Millionen Euro geschaffen worden:

Ein zum Himmel schreiendes Mahnmal für Größenwahn und Misswirtschaft.

Denken Sie mal darüber nach.

02.05.2009
11:08
Hitzige Flughafen-Debatte
von schwarzbart | #75

Die ganze Infamie der FlughafenFeinde zeigt sich in diesem endlos repetierten Ballermann-Argument. Wer in Urlaub fliegt (bäh!), fliegt natürlich an den Ballermann (superbäh) um dort Spass (Das geht gar nicht) zu haben. Genau so könnte man allen vorwerfen, dass sie nur nach Dortmund kommen, um es sich an Ravensberger Strasse billig besorgen zu lassen. Es hat keinen Sinn, mit diesen Neurotikern zu diskutieren. Sie sind auch von ihrer Anzahl her klar zu wenige - aber die Wnigen sind laut und penetrant.
Und jetzt nutz ich lieber das schöne Wetter und dreh ne Runde mit dem Radl um den Flughafen. Schöne Aussicht und ein bisschen Plane-Spotting, Das macht Spass, auch ohne Ballermann...

02.05.2009
03:32
Hitzige Flughafen-Debatte
von Smartdriver | #74

@Vaikl
Ich habe in unmittelbare Nähe meines Wohnortes einen Stall mit ca 120 Milchkühen, sie haben völlig Recht!
Nur mit dem Unterschied, das ich mich nicht über Geräusch oder Geruch beschwehre, so wie einige Großstädter, sondern ich wußte wo ich hinziehe.
Die Dortmunder wußten auch alle, das sie an einem Flughafen wohnen, schließlich gibt es den ja schon seit vor dem 2. Weltkrieg.
Und bevor sie weiter über Dörfler schreiben, arbeiten sie erst mal ihr rot-grünes Nordstadt Problem auf.
Das ich nicht zum Ballermann fliege, konnte man bereits einem meiner vorherigen Posts entnehmen, wer lesen kann ist klar im Vorteil.
Das es kaum Geschäftsflüge ab DTM gibt, zeugt wieder einmal von ihrer Unkenntnis.
Ich hatte und habe auf meinen Flügen nach Nürnberg und München einen anderen Eindruck gewinnen können.

02.05.2009
02:07
Hitzige Flughafen-Debatte
von vaikl | #73

Die DSW querfinanziert auch keine Investitionsruine, der Ausgleich der Abschreibungs- und Zinskosten finanziert eine wertvolle Investition für unsere Stadt.

Solange die DSW mit ihren anderen Produkten und Projekten Gewinne einfährt, mag diese Rechnung noch irgendwie aufgehen (solange der Rat mitspielt). Absehbar ist allerdings, dass die Abschreibungsmöglichkeiten in Zukunft deutlich magerer ausfallen werden, siehe Phoenix oder steigende Energiekosten oder Rückstellungszwänge oder Kursverluste oder oder oder...

Wenn ich investiere, dann möchte ich Rendite, und diese nicht irgendwann am St.-Nimmerleinstag, sondern spätestens dann, wenn ich die Rendite für mich selbst benötige. Dieser simple Grundsatz gilt - spätestens seit Einführung der Doppik im Haushalt - auch für DSW und die Stadt. Da versagt der Flughafen als Investition auf ganzer Linie, denn die ist irgendwie schon später mal wertvoll für die Region-Rendite ist ökonomisch gesehen blanker Unsinn.

Sinn machen würde das Geldausgeben für den Flughafen, wenn man konkret sagt, das sei notwendige Infrastruktur. Es gibt aber keine Industrie- oder Gewerbebetriebe, die sich konkret wegen des Flughafens hier angesiedelt haben und *nachhaltig* Steuern/Gebühren erwirtschaften, die der Stadt als Rendite zugute kommen.
Auch ist der Flughafen als Service-Offerte der Stadt für bestehende Unternehmen - aka Geschäftsflüge - ja mittlerweile fast tot, wenn man die Flugziele betrachtet. Für gute Kontakte nach Osteuropa bräuchte man eben auch produzierende Industrie hier, die sowas nutzen könnte.

Bleibt nur noch eine mögliche Sinnhaftigkeit im Sinne eines sozialorientierten Freizeitangebots an den einzelnen Bürger (in bester SPD-/Gewerkschaftstradition zu guten Montan-Zeiten vor 40 Jahren, als noch genug Kohle da war - im doppelten Sinn), um ihn schnellstmöglich in den Urlaub oder zum Shoppen zu verfrachten. Ökonomisch gesehen Unfug hoch drei, da Geld quasi ausgeflogen wird, ökologisch eine nicht ganz einfache Abwägung zwischen div. Massenverkehrsmitteln und deren Öko-Bilanzen und wirtschaftspolitisch im Umfeld der anderen Flughäfen in nächster Distanz das übliche Ich hab aber nen Längeren als Essen!-Gehabe.

Ausser dass man evt. einigen Iserlohnern das Gefühl vermitteln kann, sie dürften statt ihrer Kühe jetzt auch mal Ballermann beschnuppern, bleibt da nix Wertvolles an so einer Investition übrig.

02.05.2009
01:05
Hitzige Flughafen-Debatte
von FlughafengegnerGegner | #72

Natürlich gibt es Gründe gegen den Ausbau. Die Flugzeuggeräusche zählen sicherlich dazu, allerdings nicht bei einem großen Teil wertvollen Stadtgebiets, wie Sie schreiben, sondern bei einem recht kleinen. Zumal sich überaus viele Bürger auch gar nicht daran stören.

Die DSW querfinanziert auch keine Investitionsruine, der Ausgleich der Abschreibungs- und Zinskosten finanziert eine wertvolle Investition für unsere Stadt.

Wird nicht in Dortmund geflogen, verlagert sich die Naturbelastung in andere Gebiete, verhindern werden Sie sie nicht. Auch ich bin gegen übertriebene Fliegerei, siehe Antwort #64 auf #63. Die CO2-Belastung ist aber ein vielschichtiges Problem und lässt sich nicht übertrieben dem Flugverkehr zuordnen. Wenn Sie Ihrerseits Ihre geschätzte Vorstellungskraft aktivieren würden: Als momentaner Nutzer Ihres PC tragen Sie dazu bei, dass PC und Internet die Umwelt mehr mit CO2 belasten als der Flugverkehr. Nur mal als eins von vielen Beispielen. Wie kommt es nur, dass das Thema Umwelt bei den Flughafengegnern immer so aufgesetzt wirkt?

01.05.2009
21:40
Hitzige Flughafen-Debatte
von endlich_kerosinsteuer | #71

FlughafengegnerGegner, wenn Sie vielleicht nur ein einziges Mal Ihre geschätzte Vorstellungskraft aktivieren würden:

Es gibt Menschen auf dieser Welt, auch in Dortmund, die bewerten die Ausbau-Bestrebungen des Fh-Dortmund als gelinde gesagt unvernünftig aus mindestens 3 Gründen. Ich gehöre dazu und nenne sie Ihnen:

Verlärmung, damit Entwertung eines großen Teils wertvollen Stadtgebietes;

Fehlleitung immenser woanders dringend benötigter Finanzmittel in eine Investitionsruine;

Mutwillige Inkaufnahme weiterer Natur-Schädigung durch diesen wirtschaftlichen Unsinn.

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